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21

Saturday, September 16th 2017, 5:14pm

Hallo Ralph,

in Anlage D zum Postvertrag 1843 war geregelt, dass Russland für einen einfachen Brief aus Bayern 12 Sgr. bezahlen muss. 8 Sgr. für Preußen und 4 Sgr. fremdes Porto (Bayern). Trotzdem hat Preußen nur 3 1/2 Sgr. an Bayern vergütet und 1/2 Sgr. in die eigene Tasche gesteckt.

Grüße von liball
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This post has been edited 1 times, last edit by "liball" (Sep 17th 2017, 10:27am)


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22

Saturday, September 16th 2017, 5:30pm

Hallo Karl,

ja, danke, das klärt es. Hast dich vertippt, statt Sgr. Kr. geschrieben, aber es ist eh alles klar.

Demnach hätte Bayern prinzipiell immer 12 Kr. für sich bei Portobriefen über Preussen nach Russland ansetzen dürfen - auch von Hof aus! Bei München war es ja noch korrekt mit den 12 Kr..
Das hat man aber nicht gemacht, sondern immer auf Hof die Entfernung berechnet, wenn ich mich nicht täusche.
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

23

Sunday, September 17th 2017, 10:34am

Hallo Ralph,

meine falsche Währungsangabe habe ich berichtigt.
Ich kann nicht sagen, was Bayern bei Portobriefen angesetzt hat, da mir das entsprechende Briefmaterial fehlt. Ich habe nur Briefe aus München. Jetzt wären Briefe aus Hof oder Lindau interessant. Aber derartige Briefe sind rar, ich kenne jedenfalls keine.

Grüße von liball

24

Tuesday, October 31st 2017, 10:30am

Hallo,

dieser Brief aus München von 1860 war nur mit 18 Kr. anstatt mit 20 Kr. frankiert worden. Nachdem Teilfrankaturen nicht zulässig waren, hat die russische Post die bereits neben der Vereinstaxe von 9 Kr. bezahlten weiteren 9 Kr. nicht anerkannt, sondern vom Empfänger 10 Kopeken = 3 Sgr. eingehoben.
Kann jemand das auf der linken Seite in blau Geschriebene entziffern?

Grüße von liball
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25

Tuesday, October 31st 2017, 11:54am

Hallo Karl,

ich denke nicht, dass die Empfängerin 10 Kopeken nachzahlen musste. Bayern hat ausweislich des Weiterfrankos 3 Sgr. für Russland kreditiert und blieb halt auf 2 Kr. Manko sitzen (wohl auch, weil eine Hoteladresse nicht geeignet war, sich 2 Kr. wieder zu holen).

Links könnte es heißen: 2 x nachheben

Vlt. hat man den Brief abgesandt und doch 2 Kreuzer vom Absender gefordert?

In jedem Fall wollte man den Postlauf nicht anhalten und hat ihn abspediert - ein Traumbrief, wie ich nur ganz wenige kenne. :P :P :P
Liebe Grüsse vom Ralph

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Michael

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26

Tuesday, October 31st 2017, 10:10pm

Hallo Karl,

ich stimme Ralphs Interpretation zu. Durch das von Preußen in blauer Tinte notierte Weiterfranko von 3 Sgr. hatte Russland keine Veranlassung, etwas von dem Empfänger einzufordern.

Ein sehr interessanter Brief, meinen Glückwunsch dazu.

Gruß
Michael
Preußen mit Transiten

27

Wednesday, November 1st 2017, 5:37pm

Hallo Ralph und Michael,

vielen Dank. Ihr habe mich überzeugt.

Grüße von liball

28

Wednesday, December 5th 2018, 5:30pm

Hallo,

zu diesem Chargebrief vom 6.3.1874 von Schweinfurt nach Warschau hätte ich zwei Fragen:
1. Wer kann den in roter Tine oben rechts geschriebenen Vermerk deuten (vermutlich Warschau 7.3.)?
2. Meines Wissens galt in Polen der Gregorianische Kalender wie in Bayern. Gemäß dem Datum 24. Februar 1874 im links stehenden Bahnpoststempel muss es sich um ein Datum nach dem Julianischen Kalender handeln. Kann jemand diesen Stempel identifizieren? Entsprechend dem Gregorianischen Kalender würde dies 8.3. bedeuten. Wie passt dies zur handschriftlichen Angabe 7/3?

Grüsse von liball
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29

Wednesday, December 5th 2018, 8:53pm

Hallo liball,
ich lese den mit roter Tinte geschriebenen Vermerk in kyrillischer Schrift als "Berlin"
Viele Grüße
Jürgen

Michael

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30

Wednesday, December 5th 2018, 10:34pm

Hallo liball,


2. Meines Wissens galt in Polen der Gregorianische Kalender wie in Bayern. Gemäß dem Datum 24. Februar 1874 im links stehenden Bahnpoststempel muss es sich um ein Datum nach dem Julianischen Kalender handeln. Kann jemand diesen Stempel identifizieren? Entsprechend dem Gregorianischen Kalender würde dies 8.3. bedeuten. Wie passt dies zur handschriftlichen Angabe 7/3?


diese Auffälligkeit ist mir auch schon bei polnischen Belegen aus den frühen 1870er Jahren aufgefallen. Die Verwendung des julianischen Kalenders habe ich leider noch nicht bestätigt bekommen. Dabei ist die Anwendung des russischen Kalenders in dieser Zeit gar nicht so unplausibel: Nach dem gescheiterten Aufstand von 1863 setzte in den folgenden Jahren eine immer mehr zunehmende Russifizierung Polens ein. Die polnische Sprache wurde als Amtssprache abgeschafft, in Schulen wurde nur noch in wenigen Fächern polnisch gesprochen und auch der Name "Polen" wurde zugunsten des neuen Begriffs "Weichselland" verdrängt. Da wäre es nur konsequent, auch den Kalender der russischen Obrigkeit einzuführen.

Da mein Sammelgebiet 1867 endet, bin ich hier nur am Rande betroffen, aber trotzdem ein interessantes Thema.

Gruß
Michael
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31

Thursday, December 6th 2018, 11:39am

Hallo liball,
dazu eine Retour-Postkarte von 1882, aus der die Anwendung des Julianischen Kalenders gut ersichtlich ist.


Beste Grüße
weite Welle