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balf_de

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41

Monday, June 17th 2013, 7:33pm

Lieber bayern klassisch,

jetzt habe ich nachträglich fast ein schlechtes Gewissen, Dir eine eigentlich trivial gemeinte Frage gestellt zu haben, die dann aber einer derart komplexen Antwort bedurfte. Vielen Dank, dass Du diese Mühe auf Dich genommen hast!

Vielleicht bin ich ja hier der Einzige in Forum, dem z.B. die immense Bedeutung der Briefkarten bisher nicht bekannt war - so diffizil habe ich mir die Abwicklung der Portoverteilung bei Auslandspost nicht vorgestellt. An Deiner schlüssigen Erklärung lässt sich ablesen, wie groß die Fortschritte für das Postwesen durch die Einführung von Briefmarken, durch den DÖPV und letztlich den Weltpostverein waren.

Natürlich habe ich Deinen Text gespeichert, lieber bayern klassisch, denn ich bin völlig sicher, dass er mir noch oft helfen wird. Und ich vermute stark, dass ich da nicht der Einzige bin ...

Nochmal: danke und liebe Grüße von balf_de

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42

Monday, June 17th 2013, 7:38pm

Lieber balf_de,

prima, wenn ich etwas weiter helfen konnte - ich werde die Fortschritte bzgl. der internationalen PO am Inhalt deiner Ausstellugsrahmen sicher wiedererkennen und würde mich freuen zu erfahren, wann es wieder so weit ist. :P :)

Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

balf_de

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43

Monday, October 7th 2013, 4:36pm

Hallo zusammen,

zugegeben: als "aktenfrisch" kann man meine Neuerwerbung wirklich nicht bezeichnen, aber aus einem ganz bestimmten Grund "brauchte" ich den Brief:
er ging am 29. November 1866 von Heidelberg über Straßburg - 30. November - nach London, wo er schon am 1. Dezember ankam. Mit 15 x ist er nach dem Tarif von 1864 portorichtig frankiert: 3 x blieben in Baden, die 12 x Weiterfranko für den max. 7,5 Gramm schweren Brief sind vorderseitig (lila!) notiert. Siegelseitig zeigt er den Bahnpost-Kursstempel der Linie Heidelberg-Basel, wo er am 30. November bis nach Kehl befördert wurde.

Eigentlich nichts Besonderes, wenn da nicht mein bereits hier gezeigter Brief wäre, der zumindest von der Frankatur her sehr ähnlich ist (wenn man von den badischen "Farben" einmal absieht - nicht 19a+20c sondern 19b+20ba). Aber der Straßburger Grenzübergangsstempel macht den Unterschied: er wurde auf dem "richtigen" Weg für leichte Briefe befördert - über Frankreich genügten die 15 Kreuzer.

Zur Erinnerung zeige ich anliegend noch einmal meinen unterfrankierten Brief, der hier bereits ausführlich "gewürdigt" wurde.

Viele Grüße
Alfred (balf_de)
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44

Monday, October 7th 2013, 5:42pm

Lieber balf_de,

wenn man Postgeschichte sammelt, ist Luxus zwar kein Freumdwort, aber eine gewisse verbale Entfremdung tritt da schon ein wenig ein ...

Mir gefällt deine Neuerwerbung, der ich höchstens Gebrauchsspuren zubilligen würde, die aber farblich gut zu deinem formidablen Bestandsbrief passt und eine excellente Seite ergeben dürfte.
Liebe Grüsse vom Ralph

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45

Tuesday, October 8th 2013, 3:54pm

Versandwege Baden - Großbritannien und Irland

Fahrpostsendungen nach Großbritannien konnten auf verschiedenen Wegen befördert werden.

Das VO-Bl. der Direction der Großherzoglich Badischen Verkehrsanstalten Nr. LXX, vom 31.12.1859 führt hierzu u.a. aus:

Nro. 29,260

Die Bestimmungen für Fahrpostsendungen nach dem Postvereinsausland, hier insbesondere nach Großbritannien mit Irland, nach fremden und überseeischen Ländern über England, nach Helgoland über Hamburg und nach Belgien betreffend.

In Folge eingetretener Vermehrung der bisherigen Versendungsgelegenheiten können zur Beförderung nach Großbritannien und Irland vermittelst der Fahrpost dermalen angenommen werden.

A: Über Belgien; und zwar;
1) über Belgien direct (via Ostende): gewöhnliche Päckereien mit Werthsdeclaration bis zu 116 fl. 40 kr. für ein einzelnes Stück.

2) über Belgien und Calais:
a. gewöhnliche Päckereien bis 12 Pfund Gewicht ohne declarirten Werth;
b. Geldsendungen nach London.

B: Über Rotterdam:
gewöhnliche Päckereien ohne declarirten Werth.

C: Über Hamburg:

Fahrpostsendungen jeder Art unter den im Postverein geltenden Bestimmungen.

Die Beförderung über Belgien und Calais und über Rotterdam ist nur auf ganz besonderes Verlangen des Absenders zu bewirken; der Weg über Hamburg dagegen bieter zum Theil eine billigere Versendungsgelegenheit und wird jedenfalls dann benützt, wenn je nach der Beschaffenheit eines Fahrpoststücks dessen Beförderung auf keiner der anderen Routen möglich ist.
...


Vielleicht hilft dies bei künftigen Belegen den "richtigen" Weg zu finden ^^


Gruß
Postarchiv


Wo nichts mehr zu enträtseln bleibt, hört unser Anteil auf.

Ernst Freiherr von Feuchtersleben

46

Friday, February 12th 2016, 10:29am

Unterfrankiert aus GB

Hallo zusammen,

bei folgendem Brief aus dem Jahr 1869 von GB nach Baden hoffe ich auf Hilfe aus dem Forum:

Nach meinen Unterlagen wurden zu dieser Zeit (es galt der Postvertrag GB/FR von 1856, gültig ab 01.01.1857) unterfrankierte Briefe wie unfrankierte Briefe behandelt. So auch hier, war der Brief doch einer der dritten Gewichtsstufe (oben links), der aber nur für die erste Gewichtsstufe frankiert war. Von daher verfielen die verklebten 6d. vollständig und der Empfänger in Heidelberg hatte ein Porto in Höhe von 51 Kreuzer zu zahlen.

War zu jener Zeit das Porto je Gewichtsstufe nach Baden 17 Kreuzer? Von wann bis wann galt dieser Tarif?

Viele Grüße,
nitram
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47

Friday, February 12th 2016, 3:29pm

Lieber nitram,

nach mehreren Minuten der Berechnung (3. Gewicht für GB und FR und 2. Gewicht für Baden, da dort das Loth galt) komme ich auf keine 51 Kr. und habe bei einem Badenspezialisten um Hilfe für uns gebeten. Warten wirs ab ...
Liebe Grüsse vom Ralph

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48

Friday, February 12th 2016, 9:09pm

Lieber nitram,

der Brief ist geklärt nach dem Tarif von 1867 bis 1870:

3. Gewicht für GB und FR je 7,5g bzw. halbes Loth á 15 Kr. = 45 Kr. Porto.

In Baden je Loth 3 Kr., daher nur zweifach, wie auf dem Brief zu lesen, aber ohne Zuschlag, weil aus dem Ausland kommend: 2 mal 3 Kr. = 6 Kr..

Total daher richtig taxiert 51 Kr., weil die Marke verfallen war.
Liebe Grüsse vom Ralph

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49

Friday, February 12th 2016, 10:49pm

Lieber bayern klassisch,

zunächst einmal natürlich vielen Dank an Dich und natürlich auch an den nicht namentlich genannten Badenspezialisten. :thumbsup:

Ich erlaube mir, noch einmal nachzubohren: Ist der erwähnte Tarif von 1867 bis 1870 eine spezielle Vereinbarung zwischen Baden und Frankreich, die beide Gebührenbestandteile beinhaltet, hier also 45 Kr. und 6 Kr., oder wie muß ich mir das vorstellen?

Viele Grüße,
nitram

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50

Friday, February 12th 2016, 10:54pm

Lieber nitram,

es war vertraglich zwischen Baden und Frankreich fixiert, dass Baden für jeden einfachen Brief 15 Kr. (5 Decimes) an Frankreich vergütet, wenn er von GB stammt.

Wie Frankreich mit GB verrechnete (vermutlich über Paketabrechnung), interessierte Baden nicht.
Liebe Grüsse vom Ralph

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51

Saturday, February 13th 2016, 5:58am

Lieber bayern klassich,

OK, also nur die Frankreich zustehenden Gebühren waren Bestandteil von diesem Tarif. Macht ja auch eigentlich Sinn, war es doch Frankreich ziemlich egal, welche Inlandsgebühren Baden für solche Briefe erhoben hat.

Danke und Gruß,
nitram

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52

Saturday, February 13th 2016, 9:30am

Lieber nitram,

so ist es. Was GB von den 15 Kr. bekam, kratzte in Baden keinen. Man nutzte auch den Transit via Frankreich eher aus historischen Gründen - die Route über Preußen war ja schon massiv durch das Gewicht von 1 Loth als einfaches Briefgewicht stark begünstigt.

Schwierig war es nur für die Verrechnung interner Art, weil es dann 2 Gewichtsstufen unterschiedlich zu berechnen galt, denn die Franzosen schrieben nicht jeden Portobrief in die Briefkarte, sondern rechneten nach Gewichtsstufen ab. Daher reichte die Angabe 3 aus, um für Baden klar zu machen, dass hier 45 Kr. in der Karte zu vergüten waren. Was dann Baden nahm und welches Gewicht man dort ansetzte, interessierte weder die Briten, noch die Franzosen, denn deren Anteil war ja über die Karte berechnet worden.
Liebe Grüsse vom Ralph

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53

Tuesday, December 4th 2018, 8:51pm

Liebe Freunde,

mal etwas in fremden Gefilden gewildert und auf den hier gestossen:

Mannheim, 2.1.1838, nach London, zuerst Charing Cross, dann reexpediert nach Hatton Garden. Der Absender zahlte 12 Kreuzer für Baden und 39 Kreuzer Weiterfranko bis zur Küste.

In GB musste man 2 Shilling 8 Pence berappen und die Weiterleitung in London war offensichtlich kostenlos, weil der Brief den Postenlauf nicht verlassen hatte. Am 8.1.1838 kam er an. Empfänger war die Firma Cox & Co, "Army agents", was immer das auch bedeutet haben mag ...
bayern klassisch has attached the following images:
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Liebe Grüsse vom Ralph

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