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21

Monday, February 3rd 2014, 5:43pm

Hallo Filigrana,

die Kaufleute der damaligen Zeit waren sehr umtriebig und viel unterwegs, auch wenn das Reisen teuer und sehr gefährlich war.

Zumstein - Briefe kenne ich seit ca. 35 Jahren und ich gehe davon aus, dass sie schon vor 1970 verkauft worden sind. Warum welche zurück blieben, weiß ich nicht. Es gab Archivwühler, die nur Briefe mitnahmen, wenn Briefmarken auf ihnen waren. Andere nahmen alles mit, was Stempel hatte. Briefe ohne Stempel und ohne Marken waren ihnen nichts wert und wurden oft vernichtet oder blieben in der Ecke liegen.

Dabei haben ALLE Briefe ihre Existenzberechtigung, denn nur wenn man ALLE Briefe hat, kann man wirkliche Aussagen treffen hinsichtlich einer Korrespondenz.
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

22

Monday, February 3rd 2014, 6:38pm

Hallo,

die Kaufleute der damaligen Zeit –
ja, und vor diese Zeit auch..unglaublich wenn ich nachdenke zur
welche Bedingungen die so lange Wege auf sich genommen haben...Die
Zumsteins sind mir sehr sympathisch, haben die Richtungen alte
Deutsche Städte bestimmt schon von 1741 gemacht. Dehne Heimat ist
aber Gressoney geblieben, die Ehefrauen sind von dort, Kinder sind da
geboren, Eingestelle sind auch von da (Manche Briefe sind auf
Angestellte adressiert)..Blieben immer eng zusammen und mit Heimat
verbunden...

Nicht nur das, wo sie in Deutschland
lebten sind Spüren zum finden über dehne Spenden in mehrere
Richtungen..

Es ist eine sehr große Familie, in
ganze Welt verstreut.
LG F
"Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
W. v Humboldt

23

Wednesday, February 5th 2014, 4:58pm

Hallo,
hab mir Gestern diese Brief ein geschaut, hab leider nur Vermutungen, vielleicht kann mir jemand weiter helfen...


1. Adressiert an Sig. Nicolao Zumstein, Memmingen.
- ??? der Vermieter (Wirt) der Bank
(Erstes Wort verstehe ich nicht – welche ist die erste Buchstabe? )

- Ist oben eine Summe – Zahl 6?


2. Absender: Dom. (enico) Medier(?) aus Bologna, 6. August 1754

Das Text ist ungefähr:
„Ich frankierte zu Sign.Matteo Jemblroch (J
-?) aus Bozen wie im Fall Nr. 3 zu sehen, wie man über die Marken
zu erkennen ist Rechnungsbetrag 1563:58. Und ich schrieb an
???(Grimet) schon vor den Auszahlungen, und die Maßnahme laufen auf
mein Schwager, Herrn Jemblroch, bemerken Sie, dass der Diener eine
Bestimmung zu nehmen. Sie werden wissen, dass ich wie die
Leichtigkeit im Preis, während die Lira und stieg um 25 Prozent, und
dies wird Ihnen Grund, mehr und mehr bereitwillig sich mit mir zu
treffen, während ich dieses Opfer in einer großen Geld. Herzliche
Grüße an Sie: Erwarte Antwort“

-Das ist ein Brief mit Wappen – das Nr. 3 steht unten der Wappen: n: 3! Welche Bedeutung hat das?

LG F. :)
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24

Wednesday, February 5th 2014, 5:26pm

Hallo Filigrana,

Quoted

1. Adressiert an Sig. Nicolao Zumstein, Memmingen.
- ??? der Vermieter (Wirt) der Bank
(Erstes Wort verstehe ich nicht – welche ist die erste Buchstabe? )

- Ist oben eine Summe – Zahl 6?


6 Kr. war die Taxe und vorne steht Gio. für Giovanni.

Zu den anderen Sachen kann ich nur wenig beitragen.
Liebe Grüsse vom Ralph

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25

Wednesday, February 5th 2014, 5:51pm

Danke bayern klassisch,

Giovanni – die Zumsteins hatten zwei
Vornamen, diese ist mir neu! Ich schau noch nach..

Hast eine Vermutung für welche Trasse
könnte die Taxiehrung sein?



Wappen – sind sehr oft in diese
Korrespondenz zum finden. Denke das es in diese Fall ein
zusammengesetztes Wappen (zwei Kaufmänner) ist. Was bedeutet das Nr.
3 – könnte eine Art Bestätigung sein – er schrieb: „Ich
frankiere wie in Nr. 3 zu sehen ist...“

Oben ist I – Italien?

Erste Buchstabe ein G? Zweite N –
Nikolas.

Z – zum. ST – Stein.


LG F
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26

Wednesday, February 5th 2014, 6:27pm

Ich glaube bin drauf gekommen - die 3.

Wort „francato“ kann kostenlos bedeuten...
Nummer 3 – Zahl 3. Er nutzt drei zum rechnen. Wie weiß ich nicht.


Wappen – GNZST – nur von Zumstein.



LG F
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27

Wednesday, February 5th 2014, 6:36pm

Hallo Filigrana,

leider nicht meine Zeit - ab wo die 6x Porto galten, weiß ich nicht. Vorderösterreichische Post zur Reichspost bei Memmingen? Das müssen andere klären ...
Liebe Grüsse vom Ralph

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28

Wednesday, February 5th 2014, 7:50pm

Hallo Filigrana

Leider kann ich auch nicht viel helfen.

Zu die Taxierung kann ich nur sagen dass 6 Kreuzer CM für ein einfacher Brief galt nach Tarifperiode ab 1750 für Briefe nach Vorderösterreich. Hier war Taxis den ganzen weg ab den Kirchenstaat für die Postbeförderung zuständig. Was der Absender in Bologna (Kirchenstaat) bezahlt hat kenne ich nicht.

Begriffe wie franco/francato war auch bei Gütersendungen benutzt und hat also nicht immer mit die Briefbeförderung zu tun.

Ein schöner Brief :)

Viele Grüsse
Nils
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

29

Wednesday, February 5th 2014, 9:53pm

Vielen vielen dank euch zwei!
F.
:)
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This post has been edited 1 times, last edit by "Filigrana" (Feb 7th 2014, 6:35pm)


30

Friday, February 7th 2014, 6:31pm

Hallo,

möchte euch erstmals bitten um die
Ganze Adresse zum entziffern.


Herren Nicolaid zum Stein &
Vincentio ???

unten ??? b 536:36x

?.............................? in
Landhaus

Stift Kemptnu
Danke F.
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31

Friday, February 7th 2014, 6:39pm

Hallo Filigrana,

"Den Herren den Herren Nicolaus Zum Stein und Vincent in ??? unter ??? florin 536 : 36 x (Florin = Gulden, x = Kreuzer) Logierend dermallen im Landhaus Stifft Kempten

Leider ist der Scan nicht gut - du kannst mit 300 dpi scannen und bis 600 kb übertragen - dann wird es lesbarer.
Liebe Grüsse vom Ralph

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32

Friday, February 7th 2014, 9:01pm

Danke schön BK! :)



Möchte gern noch paar Beläge von
Königliches - bayerisches Zollamt zeigen.

LG F
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33

Friday, February 7th 2014, 9:05pm

.......
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34

Friday, February 7th 2014, 10:26pm

Hallo Filigrana,

das sind schöne Zollbelege, von denen ich auch einige in meiner Zollsammlung habe. Hat zwar mit der Post wenig zu tun, aber die Warensendungen geben Aufschluss über die Verhältnisse des Handels der damaligen Zeit.
Liebe Grüsse vom Ralph

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35

Friday, February 7th 2014, 10:45pm

Ja,

wenn ich Glück hab, finde
vielleicht passende Briefe in diese Sammlung zur diese Belege.

Von Gebrüder Bischofs sind mehrere
Briefe vorhanden.

LG F
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W. v Humboldt

36

Saturday, February 8th 2014, 10:45pm

Hallo.



Brief aus Bologna nach Memmingen.
(Gezeigt 5.2. 2014)


Der Absender hat erwähnt das die Lira
stieg um 25 Prozent. Wollte gern verstehen um welchen Kurs sich es
damals handelte. Hoffentlich liegt meine Recherche richtig und kann
es jemand bestätigen.


1753 hat sich Bayern dem 20-Guldenfuß
angeschlossen, Kenventionsfuß .

1754 verschlechtert Bayern unter
Kurfürst Maximilian Joseph den Konventionsfuß von 1753 in einen 24
– Guldenfuß.


Vor 1754:

1 Lira = 12 Xr.


Ab 1754:

1 Lira = 1Fl. Und 3 Xr.


(1 Konventionsgulden = 1 Fl. 15 Xr.(bayrisch); (eigentl. 1 Fl. 12 Xr.)
LG F.
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37

Sunday, February 9th 2014, 9:03am

Hallo Adriana,

da kann etwas nicht stimmen - wenn man vom 20 auf den 24 Gulden Fuß kommt, hat man eine Verschlechterung von 20%.

Wenn vorher 1 Lira = 12x war, kann bei 20%iger Verschlechterung danach 1 Lira nicht 1 Gulden und 3x wert gewesen sein, weil das 63x waren und somit eine Verschlechterung (Verteuerung) von über 400% vorliegen würde.
Liebe Grüsse vom Ralph

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38

Sunday, February 9th 2014, 10:18am

Hallo die Runde

Die Verschlechterung kam etwas später, in 1776.

  • Der österreichisch-bayrische Konventionsfuß von 1753 legt einen 20-Guldenfuß (13⅓-Talerfuß bzw. 10-Talerfuß für den Konventionstaler) fest. 1 Reichs- (Kaiser-) oder Konventionsgulden = 11,693g Feinsilber (als Basis dient die Wiener-kölner Mark zu 233,87g). Der Konvention treten später bis 1763 der bayrische, schwäbische, ober- und niederrheinische Kreis sowie der Kurfürst und die Herzöge von Sachsen bei.
    Der 24-Guldenfuß von 1776 ist eine Modifikation des 20-Guldenfußes gewesen, indem nur der (süddeutsche) Gulden einen geringeren Wert erhält. Er wird von Bayern und den benachbarten Staaten angenommen und gilt bis zum Abschluss der Münzkonvention unter den Zollvereinsstaaten in Bayern, Württemberg, Baden, Hohenzollern, Großherzogtum Hessen, Nassau, Koburg und Meiningen. Dagegen bleiben Österreich, Sachsen und Braunschweig-Wolfenbüttel bei dem älteren Konventionsfuß.


Viele Grüsse
Nils
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39

Sunday, February 9th 2014, 11:17am

Hallo Nils,

danke für die Richtigstellung - aber du wirst mir zustimmen, dass die prozentualen Veränderungen nicht bei über 400% gelegen haben können, wenn man deine koportierten Zahlen zugrunde legt.
Liebe Grüsse vom Ralph

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40

Sunday, February 9th 2014, 11:54am

Hallo bayern klassisch

Ich stimme dich zu. 400 % Verschlechterung kann nicht richtig sein.


Aber eine 25 % Verschlechterung wie Filigrana nennt, hat ja ab und zu passiert. Zum Beispiel bei grosse Silberfunde sind es so viel Silber auf den Markt gekommen dass den Wert gegenüber Gold so verschlechtert geworden ist dass man den Silberwert korrigieren musste. Wie man das und wenn man das gemacht haben kenne ich leider weniger als gewünscht.
Die Zuflüsse von Silber aus Amerika war also bestimmend wie viel Silber in Europa wert waren.
Alles ganz Kompliziert finde ich :(

Viele Grüsse
Nils
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