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Wednesday, February 21st 2018, 11:10am

Liebe Freunde,

heute ein kleiner "Vortragsbrief" von mir zur bekanntesten Charaktereigenschaft unserer Schwaben beiderseits der damaligen Landesgrenze, damals wie heute denke ich.

Stuttgart 14.4.1846 als Portobrief nach Fellheim bei Augsburg. Die Aufgabepost taxierte ihn mit 9 Kr. (6 + 3 2. Gewicht) bis zur Grenze bei Ulm, Augsburg als 1. bayer. Poststelle schlug seinen Auslagestempel auf den fremden 9 Kr. ab und setzte in rot darunter das eigene Porto von Ulm bis Fellbach i. H. v. 6 Kreuzern an. In Fellbach addierte man am 16.4. diese beiden Beträge mit schwarzer Tinte und kam zu dem richtigen Ergebnis von 15 Kreuzer, die bei der Abgabe zu entrichten waren.

Nun faltete das freiherrlich von Renchlinsche Patrimonialgericht selbigen um und sandte ihn nach Stuttgart retour - ohne dass ihn die Post gesehen hätte.

In Stuttgart kam er dann auch wieder an und wurde prompt am 23.4.1846, jetzt jedoch nicht mit der Rechnung, die schwer war, sondern als Quittung über die erhaltenen Rechnung ab an den selben Empfänger. Nun waren zuerst einmal die vorherigen 15 Kr. zu streichen (Rötel) und das neue Porto bis zur bayer. Grenze mit 6 Kr. (einfach) anzusetzen. In Augsburg schlug man jetzt seinen 2. Auslagestempel auf diesen 6 Kr. ab und notierte 4 weitere Kr. für Bayern ab Ulm bis Fellheim (wieder einfaches Gewicht), so dass sich nun nur noch 10 Kr. (wieder in Fellbach mit schwarzer Tinte notiert) als Gesamtporto ergaben. Am 26.4. erfolgte die Zustellung dort und die Akte konnte endlich geschlossen werden.

Briefe mit mehr als einem Auslagestempel sind selten, egal aus welchem Grund dies vorgekommen sein mochte. Einen, bei dem man so gut die Geschäftsgänge hin und her sehen kann und der noch dazu mal schwer (1,5 faches Porto) und mal einfach war und der 6 rote Stempel je jeweils unterschiedlichen Daten von 2 Orten ausweist, muss man erst mal finden.
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Liebe Grüsse vom Ralph

Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

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22

Friday, December 21st 2018, 10:44am

Liebe Freunde,

aus dem Jahr 1810 stammt wohl dieser Brief aus Esslingen (Württemberg) nach Ulm (Bayern) "An die Registratur des Königlichen Gerichtshofs für den Donau - Kreise Ulm", der mit dem 2. Rayonstempel Esslingens bedruckt wurde.

Siegelseitig finden sich 12 Kreuzer Franko, die allein der württembergischen Postkasse gehörten, weil Bayern hier nichts kassiert hatte (die Kutsche fuhr bis Ulm hinein, das ja erst später wieder wüttembergisch wurde).

Warum der Brief eine Manualnummer "1" erhielt, entzieht sich aber meiner Kenntnis. Als K.D.S. hätte er m. W. portofrei sein sollen und ich erhoffe mir von einem Württembergkenner hier etwas Hilfe.
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Liebe Grüsse vom Ralph

Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

23

Friday, March 22nd 2019, 7:41pm

Hallo,

auf diesem Porto-Chargebrief vom 25. Juli 1835 wurden im württembergischen Isny lediglich 1 Kr. belastet. Dies war das sogenannte Abgangsporto, das gemäß § 1c des PV Bayern-Württemberg von 1809 aufgehoben werden sollte. Hier hinzu kam der bayerische Portoanteil von 3 Kr., sowie das Bestellgeld von 1 Kr. für die Zustellung von Röthenbach aus.
Der Brief wurde dem bayerischen Briefpaket von Lindau über Isny und Nellenbruk nach Kempten mitgegeben. Dort erfolgte die Umspedierung in den Kartenschluss Kempten-Röthenbach.
Die Anschrift kann ich leider nicht entziffern:
Herrn ....Joseph ......
im Grundbuch Landgericht Weiler
in Heimenkirch
Vielleicht kann ein Forumsmitglied die Anschrift ergänzen bzw. korrigieren.

Grüße von liball
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24

Friday, March 22nd 2019, 8:07pm

Hallo Karl,

Herrn Fr(iedrich) Joseph Mauch Brauer in Heimenkirch Landgericht Weiler a Heimenkirch
Liebe Grüsse vom Ralph

Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

25

Sunday, March 24th 2019, 9:24am

Hallo Ralph,

vielen Dank für deine Hilfe.
Brauer passt gut, denn zu dieser Zeit gab es zwei Brauereien in Heimenkirch.

Grüße von liball