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21

Sunday, April 21st 2013, 10:07am

Russland - Preußen - Bayern - Frankreich

Hallo,

hier handelt es sich um einen Vorvertragsbrief aus St. Petersburg vom 7.11.1818.
Von Russland erhielt Preußen ein Weiterfranko von 64 Pr.Gr.
Wer kann das auf der Vorderseite rot geschriebene deuten? Vermutlich f H = franko Hof
Rätselhaft ist mir auch das Porto in Frankreich.
Nancy lag ab Straßburg im 200 km-Tarif = 4 Dec. Hier hinzu kam der Auslandsanteil von 7 Dec. Ich kann rechnen wie ich will, auf 25 Decimes komme ich nie. Wer kann diesen Portoansatz enträtseln?

Grüsse von liball
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22

Sunday, April 21st 2013, 10:32am

Hallo liball,

tolles Stück - ein Traum!

franco Hof lese ich auch - dazu 1 Loth oben als Gewicht. Damit wäre er einfach in Preußen und Bayern gewesen nach deren Vertrag von 1816 (wohl das preußische Loth gemeint), aber schon 3fach für Frankreich?

Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse vom Ralph

Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

23

Saturday, April 27th 2013, 11:17am

Schweiz - Russland

Hallo,

dieser Brief aus Aarau vom 13.2.1811 wurde im Schäfer-Handbuch auf Seite 395 beschrieben. Ich glaube jedoch nicht, dass diese Beschreibung zutreffend ist.
Sicher sein dürfte, dass der Absender 14 Kr. bis Nürnberg bezahlt hat. Gemäß dem PV zwischen Sachsen und Bayern 1810 lieferte Bayern Briefe nach Russland an Sachsen aus. Hierbei stand Bayern bei Briefen die durch beide Länder transierten das Porto bis Leipzig bzw. Dresden zu. Somit gehe ich davon aus, dass Bayern ab Nürnberg 14 Kr. belastete.
Doch nun wird es schwierig.
Wer kann die blauen Zahlen entziffern? Die 4 wurde gestrichen, dann kommen 53 oder 39. Wer hat sie geschrieben. Schäfer schreibt, dass es sich um polnische Groschen handelt, was ich mir jedoch nicht vorstellen kann.
Oben in der Mitte steht eine rote 6 1/2 gGr. Was steht rechts davon in der gleichen Tinte?
Interessant wären auch die Paritäten des Papiergeldes zur Silberwährung zu dieser Zeit, damit die Rückseite nachvollzogen werden kann.

Grüsse von liball
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24

Saturday, April 27th 2013, 2:25pm

Hallo liball,

ein Traumbfrief! :P :P :P

Was rechts neben den preußischen 6 1/2 Ggr. steht, kann ich nicht sicher sagen.

Die hellblauen Ziffern sollten # 53 sein (evtl. von Nürnberg?).

Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse vom Ralph

Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

Michael

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25

Saturday, April 27th 2013, 4:51pm

Hallo liball,

kann mich @bk nur anschließen: ein toller Brief!
Die Interpretation der blauen Ziffern als poln. Gr. könnte stimmen, wenn der Brief das preußische Restterritorium nur kurz querte und dann an die Post des Herzogtums Warschau übergeben wurde. Dies nur mal als Vermutung, mangels Belegen / Unterlagen aus dieser Zeit ...

Spekulativ könnte man die Zahlen dann so zuordnen:
14 Kr. (Rötel) Belastung bis zur sächsischen Ausgangsgrenze
6 1/2 gGr. (rote Tinte) voriges Porto + preußischer Transit - die Ziffer (?) rechts davon kann ich nicht entschlüsseln
53 poln. Gr. (blaue Tinte) Reduktion der vorigen 6 1/2 gGr.
74 ? (rote Tinte rücks.) als Gesamtforderung an Russland

Viele Grüße
Michael
Preußen mit Transiten

Michael

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26

Friday, August 2nd 2013, 8:45pm

Liebe Freunde,

hier ein älteres Briefchen, dessen Geheimnisse ich noch nicht alle enträtselt habe:



1785 (da lebte noch der alte Fritz) ging es von St. Petersburg (früher Stabstempel in lateinischer Schreibweise) nach Berlin an den Marquis Rivarola.
Rückseitig sind 32 pr.Gr. Weiterfranko an Preußen notiert, die vorderseitig als 8 Gr. wiederholt wurden. Ein Franco-Vermerk erübrigte sich, da man Portobriefe von Russland nicht annahm.

Der Absender ist leider nicht ersichtlich, da das Siegel ausgeschnitten wurde. In dem privaten Inhalt ging man sehr vertraut miteinander um, Anrede und Unterschrift sind formlos und gekürzt.
Der Adressat stammt zumindest aus einer prominenten Familie. Die Rivarolas stellten in Italien diverse Generäle, Kardinäle und hohe Beamte.
Möglicherweise (ist zur Zeit noch ausgesprochen spekulativ) war der Adressat Stefano Rivarola, der einige Jahre später Botschafter Genuas in Paris war.

Was ich leider hier im Scan nicht zeigen kann: Der doppelte Briefbogen hat Goldschnittkanten!
Das macht natürlich neugierig. Vielleicht finde ich ja noch jemanden, der mir den in italienisch verfassten Brief übersetzt...

Viele Grüße
Michael
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27

Friday, August 2nd 2013, 9:18pm

Lieber Michael,

ein optisch sich toll präsentierender Brief und ob mein Touristen - Italienisch ausreichen wird, den Inhalt zu übersetzen, ist mehr als fraglich. Aber die Schrift des Kuverts ist keine italienische. Wenn der gedachte Schreiber aber längere Zeit im Ausland zugebracht hat, wäre das erklärbar.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse vom Ralph

Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

Michael

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28

Monday, January 4th 2016, 9:14pm

Loth war nicht gleich Loth

Liebe Freunde,

zwischen Russland und Preußen galt das preußische Loth (14,606 Gramm) als Gewichtseinheit.
In dem niederländisch-preußischen Postvertrag von 1817 war ebenfalls das Loth als Gewichtseinheit festgelegt worden, hier allerdings mit 15 Gramm.
Briefe progredierten in beiden Ländern in der Portotaxe ab 1 Loth Gewicht jeweils mit der halben einfachen Portotaxe je weiterem halben Loth.



Ein Brief der ersten Gewichtsstufe (in beiden Ländern) von 1818.
Russland vergütete den einfachen Portosatz von 50 pr.Gr. für den preußischen Transit, die Niederlande berechneten 2 Stuiver an inländischem Porto.



Ein Brief von 1820, der 36,5 - 37,5 Gramm gewogen haben muß.
In Russland wurde er mit der 3-fachen Taxe belegt, hat also mindestens 2,5 Loth (= 36,5 Gramm) gewogen. Preußen erhielt für seinen Transit den 3-fachen Satz von 150 pr.Gr.
In den Niederlanden wurde der Brief mit dem 2,5-fachen Porto von 5 Stuivern belegt, kann also max. 2,5 Loth (= 37,5 Gramm) gewogen haben.

Gruß
Michael
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29

Monday, January 4th 2016, 9:30pm

Lieber Michael,

na wenn das keine interessante Seite deiner Ausstellungssammlung gibt, dann weiß ich es auch nicht mehr. Chapeau! :P :P
Liebe Grüsse vom Ralph

Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

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Tuesday, April 9th 2019, 1:24pm

Russland - Baden

Hallo,

dieser Teilfrankobrief vom 20.4.1810 aus St. Petersburg nach Kehl gibt viele Rätsel auf.
Sicher ist, dass Preußen ein Weiterfranko von 52 Pr. Gr. = 13 gGr. erhielt. Ich vermute, dass dieses Franko bis zur Eingangsgrenze von Baden reichte.
Preußen lieferte den Brief an das Königreich Westphalen (Grenzeingangsstempel prusse p.m, abgeschlagen in Magdeburg). Das rechts unten angeschriebene Franko von 7 1/2 dürfte dann das Weiterfranko von Preußen an Westphalen gewesen sein. Umgerechnet waren dies 1 Fr. 5 Ct. Hiervon vergütete Westphalen an Taxis 16 Kr.
Zu dieser Zeit gehörte Baden zur TT-Lehenspost. Wurde trotzdem in Baden ein eigenes Inlandsporto angesetzt?
Interessant wäre auch, ob für diesen poste-restante-Brief für einen Empfänger aus Dieuze in Frankreich eine poste-restante-Gebühr angefallen ist?

Grüße von liball
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