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1870/71

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1

Sunday, February 6th 2011, 8:04pm

Bayern - Württemberg

Liebe Freunde,

wer erklärt mir anhängenden Brief vom 30.5.1850 nach Ellwangen. Die Entfernung Feuchtwang-Ellwangen beträgt etwa 4,5 Meilen. Rückseitige Taxe von 3 Kr. entspricht der innerbayerischen Tarifperiode ab 1.7.1849, aber Württemberg war doch Ausland. Bin auf Eure Antworten sehr gespannt!

Gruss
1870/71
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2

Sunday, February 6th 2011, 8:17pm

Lieber 1870/71,

ein schöner und seltener Brief. Es war nur ein Franko nötig, weil die bayer. Post ihn in den Zielort fuhr und der württembergischen Post von der Kutsche lud.

In dem 1. PV Bayerns mit Württemberg von 1809 wurden einige Orte aufgeführt, bei denen so verfahren wurde und zwar hin und her (Isny, Bopfingen, Ulm, Nördlingen usw.).

Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

1870/71

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3

Monday, February 7th 2011, 7:54am

Lieber Bayern klassisch,

wärst Du so nett und schickst mir einen Scan der Passage des 1809er Postvertrages mit der Aufstellung der Postorte, die Bayern befuhr.

Gruss
1870/71

4

Monday, February 7th 2011, 8:22am

Hallo 1870/71

Ich habe bei DASV nachgeschaut, aber hier war der Vertrag nicht.
Meine aber dass es in Helbigs Postgeschichte zu finden ist.

Anderseits, die Wirklichkeit in 1809 war nicht die Wirklichkeit in 1849 oder 1829 gleich. Die Grenzübergange hat sich im Laufe der Zeit sich etwas hin und her verschoben. Ob es eine genaue Aufstellung darüber gibt, hätte ich auch den gern gehabt. Glaube aber nicht dass es so noch gibt.

Viele Grüsse
Nils
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

5

Monday, February 7th 2011, 5:22pm

Hallo

§ 4a im Vertrag 1809 ist diese "Auswechslungspunkte und Course" genannt:

Blaufelden - Langenburg + Mergentheim
Hall - Crailsheim + Kirchberg
Ellwangen - Dinkelsbühl
Giengen - Nerenstetten + Tischingen + Dillingen
Göppingen - Geisslingen
Ulm - Ehingen + Laupheim
Memmingen - Ochsenhausen + Wurzach
Wolfegg - Ravensburg + Leutkirch
Holzleuthen - Wangen + Kempten + Leuthkirch

Alles von Helbigs Buch Postgeschichte geholt.

Viele Grüsse
Nils
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

6

Tuesday, February 8th 2011, 4:54pm

@1870/71

Die Passage aus dem Postvertrag von 1809 war im Jahr darauf schon wieder Makulatur, weil Bayern damals umfangreiche Gebiete an Württemberg abtrat. Dazu gehörten Crailsheim, Kirchberg, Geislingen, Ulm, Leutkirch, Wangen, Ravensburg, Buchhorn (Friedrichshafen).

Außerdem wurde dieses Verfahren bei fast jeder neuen Postanstalt, die in Grenznähe eröffnet wurde so angewandt.
Es ist besser die postgeschichtlichen Zusammenhänge zu kennen, als irgendwelche Listen zu veröffentlichen.

Gruß

wuerttemberger

Ein schönes Beispiel ist die Jacob Mayer Korrespondenz aus Nördlingen
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Sie haben mich nicht nur nicht eingeladen, ich habe auch abgesagt.

Joachim Ringelnatz

1870/71

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7

Tuesday, February 8th 2011, 5:32pm

Hallo wuerttemberger,

kann ich also meinen Brief dahingehend interpretieren, dass Bayern die Post nach und über Württemberg über die Grenze hinweg bis zur nächsten württembergischen Postanstalt beförderte und dafür das gesamte Franco ungeteilt erhielt?

Gruss
1870/71

8

Tuesday, February 8th 2011, 5:58pm

@1870/71

Ja, aber das galt auch in die andere Richtung :)

Gruß
wuerttemberger
Sie haben mich nicht nur nicht eingeladen, ich habe auch abgesagt.

Joachim Ringelnatz

9

Tuesday, February 8th 2011, 6:42pm

Liebe Sammlerfreunde,

am seltensten sind Briefe zwischen diesen Grenzpoststationen. Sie kosteten in der Regel nur 2 Kreuzer Porto, bzw. Franko.
Hier zwei Beispiele:
Ellwangen (Württemberg) nach Dinkelsbühl (Bayern) vom 9.8.1851. Empfänger bezahlte 2 Kreuzer Porto.
Nördlingen (Bayern) nach Bopfingen (Württemberg) vom 6.2.1850. Absender bezahlte 2 Kreuzer Franko. In Bopfingen fiel für den Empfänger der für Bopfingen übliche Bestellkreuzer an.

Beste Grüße von VorphilaBayern
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10

Thursday, February 10th 2011, 2:12pm

Liebe Sammlerfreunde,

weitere zwei Briefe möchte ich zeigen:
Portobrief von Ellwangen nach Dinkelsbühl vom 7. Mai 1827, sowie Frankobrief von Dinkelsbühl nach Ellwangen vom 10. März 1820, jeweils mit einer Taxierung von 2 Kreuzer.

Beste Grüße von VorphilaBayern
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11

Thursday, February 10th 2011, 2:22pm

und noch drei unfrankierte Briefe mit 2 Kreuzer Porto:
Aus Maria Kappel in Crailsheim aufgegeben nach Dinkelsbühl vom 17. Mai 1839.
Aus Fellheim in Memmingen aufgegeben nach Biberach vom 7. Mai 1819 und aus Rothenburg ob der Tauber nach Kirchberg vom 17. Juli 1829.

Beste Grüße von VorphilaBayern
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12

Thursday, February 10th 2011, 2:39pm

Lieber VorphilaBayern,

7 Briefe zwischen diesen Postgebieten mit 2 Kr. Franko bzw. Porto - wow, wer kann das noch zeigen?

Ich muss mal schauen, ob ich überhaupt einen habe.

Danke fürs Zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse vom Ralph

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13

Thursday, February 10th 2011, 5:15pm

Lieber bayern klassisch,

herzlichen Dank für Ihre Einschätzung.
Mein schönster "2 Kreuzer Beleg" ist folgender:
Barfrankierter zweimal gelaufener (11.3. - und 7.4.1850) Brief von Feuchtwangen nach Crailsheim, bei dem der Absender jeweils 2 Kreuzer bei der Briefaufgabe bezahlte.
Es gibt auch "schwerere Briefe". Hier ein barfrankierter Brief in der dritten Gewichtsstufe (über 1 bis 1,5 Loth) ebenfalls von Feuchtwangen nach Crailsheim vom 26.11.1847. Hier bezahlte der Absender bei der Briefaufgabe 4 Kreuzer.

Beste Grüße,
VorphilaBayern
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14

Thursday, February 10th 2011, 5:37pm

Lieber VorphilaBayern,

ein Brief besser als der andere. Da muss ich mich sehr strecken als Feld-, Wald- und Wiesensammler, um auch nur einigermassen mithalten zu können.

Leider habe ich nur einen Brief mit einer 2 Kr. Rate aufzuweisen - und der ist noch ohne Datum. Er lief von Illertissen nach Laupheim.

Aus Immenstadt zeige ich eine Parteisache mit 8 Kr. frankiert nach Isny vom 6.4.1835, welche wohl interne Probleme bereitet, weil man sie erst am 10.4.1835 zur Post gab. Bayern erhielt das Franko ungeteilt, aber die Bestellung in Isny kostete den Empfänger 1 Kr..

Ein Pendant zeigt der Brief aus Rosenheim nach Isny, jetzt porto versandt. Er wurde mit 8 Kr. taxiert, die Bayern allein zustanden und weist ebenfalls einen Bestellgeldkreuzer auf, so dass total 9 Kr. fällig wurden.

Am 14.4.1840 fuhr die bayer. Postkutsche von Augsburg über Nördlingen nach Bopfingen. Der Absender hatte 4 Kr. gezahlt, aber das Bestellgeld von einem Kreuzer in Bopfingen konnte er nicht voraus entrichten.

Last but not least ein Chargébrief aus Nürnberg vom 11.3.1833 "Nach Abgang" nach Crailsheim, für den der Absender nichts zahlen wollte, außer der Chargégebühr i. H. v. 4 Kr., so dass der Empfänger 12 Kr. Porto und 1 Kr. Bestellgeld berappen konnte.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
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Liebe Grüsse vom Ralph

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15

Tuesday, February 15th 2011, 9:38pm

Lieber bayern klassisch,

sehr schöne Briefe zeigen Sie uns hier. Herzlichen Dank.

Drei weitere Briefe zwischen Grenzpoststationen möchte ich zeigen:

Portobrief per Einschreiben (innen steht mit 1 Beilage) von Ellwangen nach Dinkelsbühl mit Portovermerk 6 Kreuzer (= zwischen 2 - und 2 1/2 Loth schwerer Brief). Der Brief ist vom 18. November 1827.

Parteisache von Dinkelsbühl nach Ellwangen vom 10. Januar 1848 mit Portovermerk 3 Kreuzer (= 1/2 - bis 1 Loth schwer).

Portobrief von Dinkelsbühl nach Ellwangen vom 29. September 1830 mit Portovermerk 3 Kreuzer, plus Bestellgeld 1 Kreuzer.

Beste Grüße von VorphilaBayern
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16

Tuesday, February 15th 2011, 9:51pm

Lieber VorphilaBayern,

an die kommen meine nicht heran. Die beiden oberen sind einfach traumhaft und ergeben eine perfekte Seite!

Danke fürs zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse vom Ralph

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17

Wednesday, March 16th 2011, 4:59pm

Liebe Freunde,

der folgende Brief, hier mit postgeschichtlicher Beschreibung, zeigt, dass der Postverein ein Segen für Bayern war und ein Fluch für TT bzw. Württemberg war. Württemberg trat erst zum 1.9.1851 dem DÖPV bei. Dieser Brief wurde in Ulm am 20.4.1851 geschrieben und hätte als Frankobrief daher mit 2 Taxen belegt werden müssen. Der Absender überquerte die Donaubrücke und zahlte nur 3 Kr. für innerbayerische Briefe bis 1 Loth (statt eines mehrfachen für Briefe bis 1/2 Loth).

Ulmer Briefe mit Neu-Ulmer Postaufgabe sind nicht selten, vermutlich gibt es Hunderte davon. Aber die vom 1.7.1850 bis zum 31.8.1851 sind etwas gesuchter und werden, wenn sie schön sind, von mir gerne genommen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
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18

Friday, April 22nd 2011, 6:34pm

Liebe Sammelfreunde

ein Beleg, wo ich denke dass er hier richtig ist, nahm ich heute noch mit.
Geschrieben am 14.Juli 1841 in Fürth und am Folgetag aufgegeben. Seine Reise ging nach Ludwigsburg. Zu den Taxen kann ich nicht viel sagen, denke jedoch 10 Kreuzer für Bayern + 4 Kreuzer für Württemberg. Ob der lange Strich der Bestellkreuzer ist - keine Ahnung..... :(

Ich fand den Brief einfach hübsch anzusehen...

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf

P.S. Siegelseitig ist leider nichts....
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19

Friday, April 22nd 2011, 6:55pm

Lieber Magdeburger,

ein hübscher Brief - 6 Kr. für Bayern (oben mit Tinte) und 4 Kr. für Württemberg, damals unter TT - Regie, ergab die Summe von 10 Kr.. Botenlohn ist nicht vermerkt, also hat man die Post im Lokal abgeholt.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse vom Ralph

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20

Sunday, June 26th 2011, 2:08pm

Feuchtwangen - Kirchberg und retour

Liebe Freunde,

folgender Brief fiel mir in Speyer in die Hände.



Das Datum ist leider nicht ersichtlich, er müsste aber um 1840 gelaufen sein. Die Postaufgabe erfolgte in Bayern am ?.6.184? und gerichtet war er nach Roth am See, Oberamtsgerich Langenburg. Der Absender zahlte 2 Kr. für Bayern und 2 Kr. für Württemberg, die siegelseitig vermerkt wurden. Für die Bestellung wurde ein weiterer Kreuzer fällig, der mit Rötel notiert wurde.

Hier die heutige Innenseite.



Nun erfolgte die Rücksendung von Kirchberg an der Jagst aus, kostete aber 3 Kr. bis zur bayer. Grenze, die mit Rötel notiert wurden. Bayern schrieb sich 2 Kr. an, so dass das Postporto 5 Kr. betrug. In Feuchtwangen wurde nun für die Bestellung ein weiterer Kreuzer fällig, so dass wir auf 6 Kr. für den Empfänger des Portobriefes kommen.

Vlt. kann mir einer erklären, warum bei gleichem Gewicht einmal 2 und einmal 3 Kr. für Württemberg fällig wurden?

Liebe Grüsse von bayern klassisch
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