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traumsand

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41

Saturday, June 3rd 2017, 6:34pm

Die "45" ist als Gebühr wirklich sehr hoch. Ich habe mir gerade noch einmal die französischen Taxzahlen zu Gemüte geführt. Eine "4" sieht doch deutlich anders aus. Wenn der Bogen bei der ersten Zahl oben geschlossen wäre, dann hätten wir eine "2" bzw. "25", wenn die "5" noch dazu kommt. Bin ich da auf dem Holzweg?

  • "bayern klassisch" started this thread

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42

Saturday, June 3rd 2017, 6:44pm

Hallo André,

beide Zahlen sind sicher deutsch - 45 und 12. Nur Klarheit haben wir immer noch nicht damit. Vlt. hilft uns hier noch einer?
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

43

Saturday, June 3rd 2017, 8:15pm

Hallo André und Ralph

45 Kreuzer Porto stimmt, war normal ab 1802/03 für Briefe aus Spanien nach Nürnberg wie wir es von anderen Förster und Günther Briefe kennen. Zuvor war es ab so 1796 nur 42 Kreuzer, und dann noch früher 36 Kreuzer.
Die 12 ist in Kehl vermerkt und war die 12 Decimes für die Transit durch Frankreich.

Kann gleichzeitig einen 36 und einen 42 Kreuzer Brief zeigen aus 1790 bzw 1799. Beide von Valencia.

Viele Grüsse
Nils
Nils has attached the following images:
  • Valencia-Nürnberg 6.7.1790.jpg
  • Valencia-Nürnberg 15.10.1799.jpg
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • "bayern klassisch" started this thread

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44

Saturday, June 3rd 2017, 8:39pm

Hallo Nils,

danke für die Aufklärung - interessant, dass Kehl in Decimes notierte, statt gleich 36 Kr. fremdes Porto anzusetzen (vermutlich hat die Reichspost eh weniger an Frankreich vergütet und die 12 Dec. nur als Verrechnungseinheit angesehen - Paketabrechung).
Liebe Grüsse vom Ralph

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traumsand

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45

Saturday, June 3rd 2017, 8:44pm

Hallo Niels,

Herzlichen Dank für die Informationen! Aus dem Postvertrag von 1801 zw. Frankreich und T&T konnte ich auch nur eine Paketabrechnung für den Transit ersehen, der keinen Rückschluß auf den einzelnen Brief zuläßt.

Gibt es Quellen, aus denen man die Gebühren herleiten kann?

Beste Grüße
André

46

Friday, December 22nd 2017, 4:36pm

günther & förster

Aus dieser Korrespondenz habe ich bisher ca 500 Briefe alleine aus den Jahren 1783-1796 registriert. Darunter auch die spannenden Jahre 1794-96 wo wir Umleitungen über England, Mailand, Genua und Livorno sehen. Nahezu jeder Umleitungs-Brief sieht anders aus.
Auch einmal eine Veröffentlichung wert.
Beste Grüße achim

Welfe

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47

Saturday, October 13th 2018, 12:25am

2 weitere (desinfizierte) Briefe aus der Günther und Förster Korrespondenz

Hallo,

ich kann zwei weitere Briefe aus dieser Korrespondenz vorstellen. Beide stammen aus dem Jahre 1805 zur Zeit der Gelbfieber-Epidemie.

  • 12.Juli 1805: Brief von Cadiz via Irun/Bayonne (?), Paris, Kehl und ? nach Nürnberg.
    Auf der Rückseite finden sich keine weiteren Vermerke.
    Der Brief wurde mehrfach desinfiziert: Einmal in Spanien - vgl. 3 cm langer diagonaler Schlitz und Essigspuren (entweder in Cadiz direkt oder an der spanisch/französischen Grenze) und dann in Nürnberg - vgl. Stempel „GEREINIGT
    VON INNEN UND AUSSEN NÜRNBERG
    “ (hierzu wurden die Briefe in Nürnberg geöffnet, desinfiziert und mit neuem Siegel wieder verschlossen)
    Tarif: Porto betrug 45 Kreuzer (12 Decimen für den Transit durch Frankreich) - vgl. Beitrag von Nils
  • 29.6.1805: Brief von Saragossa via La Jonquera/Perpignanvia, Paris, Kehl und ? nach Nürnberg.
    Auf der Rückseite finden sich keine weiteren Vermerke, nur ein Siegel der Fränkischen Kreis Sanitäts Commission.
    Auch dieser Brief wurde mehrfach desinfiziert: Einmal in Spanien - vgl. 2,5 cm langen diagonalen Schlitz und Essigspuren (wahrscheinlich den spanisch/französischen Grenze bei La Jonquera/Perpignan) und dann in Nürnberg - vgl. Stempel [font='&quot']GEREINIGT VON INNEN UND AUSSEN NÜRNBERG [/font]. Tarif: Hier sind mir die (hohen) Gebühren ein Rätsel. Wie kommt man auf 1 Gulden und 59 Kreuzer? Die 36 könnten 36 Kreuzer für den Transit durch Frankreich sein, oder auch 36 Decimen für eine höhere Gewichtsstufe (auch wenn man es heute dem Brief nicht mehr ansieht - er wiegt ca. 5 Gramm). Was bedeutet die 6 rechts oben?

Björn
Welfe has attached the following images:
  • Cadiz-Nuernberg_1805-07-12.jpg
  • Saragossa-Nuernberg_1805-06-29.jpg

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48

Saturday, October 13th 2018, 1:05am

Hallo Björn,

zwei tolle Briefe - klasse.

Ich denke, dass beide über Frankfurt am Main nach Bayern liefen.
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

49

Wednesday, October 17th 2018, 7:39pm

Hallo Björn

Du hast ja zwei interessante Briefe in deiner Sammlung.

Die Gebühre für den zweiten Brief ist nicht einfach.
Aber ich nehme an dass der Brief in Deutschland in der zweiten Gewichtstute lag und in Frankreich in der dritten Gewichtsstufe.
Also dann 16 Kreuzer Rh für die Reichspost und 103 Kr Rh für Frankreich

Viele Grüsse
Nils
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traumsand

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50

Friday, October 26th 2018, 9:37am

Könnte es sich vielleicht bei den 1 Gulden und 59 Kreuzer um die zusammengefasste Gebühr für die Abholung mehrerer Briefe handeln?


- Post aus Cadiz lief zu dieser Zeit in der Regel über Irun/Bayonne. Da die Gelbfieberepidemie in Spanien bereits Ende Dezember 1804 endete, ist eine Desinfektion bei Ankunft der Post in Frankreich wahrscheinlich.

– Briefe aus den Gebieten Katalonien, Valencia, Mallorca und Murcia sollten über La Junquera/Perpignan geleitet werden (Saragossa zählte zu Aragon). Die Bedeutung der Postübergabe La Junquera/Perpignan nahm mit der Zeit jedoch zu. Ist jemanden bekannt, wann die Anordnung Briefe nur aus den grenznahen Gebieten hierüber zu leiten aufgeweicht wurde? Die reichliche Verwendung von Essig, der bräunliche Spuren hinterläßt, ist jedenfalls typisch für Katalonien und die Region Roussillon.