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Wednesday, September 9th 2015, 7:39pm

Grossbritannien-Nordische Länder und vv

Hallo Freunde

Vorläufig habe ich wenig für die nordische Länder interessiert. Vielleicht will es sich ändern, vielleicht nicht. Es ist so wie so ein interessanter Feld der Postgeschichte, ohne Zweifel. Und ohne Zweifel ist auch die Kontakte mit Grossbritannien interessant da es ein grossen Vielfalt hier gibt.
Aber also bei mir sehr, sehr eng belegt. Ich muss aber vorläufig schreiben - man weiss ja nicht was es noch kommt.

Dieser Brief ist in Aberdour in Scotland 16.12.1791 geschrieben. Also vor der Revolution ein Innfluss auf den Postgang gehabt hat. So es ist ein echter Friedensbrief :)
Der Brief war an Robert Liston in Ekolsund gerichtet. Liston hat nicht in Schweden gewohnt, hat aber ein Verwandter (Reederei und Grosshändler) in Ekolsund besucht
Der Absender hat 3 Pence Aberdour-Edinburgh, 7 Pence Edinburgh-London, 1 Shilling London-Kontinent, zusammen 1/10.

Was der Empfänger bezahlt hat ist nicht vermerkt, aber gratis war es nicht.

Viele Grüsse
Nils
Bayern-Nils has attached the following images:
  • Aberdour-Ekolsund 16.12.1791.jpg
  • Aberdour-Ekolsund 16.12.1791 bak.jpg
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

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2

Thursday, September 10th 2015, 6:03pm

Hallo Nils,

ein sehr interessanter und zu erforschender Brief.

Vermutlich ? wurde der Brief einem Kapitän eines Schiffs (Segler – Frachter – Schoner) mitgegeben was in Richtung Schweden fuhr. Was der Kapitän von den 1/7d. bekam ist fraglich, in der Regel waren es 2 Pence.

Der Aufgabestempel ist deutlich „ABERDOUR“ in Schottland.Gerichtet war der Brief an den Minister in Aberdour der sich zur Zeit in Schweden aufhielt.

Da es noch keine ordentliche Schiffsverbindung zwischen England und Schweden gab, nehme ich an, dass der Brief direkt nach Stockholm, Göteborg oder Helsingborg transportiert wurde.

1791* War die Inlandsgebühr von Aberdour bis London = 3 Pence.

War die Seegebühr von Küste (Inland) zu Küste (Ausland) = 1/7d. = 1/10d.


Die schwedischen Gebühren von 01.01.1786 bis zum 30.04.1807 waren bei Anlieferung gewesen:
Brief bis 1 Lot = 13,28 Gramm
Stockholm – Ekolsund = 1 Skilling Banco 6 Runstück

Göteborg – ” = 3 Sk.b:co 6 rst.

Helsingborg – „ = 4 Sk.b:co


Der Absender zahlte die englische Taxe und der Empfänger zahlte die schwedische Taxe: 1/6 Sk, 3 Sk oder 4 Sk. Banco.


Gruß Alandsammler :P

3

Friday, September 11th 2015, 9:10am

Hallo Ålandsammler

Danke für deine Antwort. :)

Die Taxierung 1 Shilling 10 Pence ist wie ich es oben beschrieben habe:

3 Pence Aberdour-Edinburgh für Strecke innerhalb Scotland bis 50 Miles (1785-1795). 7 Pence kostet Edinburgh-London (auch 1785-1795). Letzte Gebühr ist die von London mit 1 Shilling was bis der Kontinentalküste reicht.

Der Laufweg hier sollte der übliche sein über Holland und Hamburg (genau wo der Brief landete habe ich jetzt nicht im Kopf). Ein direkten Route nach Schweden gab es ja nicht wie du sagts, aber dass die britische Post den Sack an ein privaten Schiff geben wollte glaube ich nicht so lange die normalen Postwege funktioniert hatten. Besonders nicht im Winter wo das Wetter eine grosse Unsicherheitsmoment war.

Zu dr Briefempfänger: Dieser Robert Liston war kein Minister in Aberdour. Der Empfänger war der englischen Ambassadör in Schweden https://en.wikipedia.org/wiki/Robert_Liston_(diplomat)

Zu die schwedische Gebühre: Der Empfänger hat dann also 4 Skilling Banco für die Strecke Helsingborg nach Ekoldsund. Dann bleibt es nur herauszufinden wie die Gebühre bis Helsingborg waren.



Viele Grüsse, Nils
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4

Sunday, September 13th 2015, 6:26pm

Hallo Nils,

egal ob Diplomat oder Ambassadör, es ist ein Minister für´s Aussenministerium.

Vielleicht heisst es in jedem Land ein bisschen anders.

Ich lese weiterhin auf deinem Brief:

Position 1) 3d.

Position 2) 1/7

dann kommt ein Klammeraffe = 1/10d.

1 Shilling lese ich überhauptnicht!

und so viel wie ich weiss gab es auch keinen Seetransport für 1 Shilling, selbst nicht über Holland.

Rechts oben steht die Kartirungsnummer "1".

In der Mitte lese ich noch 1 RD, das heisst = 1 Riksdaler - was aber zu diesem Zeitpunkt nicht passt.

In dieser Zeitspanne wurde nur in Skilling Banco mit Runstyck verwendet.

Ging der Brief aus Hamburg so musste der Empfänger ab 1814 = 1 RD 12 sk Bezahlen.



Gruß Alandsammler

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Sunday, September 13th 2015, 6:50pm

nochmal

Hallo Nils,

vorab lese ich auf deinem Brief

Pos. 1) 3 d.

Pos. 2) 1/7 d. dann kommt ein Klammeraffe und dann 1/10 d.

Also 1 Shilling lese ich gar nicht.

Da zur damaliger Zeit Schottland zu England gehörte kann ich mir gut vorstellen das das Inlandsporto nur 3d. kostete.

In der Mitte steht noch 1 RD….

Aber zur gegebener Zeit gab es diese Taxe noch nicht den es wurde nur in Skilling mit Runstyck berechnet. Sollte der Brief wirklich von Hamburg abgegangen sein, dann beträgt die Gebühr ab 1814 = 1 RD. 12 Sk, aber nicht 1 RD.

Werde aber einen England-Spezialisten fragen wie sich die Sache verhält.

Ich weiss oder habe etwas gelesen, dass es diese Gebühr von 1/7d. gegeben hat.

Den Zeitraum kenne ich nicht.

Sobald ich etwas näheres weiss, werde ich dich informieren.

Gruß Alandsammler

6

Sunday, September 13th 2015, 7:31pm

Hallo Ålandsammler

Zu die Gebühre:

Da es schon feste Gebühre zwischen Edinburgh und London und England-Kontinent gab war es normal die Gebühre so zu vermerken. Hier hat man also zuerst die Inlandsgebühre für Scotland vermerkt, und dann 3 Pence für eine Strecke "1 Stage to 50 Miles". Diese Gebühr gab es ab 31.8.1784.
Die Gebühre Edinburgh-Kontinent ist auch normalerweise in eine Summe vermerkt, wie hier. Grundlage für alle Gebührenrechnungen bei Auslandsbriefe waren Strecke bis London + Auslandsgebühr je nach wohin der Brief laufen sollte. Scotland-London kostete 7 Pence, auch diese Gebühr gab es seit 31.8.1784. Auslandsgebühr 1 Shilling für Briefe nach Schweden, Dänemark gab es schon ab 1742. Und ist in unterschiedlichen Verordnungen in zB 1765, 1777, 1795 wiederholt geworden.
3 Pence + 1 Shilling 7 Pence macht dann also 1 Shilling 10 Pence.

Obwohl Scotland unter England politisch lag, gab es bis 1801 eigene schottische Gebühre. Dann fallen die Inlandgebühre für Scotland weg, wie auch die Gebühre Edinburgh-London.

So bei die Gebühre soll es kein Zweifel geben.

Wenn es um den Minister geht: Es gab auch einen scottischen Minister der Robert Liston hiess. https://en.wikipedia.org/wiki/Robert_Liston_(minister)
Ein Minister hat aber hier nichts mit Aussenministerium zu tun. Minister war eine kirchliche Stellung und hatte nichts mit die Diplomatie zu tun.

Viele Grüsse
Nils
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Monday, September 14th 2015, 5:43pm

Hallo Freunde

Auch einen Brief nach Dänemark kann ich zeigen, diesmal aus Irland.

Der Brief ist in Cork, Irland geschrieben und abgeschickt 13.11.1799. Irland war zu dieser Zeit weder politisch noch postalisch ein Einheit. Das kam erst in 1801 mit der Schöpfung von the United Kingdom og Great Britain and Ireland.
Aber es gab nicht viele postalische Wege ausserhalb England so und England und Irland war ja auch trotz alles ganz eng verbunden.

Der Absender musste für dieser Brief die relativ höhe Summe von 4 Shilling 2 Pence. Es heisst dann ein doppelter Brief.
Die Gebühre Stellt sich so zusammen:
Inland Irland: 2 x 5 Pence = 10 Pence
Waterford-London: 2 x 8 Pence = 1 Sh 4 Pence
London-Cuxhaven-Hamburg: 2 x 1 Shilling
Summe macht dann 4 Shilling 2 Pence bis Hamburg

Beweis für die Bezahlung gab man in London mit dem Paid-Stempel (Dieser Typ nur ein halbes Jahr bekannt zweite Hälfte 1799)

Der Empfänger musste 6 Lübbische Skilling für die Strecke Hamburg-Kopenhagen was auch rückseitig vermerkt ist.

Viele Grüsse
Nils
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  • Cork-Kjøbenhavn 13.11.1799.jpg
  • Cork-Kjøbenhavn 13.11.1799 bak.jpg
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Saturday, October 1st 2016, 1:21pm

Zu die schwedische Gebühre: Der Empfänger hat dann also 4 Skilling Banco für die Strecke Helsingborg nach Ekoldsund. Dann bleibt es nur herauszufinden wie die Gebühre bis Helsingborg waren.
Hallo Freunde

Eine Aufklärung die für die dänische Gebühre.

Schweden hat gar nichts für die Transite durch Dänemark bezahlt. Dafür dürfte aber Norwegen die Briefe frei durch Schweden schicken (Dänemark-Norwegen war ja ein Land). Es war so mit einige Kriegsausnahmen bis 1814/15.

Viele Grüsse
Nils
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Tuesday, October 23rd 2018, 7:57pm

Hallo Freunde

Ich zeige Heute einen Brief der von Kirkcaldy in Scotland 10. Juni 1803 geschrieben war nach und dann nach Kopenhagen geschickt. Der Kirkcaldy Stempel ist sehr schwach oben links zu sehen. Weiter von Kirkcaldy lief der Brief über Edinburgh 11. Juni, London 13. Juni und dann weiter über ??? Ja, wo dann?

Frankiert ist der Brief wie immer bis das Kontinent. Es heisst hier 2 Shilling 4 Pence. Scotland war jetzt einen Teil von Grossbritannien und unterlag dann das englische Gebührensystem mit Gebühre nach Meilen. Also normal frankiert und es gibt hier keinen hinweise. Britische Gebühre nach Schweden, Dänemark oder Deutsche Länder waren die gleichen.
Aber wenn wir sehen was der Empfänger bezahlt hat, kommt es auf jeden Fall einen Hinweis. Der Empfänger hat nur 2 Skillinge bezahlt - es heist eine Abstand von Hamburg nicht länger als 9 dänische Meilen. Helsingør liegt binnen diesen Abstand.
Es heisst meiner Meinung nach dass der Brief wohl über Göteborg geschickt war. Wir wissen dass wegen die Franzosen, es ein grosse Probleme gab die Briefe über Hamburg in Juni 1803 zu schicken. Yarmouth-Tönning war schon auf bestimmt, aber die Informationen waren etwas verzögert die Post angekommen. Eine Sendung über Schweden nach Deutsche Länder war aber auch geplant. Ich gehe daher davon aus dass dieser Brief über Schweden geschickt war.
Aber mangels anderen Belege bleibt es eine Hypothese die ich weiter bearbeiten muss.

Viele Grüsse
Nils
Nils has attached the following images:
  • Kirkaldy-København 10.6.1803.jpeg
  • Kirkaldy-København 10.6.1803 bak.jpeg
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