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81

Sunday, February 26th 2017, 7:47pm

Lieber Erwin,

bei der Attraktivität kann ich deinen Aktionistmus gut nachvollziehen. DAS wird mal eine tolle Seite! :P
Liebe Grüsse vom Ralph

Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

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82

Friday, March 17th 2017, 3:07pm

liebe Sammlerfreunde,
bei folgendem Paketbegleitbrief kann ich das Porto nicht nachvollziehen. Er wurde am 1.11.1826 mit einem Paket von Berlin nach Prenzlau versandt.
Gewicht = 1¾ Pfund = 2. Stufe
Entfernung = 12,5 Meilen = 3. Stufe
Portoberechnung:
2 x 3 x 3Pfg. = 18Pfg. Hier wird jetzt das Briefporto angewandt, welches bis 4 Pund das zweifache Briefporto beträgt:
2 x 3 Sgr. = 6Sgr.
Auf dem Brief hat der Beamte zunächst 9Sgr. errechnet, dann aber gestrichen und 15 ausgeworfen. Auf die 9 oder 15 könnte ich kommen, falls die Angabe links oben auf dem Brief eine höhere Loth-Angabe sein sollte als ein einfacher Brief. Um auf 9 bzw. 15 zu kommen, müsste das Gewicht des Paketbegleitbriefes betragen:
bei 9Sgr. ¾ bis 1 Loth = 1 ½ facher Portosatz
bei 15Sgr. 1 ½ bis 2 Loth = 2½ facher Portosatz
Wer hat eine Idee?
Übrigens befindet sich auf der Rückseite ein Rechteck-Zahlenstempel 9., der in Berlin abgeschlagen wurde und den Lagerort des Pakets angab.
beste Grüße
preussen_fan
Erwin W.
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  • Paketbegleitbrief-EkIa-BERLIN-1 11 3-4- mit Zahlenstempel 9 nach Prenzlau.jpg
  • Paketbegleitbrief-EkIa-BERLIN-1 11 3-4- mit Zahlenstempel 9 nach Prenzlau Rückseite.jpg
viele Grüße
Erwin W.
preussen_fan

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83

Friday, March 17th 2017, 6:47pm

Hallo Erwin

ist der Beleg aus 1836?

Ist wahrscheinlich egal. Der Brief wog 7/8 Loth und damit war er schwerer als unter 3/4 Loth und da dass Mehrgewicht berechnet wurde, käme neben dem Fahrpost-Tarif auch noch das einfache Briefporto für den Begleitbrief dazu. Dies wären auch die zuerst notierten 9 Sgr.
Wenn es jedoch eine Actensendung war, dann passen auch 15 Sgr., da dann 12 Sgr. für das Paket (4fache Brieftaxe) anzusetzen wären. Auch die Mehrkosten für den Brief bleibt.

N.B. es wurden nur die vollen Pfunde berechnet, also hier nur 1 Pfund - es wurde nicht aufgerundet!

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf

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84

Saturday, March 18th 2017, 5:57pm

lieber Ulf,
danke für deine Antwort. Du fragst, ob der Brief von 1836 stammt. Ich habe den Briefinhalt beigefügt. Unter dem Text steht das Datum. Was liest du?
Ich schreibe noch mal die Portoberechnung hin, ob ich sie jetzt richtig verstanden habe:
Wegen des geringen Gewichts wurde die doppelte Brifgebühr verlangt. Außerdem fiel für die überschießenden Loths noch mal das einfache Briefporto an, so dass insgesamt 3faches Briefporto zu begleichen war, also 3 x 3 Sgr. = 9 Sgr. (für die dritte Entfernungsstufe)
Wenn in dem Paket Schriften versandt wurden, wurde das 4fache Briefporto berechnet + der schwerere Begletbrief macht 5 x 3 Sgr., also besagte 15 Sgr.
Hätte dann nicht ein Vermerk auf dem Brief sein müssen, dass Akten versandt wurden?
beste Grüße
Erwin W.
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viele Grüße
Erwin W.
preussen_fan

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85

Sunday, March 19th 2017, 8:13am

Guten Morgen Erwin

also jetzt noch mal langsam:
Leichte Pakete kosteten mindestens die doppelte Brieftaxe. Nach Gewicht wurde nur die angegebenen Pfunde berücksichtig, also ohne die x Loth-angaben. Bei mehreren Paketen wurde das Gesamtgewicht ermittelt, also auch die x-Loth-Anteile addiert und erst wenn diese volle Pfunde ergaben, wurden sie in die Berechnung berücksichtigt.

Bei dem Brief sind das Paketgewicht von 1 3/4 Pfund und das Briefgewicht von 7/8 Loth notiert. Die Entfernung von 12,5 Meilen ermittle ich auch.
Für das Paket ergibt sich bei doppelter Brieftaxe somit 6 Sgr. Da der Brief nur unter 3/4 Loth frei war, ist also das Mehrgewicht zu ermitteln, also 7/8 Loth - 3/4 Loth = 1/8 Loth Übergewicht und für dieses somit das einfache Briefporto an, also weitere 3 Sgr.
Die Summe ist also 6 Sgr. für das Paket und 3 Sgr. für den Brief = 9 Sgr.

Da diese jedoch als ungültig gestrichen wurde, ist zu ermitteln, wie man auf die 15 Sgr. kommen könnte.
Eine Möglichkeit wäre, dass die Sendung mit der Schnellpost befördert wurde. Allerdings reichen die dafür vorgesehenen 50% Aufschlag für Paket und Brief nicht (9 x 1,5 = 13 1/2 Sgr.)

Somit bleibt nur die Actensendung, da dann die 4fache Brieftaxe mindestens anzuwenden war, für das Paket also 3 Sgr. x 4fach = 12 Sgr. + die 3 Sgr. für das Mehrgewicht des Briefes.

Es gibt hin und wieder mal Belege, wo die Versendung von Acten nicht angegeben wurde.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf

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86

Sunday, March 19th 2017, 12:38pm

lieber Ulf,
danke für deine umfassende Antwort. das hat mir sehr geholfen.
beste Grüße
Erwin W.
viele Grüße
Erwin W.
preussen_fan

Klesammler

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87

Friday, April 14th 2017, 5:37am

Hallo zusammen,

den in #72 erwähnten Paketbegleitbrief für 3 Pakete mit vorphilatelistischem L2 CLEVE konnte ich jetzt erwerben. Ich finde, daß man diesen Brief durchaus als Bruder des oben gezeigten bezeichnen kann.
Links oben die Erfass-Nr 254. Rechts daneben die Gewichte der einzelnen Pakete:
N. 1 16 Pfd. 2 Loth
N. 2 13 Pfd. 2 Loth
N. 3 18 Pfd. 1 Loth

An
das Königliche Wohllöbliche Land und Stadt Gericht
zu
Iserlohn

Herrschaftliche Hipotheken
Einrichtungssachen
nebst drey Paquet
Hipothekenpapier

/:gez:/ W.Z.

Habe ich alles richtig gelesen?
schöne Ostergrüße

Dieter
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  • Kleve L2 182X-05-28 -1.jpg

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Klesammler

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88

Saturday, November 17th 2018, 10:27pm

Hallo zusammen,

hier ein Paketbegleitbrief vom 28.07.1866 aus MÜNSTER IN WESTPHALEN nach DARFELD mit einem Gewicht von 11 Pfd. 23 Loth

An
das Amt
zu
Darfeld

Anbei ein Packet
gez: A. S.
Königl. Dienst S

Die Ermittlung des Gewichtes erfolgte bei der Aufgabe des Paketes. Interessanterweise trägt der Aufkleber mit der Nr. den Zusatz 'Stadt'. Das diente wahrscheinlich zur Unterscheidung des Postamtes am Bahnhof.

Mit einer anderen Tinte wurde eine Taxierung angebracht und auch wieder gestrichen. Hat da jemand geschlafen und den Dienstvermerk nicht gesehen?
Ungewöhnlich kurz ist die Adresse des Empfängers.
Auf der Rückseite finden wir ein erstaunlich gut erhaltenes Siegel der KÖN. PREUSS. REGIERUNG ZU MÜNSTER.
Im Inneren findet sich auch eine Angabe des Inhaltes dieses Paketes: die Mutterrollen der Gemeinde Darfeld in 2 Bänden.
Der Ankunftsstempel ist nicht lesbar, aber jemand hat den Eingang in Darfeld mit dem Datum 29.7.66 festgehalten.

viele Grüße

Dieter
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  • Münster R3 1866-07-28 -2.jpg
  • Münster R3 1866-07-28 -3.jpg

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89

Sunday, November 18th 2018, 4:34am

Hallo Klesammler

da das Paket erst am 28.07. aufgegeben wurde und auch im Ausgabestempel die 28 erkennbar ist, kann das Paket nicht am 27. schon da gewesen sein.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf

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90

Sunday, November 18th 2018, 10:03am

... ääh, heißt das nicht DARFELD, statt Sarfeld?
Liebe Grüsse vom Ralph

Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

Klesammler

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91

Monday, November 19th 2018, 12:04am

Tja, was soll ich sagen?

Hallo Ulf,
die Zeit und Einstein können wir nicht überlisten. Natürlich kam der Brief am 29.7. beim Empfänger an.


Und Ralph?
Wenn er Recht hat, dann hat er Recht! Ich werde mich hüten, ihm zu widersprechen.
Darfeld lag (liegt) in der Tat im Kreis Coesfeld und damit im Bereich Münster. Nach Ritters geographisch-statistischem Lexikon 1874 hatte der Ort damals 577 Einwohner.

Ich habe meinen Beitrag euren Hinweisen entsprechend geändert.

Danke sagt

Dieter

Klesammler

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92

Friday, December 7th 2018, 2:45am

Hallo zusammen,

hier ein Begleitbrief, den ich nicht richtig einordnen kann. Er wurde am 12. Sept.(mber 1819) in Geldern aufgegeben und lief nach Duisburg, das nicht weit entfernt auf der anderen Rheinseite liegt. Die Aufschrift kann ich nicht ganz entziffern. Dazu frage ich im richtigen Thread.

An
des Herrn Professor Günther
wohlgeboren
in Duisburg

Hierin Zehn Reichsthaler
in Tresor=Scheine
und eine Schachtel mit
einer blechernen Machine
ohne Werth:
H.P.Günther
in Duisburg
Signirt


freij

Ist das ein Wertbrief oder was stellt der Brief dar? Unten in Rötel das Porto? Angehängt auch der Inhalt des Briefes.

beste Grüße

Dieter
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  • Geldern L2 1819-09-12 -1.jpg
  • Geldern L2 1819-09-12 -2.jpg
  • Geldern L2 1819-09-12 -3.jpg
  • Geldern L2 1819-09-12 -4.jpg

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93

Friday, December 7th 2018, 6:39am

Hallo Dieter

es ist ein Wertbrief.
Hierin Zehn Reichsthaler in Tresor=Scheine und eine Schachtel mit einer ??? ???? ohne Werth

Zur Taxierung kann ich erstmal nichts sagen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf

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94

Friday, December 7th 2018, 5:32pm

Eine Schachtel mit einer blechernen Machine
viele Grüße
Erwin W.
preussen_fan

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95

Friday, December 7th 2018, 10:40pm

Hallo,

vielen Dank für eure Antworten. Auch Ralph hat sich im Thread für schwer lesbare Schriften gemeldet. Meinen Text habe ich ergänzt.

beste Grüße

Dieter

Klesammler

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96

Tuesday, April 30th 2019, 6:22pm

Hallo zusammen,
zu diesem Brief gibt es Fragen, die ihr hoffentlich beantworten könnt.
Es handelt sich um einen Paket-Begleitbrief, der gerichtet war

An
die Militair-Effecten-Lieferanten
Herrn Ahrend und Behrend
Wohlgeboren
zu
Berlin
Landvoigtey-Platz N°1

Links oben der Vermerk: Auf Gefahr des Absenders, Loester, Major
rechts daneben das Gewicht: 3 Pfd
links in der Mitte: Anbei ein Paquet in Leinwand sig: A. B.
links unten: franco

Schon als einfacher Brief Wesel - Berlin waren die 2 Sgr. der Ganzsache nicht ausreichend. Entwertet wurde mit dem seit dem Jahr 1863 eingeführten K2-Typ mit Jahreszahl. Der gezeigte Stempel wurde anscheinend nur kurz genutzt, da er nachverwendet bei Feuser nicht gelistet ist. Bei Münzberg gibt es unter Nr. 6 nur eine schematische Darstellung ohne Zeichnung.
Die 0 vom Aufgabetag 10.6.67 ist nur fragmentarisch zu erkennen. Das fehlende Porto von 4 Sgr. wurde rückseitig nachgeklebt und 1 Stunde später mit einem der in Wesel benutzten R2 entwertet.
Am Tag darauf (11.6.) kam der Brief beim Postamt BERLIN 24 an, das für die Regierung als Paketpostamt eingerichtet worden war. Am 12.6. wurde die Auslieferung mit einem blauen K2 PAKET BESTELLUNG bestätigt.

Dieter

PS: Ich habe meinen Beitrag auf Basis der Hinweise von magdeburger geändert und ein Bild vom Stempel hinzugefügt

Beitrag redaktionell verschoben
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  • Wesel K2 1867-06-01 -1.jpg
  • Wesel K2 1867-06-01 -2.jpg
  • Wesel K2 St 1867-06-01 GT Goch 3-19.jpg

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Michael

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97

Tuesday, April 30th 2019, 7:23pm

Hallo Dieter,

Brief und Paket wurden vor Absendung wegen der Unterfrankatur vermutlich aufgehalten. Erst nach Auffrankatur des fehlenden Betrages erfolgte die Beförderung.
Auch bei der hohen Entfernungsstufe fiel dann der Mindesttarif von 6 Sgr. an:
13 (Progressionsstufe) x 1,5 Spfg. x 3 Pfd. = 58 1/2 Pfg. entspr. 4 Sgr. 11 Pfg.

Gruß
Michael
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98

Tuesday, April 30th 2019, 7:29pm

lieber Dieter,
ein schöner und bemerkenswerter Brief, sicher nicht alltäglich.
viele Grüße
Erwin W.
preussen_fan

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99

Monday, May 6th 2019, 8:39am

Hallo Dieter

m.E. ist bei dem vorderseitigen Aufgabestempel nur die "1" anstatt einer "10" für den Tag gesteckt worden. Auch sehen wir, dass eine (Auf-) Frankierung von 4 Sgr. schon notiert wurde - dies gestrichen und richtig mit 6 Sgr. angeben (siehe dazu die Taxierung von Michael).
Die Auffrankierung der fehlenden 4 Sgr. erfolgte erst eine Stunde später siegelseitig. Die siegelseitige "4" ist keine Frankierung, sondern zeigt das Zustellrevier in Berlin an.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf

Klesammler

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100

Monday, May 6th 2019, 3:36pm

Hallo Ulf,

vielen Dank für deine Bemerkungen. Meine Beschreibung habe ich entsprechend geändert.
Ich habe mir den Scan noch einmal genau angesehen. Die 0 wurde wurde vermutlich doch gesteckt. Im Stempel über dem Werteindruck ist ein Teil einer Zahl zu sehen, was ich bisher nicht gesehen hatte. Wenn die Typen nicht richtig zueinander passen oder stark abgenutzt sind, gibt es mitunter so etwas. Ich habe daher im Beitrag oben eine Vergrößerung des Stempels angefügt.
Könnte es sein, daß die Frankierung auf der Rückseite übersehen wurde, weil vorderseitig nicht vermerkt?

beste Grüße

Dieter