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1

Monday, May 2nd 2011, 12:52pm

NDB - Schweiz

Liebe Freunde,

heute möchte ich einen etwas außergewöhnlichen Brief zeigen, den mir mal jemand erklären kann. ;)





Abgesandt am 31.1.1868 lief er nach Zürich. Mal sehen, wer ihn knackt.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse vom Ralph

Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

This post has been edited 1 times, last edit by "bayern klassisch" (Dec 29th 2011, 10:52pm)


2

Monday, May 2nd 2011, 3:27pm

Hallo Bayern Klassisch, liebe Freunde der Klassik,
wieder mal ein schönes Rätsel für alle Schweiz und "Indiana Jones" Freunde :)

Dann wage ich mal einen Versuch und hoffe nicht ganz daneben zu liegen.... 8)

Ok.Nach dem Tarif vom 01.01.1868 des NDP galt für Briefe bis 1Loth 3kreuzer porto.
Damit war der Brief bis zur Grenze ausreichend freigemacht(3kr=1Gr)

Es fehlte jedoch der schweizer Anteil, der in blau erst mit 6(Kr) angeschrieben, dann
mit 3(Kr) korrigiert wurde.
In rot wurden dann die 3kr=10 Rappen notiert, die der Empfänger nachbezahlen musste.

Ob die gestrichenen 6Kr noch etwas mit dem Leitweg über Basel nach Zürich zu tun hatten,
so das etwa erst der 2. dann jedoch der 1. Rayon zum tragen kam, kann BK sicher am besten
selbst beantworten...!?

So oder So, danke für den tollen Beleg :D

Liebe Grüsse
Oliver
Beste Grüsse von
Bayern Social



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3

Monday, May 2nd 2011, 3:36pm

Hallo Oliver,

vielen Dank für deinen Lösungsvorschlag - vlt. hat jemand noch einen andere Meinung zu dem Brief?

Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse vom Ralph

Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

4

Monday, May 2nd 2011, 5:11pm

Hallo BK :)

wie ich höre ist es nicht die richtige Lösung, also:
2.Versuch:
Obige blaue Zahl ist keine 6 sondern erstmal eine durchgestrichen null, die
beim NDP einen portofreien Nullbrief darstellt(Franco Null).
Das haben die schwizer pöstler jedoch nicht akzeptiert und mit 6 das fehlende
(Gesamtporto) und minus 3 Verklebt die=fehlenden 3KR notiert.(3/6)
Dann haben Sie es als Strafporto verdoppelt und 20Rappen(oder Centimes)
als Gebühr ,die der Empfänger nachzahlen musste notiert.(bzw wie unfrankiert behandelt, was aufs selbe rauskommt)

Warum jedoch ein Franco Null Brief ist könnte mit adliger Anschrift(von Bavier) oder
ähnlichem zu tun haben.

Ist die Interpretation besser?? :whistling:

Liebe Grüsse :)
Oliver
Beste Grüsse von
Bayern Social



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5

Monday, May 2nd 2011, 5:50pm

Hallo Oliver,

nicht immer wird bewunderswerter Mut und Courage belohnt - aber danke, dass du es versucht hast. Der Brief ist nicht so einfach, wie er anmutet (NDB - Schweiz sollte doch ganz simpel sein, nicht wahr?).

Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse vom Ralph

Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

6

Monday, May 2nd 2011, 11:11pm

Hallo Ralph,

ok.Es waren die zwei versuche wert, als Bayern Sammler ein NDP Thema
zu lösen.... 8)
Nun bin ich sicher, daß unsere Freunde im Forum passendere Lösungen liefern.

Liebe Grüsse
Oliver
Beste Grüsse von
Bayern Social



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7

Tuesday, May 3rd 2011, 10:33am

Hallo Oliver,

du siehst, der Beleg hat nicht nur vor 143 Jahren Probleme verursacht, sondern erschließt sich auch heute noch nicht sofort guten Sammlern.

Auch wenn der NDB viele Vereinfachungen und Moderationen ab dem 1.1.1868 postalisch durchsetzte, war bei Auslandsverträgen noch immer die zum Vertragsabschluß gülltige Fassung maßgeblich. Hier war das der PV vom 1.10.1852 mit der Modifikation von 1859, also aus längst vergangener Zeit.

Der Brief hätte korrekt mit 4 Sgr. (bzw. 12 Kr.) frankiert werden müssen - 3 Sgr. für die Aufgabepost bei einer Entfernung von über 20 Meilen zum Grenztaxpunkt und 1 Sgr. für die Schweiz bis 10 Meilen.

Der Absender wähnte die Schweiz als neuen Vertragsstaat und glaubte daher, das 1 Sgr. wie nach Württemberg, Baden, Österreich oder Bayern reichen würde.

Nach dem PV vom 1852 gab es kein Zuschlagsporto, so dass auch unterfrankierte (oder unfrankierte) Briefe nicht mehr kosteten, als voll frankierte Briefe. Zuerst notierte man eine NULL - Paraphe mittig oben für den Anteil des NDB und unter dem Strich den Schweizerische Portoanteil. Das war aber aus o. g. Gründen falsch, daher notierte man in süddeutscher Währung 6 / 3. 3 Sgr. minus des verklebten einen Groschens waren 2 Groschen = 6 Kr. plus 3 Kr. für die Schweiz waren eine Unterfrankatur von 9 Kr..

Diese 9 Kr. musste die Schweiz in 30 Rappen konvertieren und deren 20 an die Aufgabepost vergüten.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse vom Ralph

Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

8

Tuesday, May 3rd 2011, 12:06pm

Hallo Bayern Klassisch :) ,

dann verneige ich mich vor Deiner Rätsellösung, mit Deinem damit verbundenen
Fachwissen....

Besten Dank für die Excursion und Weiterbildung bei dem NDP :)

Viele Grüsse
Oliver
Beste Grüsse von
Bayern Social



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9

Thursday, December 29th 2011, 10:57pm

Weiterfranko?

Liebe Freunde,

ich möchte hier einen simplen Brief des Norddeutschen Bundes in die CH zeigen.





Die Rötel deute ich wie folgte: Der Absender hatte den Frankovermerk vergessen, also schrieb die Berliner Aufgabepost Fr. 2 für 2 Groschen Franko. Man wies dann 10/12 Groschen für die CH aus, was etwa 3 Kr. entsprach, da 1 Sgr. Preußen plus ein paar Pfennige verblieb. Diese Vergütung erhielt zuerst die badische Bahnpost, die mit der Schweiz abrechnete. Siegelseitig ist die Leitung über Baden im offenen Transit gut zu sehen. In Schaffhausen, aus der Reihe: Du glaubst es nicht, sehen wir noch den in den letzten Zügen liegenden uralten taxischen Distributionsstempel von Schaffhausen, wie er seit den 1830er Jahren im Einsatz war - Chapeau diesem Qualitätsstempel, der ein paar Millionen Abdrucke schon hinter sich hatte.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse vom Ralph

Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

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Friday, December 30th 2011, 7:27am

Lieber bayern klassisch,

deine Interpretation ist fast korrekt.

Das Weiterfranko für die Schweiz betrug "5/6" Groschen, das die Berliner Post in 10/12 Silbergroschen vermerkte. Der Norddeutschen Post (und nicht Preußen) verblieben 1 Sgr. 2 Spf..

Gruss
1870/71

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11

Friday, December 30th 2011, 2:38pm

Lieber 1870/71,

danke für die Bestätigung - ja, Preußen geschrieben und NDB gemeint. Ts, ts, ts ... 8o

Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse vom Ralph

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Tuesday, March 19th 2019, 5:36pm

Hallo liebe Forumsgemeinde,

wie bereits in einem anderen Thread angekündigt, muss ich noch einiges an Belegen hier im Forum zeigen/vorstellen, welche ich bislang ausschließlich in den "philaseiten" präsentiert habe.
So auch folgenden Brief:

Aufgegeben wurde der Faltbrief am 13.01.1871 in Görlitz und man adressierte ihn nach Basel, wo er zwei Tage später bereits angekommen ist.

Zur Frankatur lässt sich sagen, dass sich hier die Tarifperiode vom 01.09.1868 bis zum 31.12.1871 anwenden lässt. Hier wurde die Einheitstaxe von 7 Kreuzern bzw. 2 Silbergroschen bereits eingeführt (bei meinem Brief gilt Letzteres). Nun kamen jedoch zzgl. 2 Sgr. für die Einschreibe-Gebühr oben drauf, sodass wir bei einem Franko von 4 Silbergroschen (14 rheinische Kreuzer) liegen, die sehr schön als Viererblock verklebt worden sind. Das Weiterfranko von “3 Kr.“ wurde von Basel in Rötel notiert. Da das Deutsche Reich nur in Thaler und Groschen-Währung verrechnete, hatte das DR mit Baden und Baden mit der Schweiz das Weiterfranko von “10/12 Sgr.“ in Bläuel verrechnet.

Optisch konnte ich diesem Brief einfach nicht widerstehen, weil ich Vierblock-Frankaturen liebe :D

Liebe Grüße

Kevin
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13

Tuesday, March 19th 2019, 6:05pm

Hallo Kevin,

ja, das ist ein echtes Rosinchen - und mit den Währungen Sgr., Kreuzer und Rappen (3x waren ja 10 Rappen) kann man immer glänzen. :)
Liebe Grüsse vom Ralph

Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

maunzerle

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14

Tuesday, March 19th 2019, 6:13pm

Lieber Kevin,
unabhängig von der posthistorischen Bedeutung der von Dir gezeigten Belege, gratuliere ich Dir zu Deinem guten Geschmack. Immer nur das Schönste, so ist es richtig!
Viele Grüße von maunzerle :thumbsup:
"Ein Leben ohne Philatelie (und Katzen) ist möglich, aber sinnlos!" (frei nach Loriot, bei dem es allerdings die Möpse waren - die mit vier Beinen wohlgemerkt)

woermi

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15

Tuesday, March 19th 2019, 6:25pm

hab ich sicher schon mal gezeigt aber passt auch hier gut,...
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„Männer für gefährliche Reise gesucht. Geringer Lohn, bittere Kälte, lange Monate kompletter Dunkelheit, ständige Gefahr, sichere Rückkehr ungewiss. Ehre und Anerkennung im Erfolgsfall.“

– Ernest Shackleton

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16

Tuesday, March 19th 2019, 6:35pm

... Mensch Markus, was für Träumchen ! :P :P
Liebe Grüsse vom Ralph

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17

Tuesday, March 19th 2019, 7:44pm

Hallo Kevin,

ja, das ist ein echtes Rosinchen - und mit den Währungen Sgr., Kreuzer und Rappen (3x waren ja 10 Rappen) kann man immer glänzen. :)



Lieber Kevin,
unabhängig von der posthistorischen Bedeutung der von Dir gezeigten Belege, gratuliere ich Dir zu Deinem guten Geschmack. Immer nur das Schönste, so ist es richtig!
Viele Grüße von maunzerle


Ja, ich versuche bei den allermeisten Belegen wirklich auf eine gute Qualität und Optik zu achten, auch wenn das nicht immer so einfach ist, wenn man einen begrenzten Geldbeutel hat :D


hab ich sicher schon mal gezeigt aber passt auch hier gut,...


Sehr schöne Belege mit schlüssigen Beschreibungen, da könnte man ja glatt neidisch werden :P

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Wednesday, April 10th 2019, 12:04am

Hallo zusammen,

nichts besonderes, aber dennoch habe ich den Beleg für den Preis einer Pommes Schranke gerne mitgenommen.

Aufgegeben wurde der Faltbrief am 30.10.1869 in Köln, von dort aus ist er via Zürich (31.10.) nach Zug weitergeleitet worden, wo der Brief am 01.11. angekommen ist.

Hier lässt sich wieder die Tarifperiode vom 01.09.1868 bis zum 31.12.1871 anwenden, in der bereits die Einheitstaxe von 7 Kreuzern bzw. 2 Silbergroschen (hier geltend) eingeführt wurde.

Liebe Grüße

Kevin
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