You are not logged in.

Dear visitor, welcome to Forum für Postgeschichte und Markenfreu(n)de. If this is your first visit here, please read the Help. It explains in detail how this page works. To use all features of this page, you should consider registering. Please use the registration form, to register here or read more information about the registration process. If you are already registered, please login here.

1

Monday, March 14th 2011, 9:31pm

Das preussische Ober-Postamt in Hamburg

Hallo,

zu Zeiten des DÖPV war das preussische Postamt in Hamburg außer für die Post nach Preussen zuständig für Vereinspost nach Limburg, Luxemburg, Mecklenburg-Strelitz (östlicher Teil), Österreich (nieder der Enns), Sachsen und Ungarn. Später kamen noch Braunschweig, Hannover, die Taxis´schen Postgebiete sowie Schleswig, Holstein und Lauenburg dazu.

Bei der Briefpost von Hamburg ins Postvereins-Ausland war das preussische Postamt u.a. zuständig für Griechenland, Russland (mit Finnland und Polen) und Türkei (über Österreich). Ab 1.7.1867 kamen noch die Länder dazu für die bis dahin das Taxis´sche Postamt zuständig war, z.B. Italien, Frankreich, Portugal und Schweiz.
CONCORDIA DOMI, FORIS PAX

This post has been edited 1 times, last edit by "senziger" (Mar 14th 2011, 11:33pm)


2

Monday, March 14th 2011, 9:46pm

Hamburg - Sachsen

Hallo,

der erste Brief den ich hier zeige lief am 24.7.1866 von Hamburg nach Eybau in Sachsen. Das Franco von 3 Sgr. dargestellt durch ein Paar sowie eine einzelne Nr. 16.

Zu diesem Brief habe ich eine eher "sächsische" Frage: warum sind siegelseitig die Stempel von Ebersbach und Bautzen abgeschlagen? Eybau ist keine seltene Destination, und auf anderen Briefen, die ich gesehen habe waren diese Stempel nicht vorhanden.

Gruss

senziger
senziger has attached the following images:
  • img438.jpg
  • img439.jpg
CONCORDIA DOMI, FORIS PAX

Posts: 21,337

Location: Südhessen

Occupation: Privatier

  • Send private message

3

Tuesday, March 15th 2011, 6:59am

Hallo senziger,

ein schöner Brief mit üblicher oder kriegsbedingter Laufzeit von 2 Tagen?

Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

4

Wednesday, March 16th 2011, 6:51pm

Hallo bayern klassisch,

meine Vermutung ist, dass der Lauf des Briefes durch den Krieg beeinflußt war, zu einen wegen der Laufzeit, zu anderen wegen der siegelseitigen Stempel. Leider kann ich nichts Genaues sagen, vielleicht hat ja @Altsax eine Meinung zu diesem Brief.

Gruss

senziger
CONCORDIA DOMI, FORIS PAX

Posts: 21,337

Location: Südhessen

Occupation: Privatier

  • Send private message

5

Wednesday, March 16th 2011, 7:09pm

Hallo senziger,

das wäre auch meine (allerdings unmaßgebliche) Meinung zu dem Brief. Dann hoffen wir mal auf @Altsax.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

6

Saturday, April 2nd 2011, 8:05pm

Hamburg - Sachsen

Hallo,

leider haben wir bisher vergebens auf @Altsax gehofft, daher hier zum Vergleich ein "normaler" Brief von Hamburg nach Eybau vom 15.10.1863.

Laufzeit ein Tag, siegelseitig Ankunftstempel von Eybau und Ausgabestempel. Bei diesem Brief war im Gegensatz zu dem vorher gezeigten alles so wie es sein sollte.

Gruss

senziger
senziger has attached the following images:
  • img457.jpg
  • img458.jpg
CONCORDIA DOMI, FORIS PAX

7

Thursday, April 21st 2011, 11:24pm

Hallo,

bei folgendem Brief habe ich etwas mit mir gekämpft; kaufen oder nicht? Die Marken sind "suboptimal" aber der Gesamteindruck des Briefes ist sehr schön. Ich habe mich dann für "kaufen" entschieden, da mir klar wurde, dass der Brief mich ansonsten noch Jahre in meinen Träumen verfolgen würde und die Mängel immer kleiner aber die Vorzüge immer grösser werden würden.

GSU 13 B, auffrankiert mit Nr. 11 und Nr. 12 = 8 Sgr für einen Einschreibebrief der zweiten Gewichtstufe in den Postverein nach Prag.

Gruss

senziger
senziger has attached the following images:
  • img424.jpg
  • img425.jpg
CONCORDIA DOMI, FORIS PAX

8

Friday, April 22nd 2011, 2:10pm

leider haben wir bisher vergebens auf @Altsax gehofft, daher hier zum Vergleich ein "normaler" Brief von Hamburg nach Eybau vom 15.10.1863.
Hallo senzinger,

den Beitrag habe ich leider erst jetzt gesehen. Die Thematik wurde ja bereits bei stampsx behandelt. Weil mich die Oberlausitz besonders interessiert, habe ich zwischenzeitlich ein wenig recherchiert:

In der "Alten Sachsenpost" von Milde/Schmidt wird ohne Quellenangabe eine Unterbrechung der Strecke Löbau - Zittau - Reichenberg durch Kriegseinwirkung vom 15.6. bis zum 16.9.1866 angegeben. In den Postverordnungsblättern findet sich dazu nichts.

Eine sehr detaillierte Schilderung der Beeinträchtigungen des Bahnverkehrs ist aber in der "Geschichte der preußischen Invasion in Zittau und der südlichen Oberlausitz im Jahre 1866" von C.A.Tobias (erschienen 1867) enthalten.

Darin wird von einem Abtransport von Lokomotiven und einer teilweisen Zerstörung von Bahnanlagen durch sächsische Bahnangehörige berichtet. Allerdings sei der Bahnbetrieb bereits am 19.6.1866 auf Druck preußischer Besatzungstruppen wieder aufgenommen und sehr intensiv fortgeführt worden. Brief- und Fahrpostsendungen seien "unter Conducteursbegleitung" befördert worden.

Man kann also davon ausgehen, daß es keine grundsätzliche Unterbrechung des Postverkehrs auf dieser Strecke gab, wohl aber kriegsbedingte Verzögerungen und Unterbrechungen.

Beste Grüße

Altsax

This post has been edited 1 times, last edit by "Altsax" (Apr 22nd 2011, 7:48pm)


9

Saturday, April 23rd 2011, 6:19pm

Hallo Altsax,

ich hatte schon vermutet, dass du den Beitrag nicht gesehen hast und habe den Brief deshalb noch einmal bei StamsX gezeigt.

Vielen Dank für die neuen Informationen; es ist schon toll, was man an einem einfachen Brief alles lernen kann, von der "großen Lokomotivflucht" habe ich zuvor nie gehört.

Gruss

senziger
CONCORDIA DOMI, FORIS PAX

10

Friday, May 20th 2011, 9:41pm

Tax-Stempel

Hallo,

heute traf ein Brief ein, der zusammen mit einem, den ich schon seit längerem habe, eine schöne Seite ergibt.

Am 14.3.1867 als Porto-Brief der zweiten Gewichtstufe von Hamburg nach Stettin, mit dem nicht häufigen blauen Tax-Stempel 6 (Sgr.).

Eine ideale Ergänzung zu dem Tax-Stempel 3 (Sgr.) an bekannte Adresse in Köln.

Gruss

senziger
senziger has attached the following images:
  • img152.jpg
  • img501.jpg
CONCORDIA DOMI, FORIS PAX

Posts: 21,337

Location: Südhessen

Occupation: Privatier

  • Send private message

11

Friday, May 20th 2011, 9:48pm

Hallo senziger,

den 3er habe ich schon oft gesehen, aber den 6er kaum. Es gibt sicher eine herrliche Seite, das glaube ich wohl. Schöne Briefe - und für uns Bayern kaum zu glauben, dass man keinen Portozuschlag erhoben hat, nur weil sie innerpreußisch liefen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

Posts: 2,176

Location: Sachsen-Anhalt

  • Send private message

12

Friday, May 20th 2011, 9:54pm

Hallo senziger

ich muß ehrlich gestehen, solche Stempel noch nie vorher gesehen zu haben. Möglicherweise ist dies auf meine "Einseitigkeit" zurückzuführen.
Kannst Du hierzu mal genauer sagen?

Ein fragender

Ulf

13

Friday, May 20th 2011, 10:31pm

Tax-Stempel

Hallo,

ja, der 3´er wird öfter mal angeboten, der 6´er ist mir hier das erste Mal "vor die Flinte" gekommen. Zum Glück war es gleich ein "Fangschuss".

Zu den Stempeln kann ich leider nur Meyer-Margreth zitieren: "Auch die preußische Post benutzte 3,5 cm hohe Taxstempel, bekannt sind die Zahlen 3 und 6. Nach Übernahme der Thurn und Taxi´schen Post wurden deren Taxstempel von der preußischen Post weiter benutzt."

Das Stempelhandbuch der ARGE habe ich leider noch nicht, möglicherweise ist dort mehr zu erfahren. Ich glaube ich habe diese Stempel nur von Hamburg gesehen, aber das kann auch selektive Wahrnehmung sein. Wenn ich mich richtig erinnere waren die Stempel auch alle aus der "späteren Markenzeit".

Gruss

senziger
CONCORDIA DOMI, FORIS PAX

14

Friday, May 20th 2011, 11:12pm

RE: Taxstempel "3" und "6"

Hallo senziger,
hallo zusammen,

hier ein paar ergänzende Informationen aus dem Stempel-Handbuch der ARGE (@ senziger: das Handbuch solltest Du Dir als Hamburger Sammler unbedingt zulegen!)
Taxstempel "3":
Preuss. O.P.A.: Nr. 58, 6.1.1861 bis 26.3.1862 (blau) und xx.10.1861 bis 31.12.1867 (schwarz). Weiterverwendet vom
NDP Oberpostamt: Nr. 21, 3.8.1869
Taxstempel "6":
Th.&T. O.P.A. : Nr. 34, 2.8.1849 bis 7.3.1867(?) (schwarz)
Preuss. O.P.A.: Nr. 59, xx.10.1861 bis 31.12.1867 (schwarz)
NDP Oberpostamt: Nr. 22, 8.12.1868 bis 20.12.1873 (schwarz)

Viele Grüße
DKKW

15

Friday, May 20th 2011, 11:26pm

Hallo DKKW,

danke für die Info´s, das Handbuch steht schon seit längerem auf der Liste ..... aber irgendwie... :( .

Eine Frage zur Stempelfarbe: Ich lese so häufig "schwarz", alles was ich habe und gesehen habe waren blaue Stempel.

Gruss

senziger
CONCORDIA DOMI, FORIS PAX

Posts: 21,337

Location: Südhessen

Occupation: Privatier

  • Send private message

16

Friday, May 20th 2011, 11:27pm

Hallo DKKW,

danke für die informative Aufstellung.

Der 6er soll also schon 1849 eingesetzt worden sein? Da gab es den DÖPV aber noch gar nicht. Hat man diesen 6er Stempel verwechselt mit dem französischen Portostempel 6 Decimes für Briefe von TT nach dorthin?

Könnte ich mal einen 6er bis 1851 sehen?

Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

17

Saturday, May 21st 2011, 11:30am

RE: Taxstempel "3" und "6"

Lieber bayern klassisch,

meine Angaben sind Zitate aus dem aktuellen ARGE-Handbuch. Die Weiterverwendung der Stempel im jeweils folgenden Postamt ist ausdrücklich erwähnt. Deshalb macht machen mich das Enddatum des Th.&T. Postamts und das Frühdatum des preussischen Postamts etwas stutzig. Das Th.&T. Postamt wurde 1867 von den Preussen übernommen, den Stempel werden die Preussen also kaum 1861 vom Th.&T. Postamt erhalten haben.
Die Antwort darauf kann sicherlich die ARGE geben, für die Hamburg Stempel ist Kurt Simonsen aus Hamburg zuständig.
Das 1849 der DÖPV noch nicht bestanden hat ist selbstverständlich. Eine naheliegende Theorie wäre, dass die Th.&T. Postbediensteten den Stempel nach Gründung des DÖPV "umgewidmet" haben. Also nicht mehr Verwendung als decimes-Stempel für Post nach Frankreich, sondern als Sgr.-Stempel für Post nach Preussen. Wie gesagt, eine Theorie.
Die Hamburg Stempelspezialisten haben sicher auch ein Belegarchiv, mit dessen Hilfe sich Stempelfarben und Verwendungen nachweisen lassen.

Viele Grüße
DKKW

Posts: 21,337

Location: Südhessen

Occupation: Privatier

  • Send private message

18

Saturday, May 21st 2011, 1:43pm

Lieber DKKW,

vielen Dank für deine Antwort. Da hatte ich mich etwas unglücklich ausgedrückt: Der 6 Decimes - Stempel, der vergleichbar aussieht/aussah, wurde immer in Frankreich abgeschlagen, nie in deutschen Landen. Wenn man das aber nicht wusste, dann könnte man ihn auch für einen deutschen Taxstempel halten, das ist es, was ich sagen wollte. Diese franz. Taxstempel gibt es noch viel länger als 1849.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

This post has been edited 1 times, last edit by "bayern klassisch" (May 22nd 2011, 7:35pm)


Michael

Administrator

Posts: 2,457

Location: Bergisches Land

  • Send private message

19

Sunday, May 22nd 2011, 7:20pm

Hallo senziger,

Glückwunsch zu dem Brief mit dem wirklich seltenen 6er-Stempel !
Zu diesen preußischen 3 Sgr.- und 6 Sgr.-Stempeln sammel ich seit einiger Zeit Belegdaten, da die veröffentlichten Angaben hierzu zwischen unvollständig und unsinnig schwanken. Irgendwo (vdL ??) stand mal, dass er von Preußen für DÖPV-Post verwendet wurde. Ich kenne ihn sowohl auf innerpreußischer Post als auch nach Nicht-Postvereinsländer.
Wer also solche Belege hat, kann mir gerne einen 300dpi-Scan der Briefvorderseite schicken - möglichst mit Verwendungsjahr. :)

Die Bremer Variante dieses Stempels werde ich mal unter Bremen einstellen. Er ist deutlich von dem Hamburger Stempel zu unterscheiden.

Die Zitate von DKKW aus dem Arge-Handbuch kann ich nicht nachvollziehen.
In schwarz ist mir dieser Stempel noch nicht untergekommen. Möglicherweise tatsächlich eine Verwechslung mit dem bekannten 6 Decimes-Stempel von Frankreich - es müsste aber an Hand der Belege schnell zu überprüfen sein, ob es sich um eine Silbergroschen- oder Decimes-Taxierung handelt.
Die bekannte Verwendungszeit liegt zwischen 1861 und 1866.

Viele Grüße
Michael
Preußen mit Transiten

20

Sunday, May 22nd 2011, 10:18pm

Hallo Michael,

Die Zitate von DKKW aus dem Arge-Handbuch kann ich nicht nachvollziehen.
In schwarz ist mir dieser Stempel noch nicht untergekommen. Möglicherweise tatsächlich eine Verwechslung mit dem bekannten 6 Decimes-Stempel von Frankreich - es müsste aber an Hand der Belege schnell zu überprüfen sein, ob es sich um eine Silbergroschen- oder Decimes-Taxierung handelt.
Die bekannte Verwendungszeit liegt zwischen 1861 und 1866.

Ich kenne die preussischen Taxstempel von Hamburg auch nur in blau.

FRAGE: Die bekannte Verwendungszeit von was liegt zwischen 1861 und 1866 ... ?( ?

Gruss

senziger
CONCORDIA DOMI, FORIS PAX