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Erdinger

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961

Sunday, December 2nd 2018, 9:08pm

Verehrte Freunde,

also den Kaufmann Jakob Faust in Miltenberg gab es, der Name Hilbert ist in Eichenbühl zeitgenössisch belegbar.
Die Beschriftung der Postkarte ist allerdings äußerst ungelenk, man sieht noch schwach die vorgezeichneten Bleistiftlinien, auf denen geschrieben wurde. Ein damaliger Schreiber hätte meines Erachtens auch nicht zwischen den Buchstaben ab- und wieder angesetzt, wie wir das hier sehen, aber das sind alles nur Indizien und keine Beweise für eine Fälschung.

Aber das sind halt auch die Probleme, mit denen man bei seltenen/kleinen Postorten zu kämpfen hat.

Viele Grüße aus Erding!
Achter Kontich wonen er ook mensen!

962

Sunday, December 2nd 2018, 9:24pm

Hallo Sammlerfreunde,

vielleicht sollte man noch erwähnen, dass die vorgesetzte Postexpedition einer Postablage Eichenbühl in Miltenberg gewesen sein müsste.
Es handelt sich also folglich bei beiden Belegen um Poststücke die im Zustellbezirk der PE Miltenberg gelaufen sein müssten.

Gruß
bayernjäger

kreuzer

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963

Sunday, December 2nd 2018, 9:49pm

Letzteres könnte dann natürlich auch wieder die fehlenden Ankunftsstempel erklären, zumindest wenn der Landbriefträger hier auf seinem Zustellgang noch die Bestellung besorgen konnte.

Viele Grüße

kreuzer

Erdinger

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964

Sunday, December 2nd 2018, 11:34pm

Liebe Freunde,

Beim Suchen in Google Books bin ich nebenbei noch auf
– ein neues Eröffnungsdatum für die Postablage Oberbach (im Sem noch mit 1869 angegeben)
gestoßen.

Ist eigentlich die Umwandlung der Postexpedition in Großhöhenrain in eine Postablage zum 1.1.1868 wieder rückgängig gemacht worden?

In Hals bestand offenbar nicht durchgehend eine Postablage.

Viele Grüße aus Erding!
Achter Kontich wonen er ook mensen!

This post has been edited 3 times, last edit by "Erdinger" (Dec 3rd 2018, 12:07am)


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965

Monday, December 3rd 2018, 6:47am

... fehlende Ankunftsstempel auf Postkarten sind kein Indiz - ich bin da an etwas dran, was noch ein paar Jährchen dauern wird, dann drösele ich das mal auf.
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

maunzerle

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966

Monday, December 3rd 2018, 2:53pm

Liebe Freunde.
für mich stellt sich im Falle der Fälschung die Frage nach dem Motiv. Das ist doch kein Beleg bzw. sind keine Belege, bei denen sich die Mühen einer Fälschung materiell auszahlen, so interessant sie post- und heimatgeschichtlich auch sein mögen. Letzteres dürfte für einen Fälscher ja wohl kaum von Belang sein. Das wäre ja einer von der ganz komischen Sorte.

Viele Grüße von maunzerle :thumbsup:
"Ein Leben ohne Philatelie (und Katzen) ist möglich, aber sinnlos!" (frei nach Loriot, bei dem es allerdings die Möpse waren - die mit vier Beinen wohlgemerkt)

Erdinger

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967

Monday, December 3rd 2018, 4:45pm

Lieber Maunzerle,

eine Einlassung von mir gänzlich am eigentlichen Thema vorbei: In der Philatelie ist alles möglich. Ich sammle für einen zukünftigen Rundbriefbeitrag schon seit einiger Zeit Material zu den Sammelgewohnheiten der Kreuzer- und frühen Pfennigzeit. Da erlebt man so manche Überraschung.

– Noch heute kann man problemlos ungebrauchte 1- und 2-Kreuzer-Ganzsachen finden. Das war in der frühen Pfennigzeit sicher noch leichter.
– In der 173. Loth-Auktion 2017, Los 1137, wurde das in der Anlage gezeigte Los für in meinen Augen völlig utopische € 200 angeboten. Es hatte angeblich sogar Frau Brettl vorgelegen, die aber nicht mehr als eine "Notiz" dazu abgegeben hat. Wenn mich nicht alles täuscht, wurde es sogar zugeschlagen.
– Denken wir nun an den Expeditor in Aichach, der der Versuchung von "Provisorien" nicht widerstehen konnte.

Und jetzt zählen wir 1 + 1 + 1 zusammen, wir bekommen 4 heraus und dazu eine herrliche Verschwörungstheorie von einem unterbeschäftigten Postablagler, der in der Pfennigzeit mit Restanten aus seiner Schublade spielte.

Alles nur Indizienschäumerei, ich geb’s zu.

PS: Ich habe in meiner Heimatsammlung ein Pfennigzeit-Streifband, das 1923 (!), freilich zeitgemäß frankiert, in die USA ging. Damals warf man eben nichts weg …

Viele Grüße aus Erding!
Erdinger has attached the following image:
  • Loth_173_2017_1137.jpg
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maunzerle

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968

Monday, December 3rd 2018, 5:15pm

Lieber Dietmar,
da hast Du natürlich Recht mit Deiner Feststellung, dass es in Philatelie eigentlich nichts gibt, was es nicht gibt. Aber ich wage doch zu fragen, wie groß die Wahrscheinlichkeit für eine solche "Indizienschäumerei" in diesem Fall ist?
Liebe Grüße von maunzerle :thumbsup:
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kreuzer

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969

Friday, December 7th 2018, 8:37am

Hallo zusammen,

durchaus eine denkbare Variante, wobei das im vorliegenden Fall nach den bisherigen Erkenntnissen aber voraussetzen würde, dass der Postablageninhaber eigene ungebrauchte Ganzsachen verwendet hat, weil die Postablage zumindest nach den vorliegenden Dazen in der Kreuzerzeit noch nicht existiert haben soll.

Viele Grüße

kreuzer