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Sunday, March 4th 2012, 8:07pm

1.7.1806-31.12.1808 Bayern - Tirol

Hallo Freunde

Ich fange den Themaordner zu die erste "richtige" bayerische Zeit in Tirol mit Briefe aus Bayern nach Tirol oder umgekehrt. Jetzt ist die Währung in Tirol Kreuzer Rheinisch.

Briefe aus Bayern nach Tirol werden wie Inlandbriefe behandelt, nach österreichischen Muster mit Halbporto und Halbfranko. Deswegen war der Portoanteil gleich ob der Brief aus Innsbruck oder Augsburg stammten bei Briefe nach Tirol, und umgekehrt war den Frankoanteil immer gleich ob der Brief nach Augsburg oder nach Innsbruck von Tirol aus. Für ein einfacher Brief bis 1/2 Loth kostete 10 Kreuzer Halbporto/Halbfranko.
Ein Halbfranko/Halbporto Gebührenstruktur gab es aber nicht in Bayern selbst. Hier war bis 1. Juli 1808 immer noch den taxischen Gebührensystem tätig. Und wert zu nennen ist das es deswegen auch nicht möglich war die Briefe entweder ganz franko oder ganz porto zu schicken. Diese Möglichkeit kam erst ab 1. Juli 1808 wenn Bayern die Staatspost in beiden Gebiete eingeführt hatte. Es war aber in Tirol immer noch ein österreichischer Gebührensystem.

Es ist höchste Zeit ein Beispiel zu zeigen.

Hier ein einfacher Brief aus Augsburg nach Bozen, in Mai 1808* abgeschickt. Der Absender hat für die Strecke nach Füssen wie immer 4 Kreuzer Rheinisch bezahlt. Der Empfänger musste dann 10 Kreuzer Rh bezahlen was vorne mit Rötel vermerkt war. Im vergleich mit der alte Taxierung, war es jetzt für den Empfänger eine 9 Kreuzer Begünstigung.

* Obwohl Bayern ab 1.3. die Posthoheit vertraglich übernommen hatte in Bayern, war die Durchführung erst 1.7. abgeschlossen bei Briefe zwischen Bayern und Tirol. Hierzu gibt es immer noch viele Fragen die wir hoffentlich beantworten können wenn Helbigs neue Tirolbuch kommt.

Viele Grüsse
Nils
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Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

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Monday, March 5th 2012, 4:19pm

Hallo Freunde

Ein Übergang von einem Tarif zu einem anderen ist nicht immer einfach. Besonders wenn es auch sonst viel los ist.

2. August 1806, also nur einen Monat nachdem der neuen Tarif gültig war, hat man von Augsburg nach Menz in Bozen einen Brief geschickt. Der Brief war schon 4. August angekommen, so irgend einen Verspätung darf es hier nicht sein, ganz im Gegenteil.
Was eher ungewöhnlich war, war dass es ein rekommandierter Brief war, was man hier nicht so oft sieht. Wie viel man für einen Rekommandation bezahlen musste weiss, ich nicht. Aber wenn der Brief einen Normalbrief war, kostet es 14 Kreuzer Rh weil es hier 18 Kreuzer franko rückseitig vermerkt ist. Ein Fehler???
Auf jeden Fall hat man in Bozen einen Fehler gemacht, weil der Brief als Auslandsbrief durchgeschlüpft war. Daher musste der Empfänger 19 Kreuzer Rh bezahlen statt die normale 10 Kreuzer.

Obwohl Augsburg erst in März 1806 bayerisch geworden war, sollte man wohl in Tirol wissen dass es nicht ein Auslandsbrief war, wenn aus Augsburg.

Viele Grüsse
Nils
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Tuesday, March 6th 2012, 10:41am

Hallo Bayern-Nils,

hierzu zwei Briefe aus dieser Zeit:
Brief aus Nürnberg vom 18. August 1806 (Freie Reichsstadt - ab 15. September 1806 zu Bayern),
in Weissenburg (Bayern) aufgegeben, nach Bozen (ab Febr. 1806 zu Bayern - ab 1.9.1809 zum
Kgr. Italien). Bei der Briefaufgabe bezahlte der Absender10 Kreuzer. Der Empfänger bezahlte
19 Kreuzer Porto. Brief aus Augsburg nach Bozen vom 18. Juni 1808. Der Absender bezahlte
4 Kreuzer bei der Briefaufgabe und der Empfänger 10 Kr. Porto.

Beste Grüße von VorphilaBayern
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Tuesday, March 6th 2012, 10:59am

Hallo VorphilaBayern

Zwei gute Briefe :)

Jetzt haben wir zwei Briefe die nach 1.7.1806 "falsch" taxiert waren. Ob meine Quellen falsch sind, oder ich was missverstanden habe, will ich jetzt nicht feststellen. Es kann aber auch sein dass man die neue Taxen noch nicht geachtet hatten. Wenn wir ein "richtig" taxierten Brief finden konnte?

nach Bozen (ab Febr. 1806 zu Bayern - ab 1.9.1809 zum
Kgr. Italien)
Hier liegst du wohl einen Jahr falsch. Den Grenzgang war erst in Juni 1810 zwischen Italien und Bayern. Die italienische Tarife kam erst 1.9.1810.

Danke fürs Zeigen :)

Viele Grüsse
Nils
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

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Sunday, March 18th 2012, 4:46pm

Hallo Freunde

Wie wir gesehen habe, waren die bayerische Briefe in Tirol mit 10 Kreuzer für den Empfänger zu bezahlen. Nachdem Bayern die Taxische Postverwaltung und Betried in ganz Bayern übernommen hatte, konnte man vielleicht erwarten dass es jetzt ein einheitlichen Gebührsystem kommen würde. Aber nein. Es war auch nach den 1. Juli 1808 zwei verschiedenen Gebührgebiete in Bayern getrieben.

So der Empfänger in zB Trient musste immer noch die 10 Kreuzer für den Postgang durch Tirol bezahlen bei Portobriefe. Eine Änderung ist aber gekommen - der Halbfranko/Halbporto System war nicht abgeschafft. Jetzt war es aber auch möglich entweder Porto oder Franko zu schicken. Somit gibt es auf Portobriefe zwei Taxen zu sehen, die Beiden von Empfänger zu bezahlen waren.

Dieser Brief aus Feldkirch ist in November 1808 nach Trient geschickt, und als reiner Portobrief. Hier musste der Empfänger dann 6 Kreuzer für die Bayerische Strecke nach Tirol bezahlen und 10 Kreuzer für die Tiroler Strecke, insgesamt 16 Kreuzer Rh.


Viele Grüsse
Nils
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Sunday, May 24th 2015, 6:31pm

Hallo Freunde

Ich zeige hier einen Brief der in Valresa in Süd-Tirol geschrieben war und nach Roveredo gebracht war. Es war 10. November 1806 und den Tal war eben bayerisch geworden. Zwischen Roveredo und Valresa gab es keine postalische Verbindungen die vom Staat betrieben war. Ob es hier ein Botendienst gab, weiss ich leider nicht. So ob jemand das bestätigen kann oder bestätigen dass es kein gab würde es mir interessieren.
Wenn nicht mit Bote gebracht, dann irgendwie Privat nach Roveredo gebracht.

Rückseitig vermerkt ist Attenda pronta risposta - Warten prompte Antwort. Vielleicht hat der Briefbringer auf die Antwort gewartet.

Viele Grüsse
Nils
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Thursday, March 3rd 2016, 9:25pm

Liebe Sammlerfreunde,

hierzu folgender Brief:
Brief aus München nach Bozen vom 2. April 1808. Der Absender bezahlte
bis zur Bayrisch Tiroler Grenze 6 Kreuzer Franko und der Empfänger
10 Kreuzer Porto.

Beste Grüße von VorphilaBayern
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Friday, November 18th 2016, 9:49am

Liebe Sammlerfreunde,

hierzu folgender Brief:
Brief aus Kufstein (Bayern - Tirol) vom 16. Dezember 1808, der nach Rattenberg
in Tirol (Bayern - Tirol) gebracht - und dort aufgegeben wurde. Leitvermerk "per
Innsbruck und Reute". Anfangs wurden 19 Kreuzer angeschrieben (Auslandstarif
in Tirol). Dies wurde dann in "4" Kreuzer geändert. Der Empfänger bezahlte in
Kempten 4 Kreuzer Porto. Erst am 6. Januar 1809 kam der Brief beim Empfänger
an.

Beste Grüße von VorphilaBayern
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Saturday, December 10th 2016, 2:17pm

Liebe Sammlerfreunde,

hierzu folgender Brief:
Brief aus Innsbruck vom 26. Juli 1806 nach Kempten. Der Absender bezahlte
10 Kreuzer Franko bei der Briefaufgabe (nicht angeschrieben). Zuerst wurden
10 Kreuzer Porto angeschrieben, die in 4 Kreuzer geändert wurden, die der
Empfänger in Kempten als Porto bezahlte.


Beste Grüße von VorphilaBayern
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Saturday, December 31st 2016, 12:07pm

Liebe Sammlerfreunde,

hierzu folgender Brief:
Brief aus Bozen (Bayern - Tirol) vom 10. Juni 1808 nach Kempten (Bayern).
Der Absender bezahlte 10 Kreuzer Franko bei der Briefaufgabe (nicht angeschrieben).
Zuerst wurden 10 Kreuzer Porto angeschrieben, die in 4 Kreuzer geändert wurden, die
der Empfänger in Kempten als Porto bezahlte.


Beste Grüße von VorphilaBayern
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Monday, March 27th 2017, 5:12pm

Liebe Sammlerfreunde,

hierzu folgender Brief:
Gebührenfreier Dienstbrief, 1 Loth schwer, vom Appellationsgericht in Innsbruck (Bayern - Tirol) vom 15. Januar 1808 an das Richteramt Schöneck zu Ehrenburg (Bayern - Tirol). Präsentiertvermerk vom 11. Februar 1808.

Beste Grüße von VorphilaBayern
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Monday, March 5th 2018, 3:58pm

Liebe Sammlerfreunde,

hierzu folgender Brief:
Frankobrief (rückseitig 10 Kreuzer rh. Franko) von Nürnberg (Kgr. Bayern)
nach Dornbirn (Vorarlberg - Kgr. Bayern) vom 10. Oktober 1807. Der
Brief lief über Lindau und Bregenz nach Hohenems (alle Kgr. Bayern)
und von dort mit einen Boten nach Dornbirn, der dafür 2 Kreuzer rh.
Botenlohn vom Empfänger kassierte.


Beste Grüße von VorphilaBayern
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Tuesday, May 28th 2019, 1:11pm

Liebe Sammlerfreunde,
hierzu folgender Brief:
Brief aus Hohenfurch vom 20. September 1806 (Kgr. Bayern), der in das 7 Km entfernte Schwabbruck
(seit 15.4.1806 zum Kgr. Bayern - zuvor Vorderösterreich / Unterstellung "Tiroler Postgeneralat Innsbruck",
ab 1.10.1806 Unterstellung "K.B. Oberpostamt Bregenz", ab 7.6.1808 Unterstellung Oberpostamt Augsburg;
am 15.8.1811 aufgehoben und nach Schongau zur dortigen Briefsammlung verlegt) gebracht und dort aufge-
geben wurde. Vermerk "frei Füssen 1/2". Nach dem österreichischen Halbfrankosystem in Tirol und Vorarlberg
bezahlte er in Schwabbruck 10 Kreuzer rh. (nicht angeschrieben); bei der Briefaufgabe. Von Füssen bis Kempten
fielen 3 Kreuzer rh. Porto für den Empfänger an.
Von Schwabbruck sind keine postalischen Briefvermerke bekannt. Auch gibt es keinen Stempel.
Ein absoluter Knallerbeleg aus der kurzen Zeit als Schwabbruck zum "Tiroler Postgeneralat
Innsbruck" und damit
zu Tirol gehörte (15.4.1806 bis 30.9.1806) ! !


Beste Grüße von VorphilaBayern
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Tuesday, May 28th 2019, 3:05pm

Lieber Hermann,

ich weiß aus der Ferne nicht, ob der Brief riecht, aber mich dünkt, der riecht sehr stark nach Unikat ... :D
Liebe Grüsse vom Ralph

Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus