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1

Wednesday, April 15th 2015, 6:42pm

Drucksachen Preussen

Hallo liebe Freunde,

... ist ja eigentlich nicht mein Gebiet, aber bei dieser Drucksache - gestempelt mit Ortsstempel Kaldenkirchen + Nummernstempel 698
konnte ich einfach nicht nein sagen - an den gleichen Empfänger habe ich auch in meiner bayrischen Mühlradstempelsammlung Briefe.
Ein genaues Jahr kann ich nicht feststellen, Wasserzeichen kann ich keines sehen, weswegen ich von der Mi.Nr. 9 ausgehe.

Vielleicht kommen ja von den Preussen-Spezialisten noch Zusatzinfos - der Nummernstempel ist ja nicht so schlecht, vielleicht habe ich mir ja eine Rosine an Land gezogen. :)
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Nimm dir im Leben ruhig die Zeit zum Sammeln und genieße einen guten Wein, denn die gesammelte Zeit nimmt dir irgendwann das Leben und dann wird man um dich weinen. (V.R.)

Bayernfarbenvielfaltverrückt - warum nicht?

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2

Wednesday, April 15th 2015, 7:01pm

Hallo Bayern-Nerv

es ist leider keine Drucksache - jedoch ein super Brief. M.E. ist es eine Mehrfachfrankatur der Nr.9. Sollte dies stimmen, stammt dieser Beleg aus dem Jahre 1858. Die Marke erschien erst am 09.07.1858 und die Nummerstempelentwertung entfiel zum 31.03.1859, ausser auf Marken der Nr. 2 bis 4.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf

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3

Wednesday, April 15th 2015, 7:08pm

Hallo liebe Freunde,

... ist ja eigentlich nicht mein Gebiet, aber bei dieser Drucksache - gestempelt mit Ortsstempel Kaldenkirchen + Nummernstempel 698
konnte ich einfach nicht nein sagen - an den gleichen Empfänger habe ich auch in meiner bayrischen Mühlradstempelsammlung Briefe.
Ein genaues Jahr kann ich nicht feststellen, Wasserzeichen kann ich keines sehen, weswegen ich von der Mi.Nr. 9 ausgehe.

Vielleicht kommen ja von den Preussen-Spezialisten noch Zusatzinfos - der Nummernstempel ist ja nicht so schlecht, vielleicht habe ich mir ja eine Rosine an Land gezogen. :)


Hallo Bayern-nerv,

zum einen: Es sieht zwar wie eine Drucksache aus, ist aber nicht so taxiert worden. Die Gebühr entspricht einem einfachen Brief bis zu einer Entfernung von 10 Meilen, was der Entfernung von Kaldenkirchen nach Brüggen entsprechen sollte. Außerdem wurden die Marken mit dem Nummernstempel entwertet. Das war bei Drucksachen nicht mehr vorgeschrieben. Dort wurde der Ausgabestempel zur Entwertung genutzt. Wäre es eine Drucksache gewesen, so wäre meiner Meinung nach auch das Gewicht (2 bis 3 Lot bei 1 Silbergroschen Gebühr) notiert worden. Wahrscheinlich wurde die Drucksache nicht anerkannt, weil diese versiegelt war und daher vom Postbeamten nicht gepruft werden konnte.

zum zweiten. Ich würde den Brief in das Jahr 1858 datieren. Zum einen sind die Marken der 3.Ausgabe erst ab diesem Jahr verwendet wurden, zum anderen wurde der Nummernstempel ab dem 1.4.1859 nicht mehr als Entwertungsstempel benutzt.

Es ist auf jeden Fall ein guter Beleg, denn die Nummernstempel-Entwertung ist bei den Marken der 3.Ausgabe recht selten (insbesondere auf Brief). Wären die Nummernstempel besser erkennbar, so wäre es wirklich ein Spitzenbeleg.

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4

Wednesday, April 15th 2015, 7:43pm

Kaldenkirchen

Hallo, ihr Beiden,

ich bin immer wieder verblüfft, wie schnell ich hier eine oder gleich mehrere kompetente Antworten bekomme, danke euch Beiden dafür! :thumbsup:

ich werde diesen Brief mit zu meiner Heimatsammlung der Postkarten von Kaldenkirchen stecken, damit er sich nicht so einsam fühlt und darauf hoffen, in ferner Zukunft noch einen 2. Brief zu finden.

Schöne Grüße
Bayern-Nerv Volker
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Michael

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Friday, June 10th 2016, 10:18pm

Hallo zusammen,
... Wäre es eine Drucksache gewesen, so wäre meiner Meinung nach auch das Gewicht (2 bis 3 Lot bei 1 Silbergroschen Gebühr) notiert worden. ...
ich frage mich, ob schwere Drucksachen tatsächlich eine Gewichtsnotierung aufweisen würden. Wenn man sich vorstellt, dass ein Bote mit hundert Drucksachen, z.B. einer Zeitung, zum Postamt kommt - da würde wohl kaum, nachdem die erste dieser Drucksachen gewogen wurde, noch die 99 anderen Zeitungen nachgewogen und beschriftet werden.

Anbei ein Streifband mit 1 Sgr. von Siegen nach Freudenberg (von 1859 oder später).
Die Entfernung beträgt ca. 1,5 Meilen. Ein einfacher Brief kostete hier 1 Sgr. - oder eine Drucksache > 2 Loth.

Gruß
Michael

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6

Wednesday, October 19th 2016, 6:58pm

Liebe Sammelfreunde

Nachfolgender Beleg war ebenfalls in dem Los:
Eine Vertreterkarte? aufgegeben am 05.11.1867 in Wörlitz ging es nach Christinasfeld in Schleswig, wo diese am 07.11. ankam. Frankiert mit einer 4' Pfennig-Marke zum Drucksachen-Franko.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf

https://de.wikipedia.org/wiki/Christiansfeld
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Michael

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7

Monday, December 5th 2016, 9:56pm

Liebe Freunde,

hier ein mit 8 Pfg. frankiertes Streifband von Berlin nach Mülheim a.d. Ruhr.
Die Frankatur entsprach einer Drucksache der 2. Gewichtsstufe.
Anscheinend enthielt die Sendung auch handschriftliches, so dass der Sondertarif nicht anerkannt wurde. Es wurden 3 Sgr. Briefporto notiert, unten rechts wurde zudem 3 Sgr. Porto notiert.
Hier scheint dem Postbeamten aber ein Fehler unterlaufen zu sein. Wenn die Drucksache in der 2. Gewichtsstufe lag, hätte auch das Briefporto mit 6 Sgr. für die 2. Gewichtsstufe angesetzt werden müssen.



Gruß
Michael
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8

Monday, December 5th 2016, 9:57pm

Lieber Michael,

ganz außergewöhnliches Stück - Glückwunsch! Aber warum wurden die verklebten 8 Pfg. nicht angerechnet?
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

Michael

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9

Monday, December 5th 2016, 10:27pm

Lieber Ralph,

ein berechtigter Einwand.
Im Reglement von 1861 ist die Anrechnung des verklebten Frankos vorgeschrieben (allerdings nur für das preußische Postgebiet, nicht in den Postverein!).
Der Postbeamte hätte also sowohl bei den notierten 3 Sgr. wie auch bei der richtigen Taxierung mit 6 Sgr. die 8 Pfennige in Abzug bringen müssen.

Die verwendeten Freimarken erschienen 1858. Wenn der Beleg 1858-1860 versandt wurde, galt noch das Reglement von 1856 in dem die Anrechnung der Frankatur noch nicht geregelt war.
Aber wenn der Versand erst 1861 erfolgte (Die Wappenausgabe mit 4 Pfg. erschien erst im Oktober 1861): Ein Brief mit 3 Verstößen gegen die Vorschriften?
- unzulässiger Versand als Drucksache durch den Absender
- falsche Taxierung mit 3 statt mit 6 Sgr.
- Nichtanrechnung der 8 Pfennige
;(

Ich gehe aber im Moment von einem Versand vor 1861 aus, so dass wir "nur" 2 Verstöße haben.

Gruß
Michael
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10

Tuesday, December 6th 2016, 6:54am

Lieber Michael,

das wäre ja der Hammer!

Wie sieht denn die Rückseite aus? Gesiegelt? Wenn gesiegelt, ist es schwer von einem versuchten Postbetrug zu sprechen, dann eher von einem unterfrankierten Brief. Vlt. hatte der Absender nur noch die beiden Marken zur Hand und wollte ihn unbedingt loswerden?

Wenn hinten nicht versiegelt, dann wohl der Versucht zu betrügen, wobei in diesen Fällen (ob in Preußen auch, weiß ich nicht) die Post oft notierte "enthält Geschriebenes, noch ...".
Liebe Grüsse vom Ralph

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Michael

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11

Tuesday, December 6th 2016, 8:13am

Lieber Ralph,
es handelt sich nicht um einen Umschlag, sondern um ein Streifband, in dem eine Zeitung o.ä. steckte.
Daher lag der geforderte offene (=kontrollierbare) Versand vor. Vermutlich war aber etwas handschriftliches beigelegt worden, so dass die Anerkennung als Drucksache entfiel.
Vielleicht forsche ich noch mal nach dem Superintendenten Schulz in Mülheim. Es wäre aber ein recht großer Glücksgriff, wenn hierüber die Verwendungszeit einzuengen wäre.
Ja, es wurde verschiedentlich notiert "keine Drucksache" o.ä.. Hier sparte man sich derartiges - vielleicht weil der Verstoß unübersehbar war?!

Gruß
Michael
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12

Tuesday, December 6th 2016, 9:03am

Lieber Michael,

wenn die Drucksache als Streif- bzw. Kreuzband ausgeführt wurde, hätte ein handschriftlicher Inhalt "durchscheinen" können. Bei einem Kreuzband musste dieses aber geöffnet werden, denn es gab ja legitime handschriftliche Zusätze. Bei einem Streifband, wenn die Marken nicht als Haltefunktion übergehend verklebt worden waren, hätte man es nach Abstreifens sehen können.

Wegen der "nur" 3 Sgr. - es ist schwer eine 2. Gewichtsstufe zu unterstellen, wenn das Stück nicht mehr vollständig ist. Es gibt zwar ein Indiz mit 2 mal 4 Pfg. auf eine DS der 2. Gewichtsstufe, aber sicher ist es nicht.

Wäre es theoretisch nicht auch möglich, dass man unfrei verschicken wollte, eine unfrankierte DS aber das Briefporto von 3 Sgr. kostete und der Absender dann lieber frankierte?
Denn die Taxe 3 wurde gestrichen, wann auch immer. Dagegen spricht die 3 Sgr. Porto unten rechts, was aber so m. E. ungewöhnlich ist, weil man diesen kleinen Vermerk in der Ecke mal schnell übersehen konnte.

Es ist ein ganz tolles Stück, das vlt. sein Geheimnis behalten könnte, wobei eine archivarische Nachfrage bei unserem Superintendenten eine tolle Idee ist. Viel Glück und es wäre super, wenn wir da etwas heraus finden könnten. :P
Liebe Grüsse vom Ralph

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Michael

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13

Tuesday, December 6th 2016, 7:55pm

Lieber Ralph,

ein unfrankierter Versand von Streifbändern war in Preußen nicht möglich. Da das Streifband einen Vordruck aufweist, darf man wohl davon ausgehen, dass der Absender regelmäßig Drucksachen versandte und daher die Bestimmung kannte.
Aus dem gleichen Grund bin ich mir auch sicher, dass es eine Drucksache in der 2. Gewichtsstufe war, die mit 8 Pfg. frankiert wurde. Das Streifband ist auch so groß und aus kräftigem Papier, das dies gut möglich ist. Leider gibt es von Preußen (fast?) keine mit Zeitung erhalten gebliebenen Streifbänder ...

Gruß
Michael
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14

Tuesday, December 6th 2016, 8:04pm

Lieber Michael,

das macht Sinn - bei vorgedruckten Belegen blieben oft mehrere bis zahlreiche erhalten. Vlt. findet sich mal eines an den selben Empfänger, das als Streifband durch ging? Das wäre doch eine Traumseite - mal echt, mal Betrug (oder mal entdeckt und mal nicht, wie man will).

Ich drücke dir die Daumen!
Liebe Grüsse vom Ralph

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Michael

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15

Tuesday, December 6th 2016, 8:28pm

Lieber Ralph,

das wäre eine Traumseite, wohl wahr. :rolleyes:
Bis dahin kommt erstmal ein anderes Streifband auf die Seite.

Gruß
Michael
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robfaux

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Saturday, November 10th 2018, 4:44am

Hello all!

I was able to purchase this item last Spring and have not done the research on it yet. I have read through these posts and need to read a second time for understanding.

For some reason, I am attracted to drucksache items with a wrapper attached by the stamp.

However, the franking seems to be high for what I have here. I am looking at the Michel rate book, but it does not make sense to me right now. It looks like the item is dated 1863, so the May 1, 1856 rates should apply for printed matter.

It does seem that it would be similar to the item Ulf shows earlier in the thread. Perhaps I am misreading the date or I am not understanding how the Michel rate table works for Prussian Druchsache? I think I need to try reading Deutsch earlier in the day... I must be too tired now. :sleeping:

Regards,
Rob
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robfaux

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Monday, December 3rd 2018, 2:29pm

And, in case anyone should read the post above and wonder how I could possibly NOT read a rate table. I did figure this out. It is properly franked for an item up to 1 loth at 1/3 silbergroschen. May 1, 1856 - Dec 31, 1866. Sometimes I figure out the answer by simply trying to write a question about it. Often, I just roll my eyes and tell myself I am very silly to have not seen the answer once I figure it out. :rolleyes:

Best,
Rob

woermi

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Monday, December 3rd 2018, 8:51pm

Nice printed matter "Streifband" how we call it in German. I can show another example from my collection. The 4 Pfennig = 1/3 Silbergroschen rate been in charge until the Infla I think. The Prussian 4 Pfennig as a single Franking has been possible as well as a moderated rate for bulk letters. One speculative page to add...
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„Männer für gefährliche Reise gesucht. Geringer Lohn, bittere Kälte, lange Monate kompletter Dunkelheit, ständige Gefahr, sichere Rückkehr ungewiss. Ehre und Anerkennung im Erfolgsfall.“

– Ernest Shackleton

robfaux

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Tuesday, December 4th 2018, 4:36am

woermi,

Thank you for the response. You are probably quite correct that the rate continued for quite some time. I was merely running the rate period to the next change that was not in rate, but it was a change in the amount of weight for the first 1/3 silbergroschen. On Jan 1, 1867 the weight was increased from 1 lot to 2 1/2 loth.

Streifband... I will put that in my pile of new words that I am collecting. At this point, I wonder if I will ever learn enough. I suppose it doesn't help that I am trying to read postal conventions in French, Italian and German. Ugh. 8)

Interesting items that I will look at when I have better internet connection. Very slow right now. :(

Best,
Rob