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Michael

Administrator

Posts: 2,659

Location: Bergisches Land

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101

Saturday, July 20th 2019, 10:36pm

Teilfrankiert

Liebe Freunde,

hier ein etwas ungewöhnlicher Paketbegleitbrief von ca. 1859 aus Pathe (heute poln. Płoty) nach Gambrin bei Ueckermünde. Verschickt wurde eine Schachtel in weißer Leinwand mit einem Gewicht von 25 Loth. Der Begleitbrief wog 1 6/10 Loth. Die Entfernung zwischen den beiden Orten betrug rund 11 Meilen, entspricht der 3. Progressionsstufe des innerpreußischen Fahrposttarifs. Frankiert wurden 4 Sgr. (Ganzsache U12 + Mi.Nr. 11).



Für das Paket fiel der Mindesttarif der 3. Progressionsstufe in Höhe von 4 Sgr. an. Begleitbriefe waren nur bis 1 Loth Gewicht portobefreit, für diesen Brief fielen 4 Sgr. (10-20 Meilen, 2. Gewichtsstufe) an. Diese zusätzlichen 4 Sgr. wurden nicht vom Absender bezahlt, so dass Brief & Paket mit einer Portobelastung von 4 Sgr. auf die Reise gingen und dieser Betrag von der Empfängerin zu zahlen war.
Teilfrankaturen waren im Preußischen Postregulativ für inländische Sendungen nicht vorgesehen.
Auffällig noch die deutlich kleinere "7" beim rückseitig angebrachten Paketzettel.

Gruß
Michael
Preußen mit Transiten

Klesammler

Experte

Posts: 1,150

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Occupation: habe ich (noch)

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102

Saturday, July 20th 2019, 11:03pm

Hallo Michael,

ein interessanter und schöner Brief. Da sieht man: auch in Preußen ging alles genau nach Vorschrift.

beste Grüße

Dieter

Posts: 22,938

Location: Südhessen

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103

Sunday, July 21st 2019, 7:59am

Lieber Michael,

warum ist der Ankunftsstempel vorderseitig abgeschlagen worden? War der Brief so am Paket befestigt worden, dass man ihn nicht "drehen" konnte?
Liebe Grüsse vom Ralph

Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

Posts: 1,291

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Occupation: Dipl. Ing., Dozent

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104

Sunday, July 21st 2019, 9:49am

viele Grüße
Erwin W.
preussen_fan

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105

Sunday, July 21st 2019, 10:06am

Lieber Erwin,

vielen Dank - war mir entgangen. Also vorne den AK - Stempel, aber hinten wurde auch gestempelt, schon etwas verwirrend für einen kleinen Bayernsammler wie mich.

Gut, dass ich ich "nur" Briefpost sammle. :)
Liebe Grüsse vom Ralph

Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

Michael

Administrator

Posts: 2,659

Location: Bergisches Land

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106

Sunday, July 21st 2019, 12:35pm

Lieber Ralph,

der Vorgang war eigentlich klar strukturiert:
Zunächst wurde der Begleitbrief zugestellt und erhielt hierbei den rückseitigen Ausgabestempel, wie alle ausgelieferten Briefe. Dann ging der Empfänger mit diesem Brief zur Packkammer und erhielt dort gegen Vorlage des Begleitbriefes sein Paket ausgehändigt. Die Paketausgabe wurde dann mit einem vorderseitigen Stempelabschlag der Packkammer dokumentiert.
Manche Packkammern wollten dies anscheinend noch auffälliger dokumentieren (aus der Briefvorderseite befand sich ja schon ein normaler Schwarzer Aufgabestempel) und verwendeten hierfür rote Stempelfarbe. Dies entsprach zwar nicht den Vorschriften, da der Brief aber mit der Paketausgabe endgültig den Postlauf verließ, störte dies nicht weiter.

Anmerkung zu dem kleinen Paketaufgabezettel: Der Zettel entspricht der Type 04 b von Bruns [1] mit schlechtem Druck und verschieden großen Ziffern. Diese Type kam nur im Bereich der OPD Stettin vor, passt also zum Aufgabeort Plathe.

Gruß
Michael

[1] Wigand Bruns: Altdeutschland-Fahrpostbriefe 1824-1874
Preußen mit Transiten

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Occupation: Privatier

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107

Sunday, July 21st 2019, 12:42pm

Lieber Michael,

vielen Dank für die Aufklärung. :)
Liebe Grüsse vom Ralph

Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus