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Sunday, October 7th 2018, 5:41pm

Muster ohne Wert

Liebe Forumsmitglieder!

Bei der 33. Merkurphila Auktion am 14.10.2018 wird eine sehr seltene Teilfrankatur (Katalognummer 556) auf einem kompletten Brief (14-Kreuzer) als Kaffeemuster ohne Wert von Triest nach Modena angeboten. Vermutlich handelt es sich um eine Mustersendung mit dem Gewicht von 3 Loth. Dies würde der 1. Gewichtsstufe + 50% der zweiten Gewichtsstufe entsprechen. Laut Beschreibung kann man davon ausgehen, dass weitere Briefmarken auf dem beigepackten Kaffee-Muster geklebt waren.

Die Freimarken sind mit je 2 Stück 1 kr gelb und 6 kr braun auf Maschinenpapier Type III frankiert. Leider ist die 1kr Marke rechts oben getroffen, die obere 6 Kr-Marke links lupenrandig und die untere 6 Kr-Marke oben rechts kurz tangiert. Aber trotz allem ein sehr seltener Beleg den man nicht alle Tage sieht.

Lg Bernhard
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2

Sunday, October 7th 2018, 5:44pm

Hallo Bernhard,

Laut Beschreibung kann man davon ausgehen, dass weitere Briefmarken auf dem beigepackten Kaffee-Muster geklebt waren.


das ist ja wohl die schwächste Argumentation, die ich je in meinem Leben gehört habe.

Dekliniere doch mal die Tarife für Muster ohne Wert - Sendungen mit Gewicht hier durch.
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

3

Sunday, October 7th 2018, 5:56pm

Hallo Ralph!

Hab mal das Attest von MR Dr. Ulrich Ferchenbauer angehängt.

Lg Bernhard
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4

Sunday, October 7th 2018, 6:16pm

Hallo Bernhard,

danke für das Attest - schon 23 Jahre alt und allein dadurch schon (fast) wertlos.

Die Argumentation ist getragen von Unwissenheit über Taxen, Tarife und das damalige Procedere.

Leider gar nicht meine Baustelle, da ich die Regularien im ÖIPV nicht wirklich kenne, aber den Part mit den auf dem Muster aufgeklebten Marken sollten wir schnellstens vergessen (früher hat man sich mit solchen Käsebeschreibungen aus der Patsche zu helfen versucht, wenn man viel Geld für sein Attest forderte und bekam, aber keine Ahnund vom Zustandekommen der Frankatur hatte).
Liebe Grüsse vom Ralph

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5

Sunday, October 7th 2018, 7:53pm

Hallo zusammen,
.
man sollte dann in so einem Attest auch den korrekten Tarif benennen. Die Beschreibungen scheinen mittlerweile aber sehr deutlich besser geworden zu sein:
.
https://www.philasearch.com/de/i_9260_21…2.8786&row_nr=4


Kann das sein, dass auf den eingangs von Berni17 gezeigten Beleg hinten 14x und 4x Barfrankatur steht, dann wäre es ein Teilfrancobeleg ? ;( .
+ Gruß!
vom Pälzer

This post has been edited 1 times, last edit by "Pälzer" (Oct 7th 2018, 8:03pm)


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6

Sunday, October 7th 2018, 8:09pm

Hallo Pälzer,

wenn Modena = Kirchenstaat Teil des ÖIPV war, dann gab es keine Teilfrankaturen mehr, weil gerade der DÖPV und in seiner Nachfolge der ÖIPV keine Teilfranki mehr duldete.
Liebe Grüsse vom Ralph

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7

Sunday, October 7th 2018, 8:18pm

Hallo bk,
ich kann ja auch nur wiedergeben was da steht, was sollte das sonst bedeuten ?
+ Gruß!
vom Pälzer
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8

Sunday, October 7th 2018, 8:20pm

Hallo Pälzer,

da stehen 3 Zahlen - bei einem Teilfrankobrief von Land A nach Land B dürfte es nur eine Weiterfrankotaxe geben ...
Liebe Grüsse vom Ralph

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9

Sunday, October 7th 2018, 8:25pm

...also in meinen Augen stehen da 2 Zahlen, die obere nur mit Schnörkelstrich unterzogen. Aber egal, es wäre jetzt an der Zeit für die einschlägigen Experten. Modena scheint in der Zeit auch gesonderte Abkommen mit Österreich gehabt zu haben wie ich im DAS-Projekt Postverträge gerade sah.
.
+ Gruß!
vom Pälzer

Michael

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10

Sunday, October 7th 2018, 9:59pm

Hallo zusammen,

leider ist bei der Beschreibung keine Jahreszahl ersichtlich ...

wenn Modena = Kirchenstaat Teil des ÖIPV war, ...

das verstehe ich jetzt nicht so ganz, wieso Kirchenstaat?

... Vermutlich handelt es sich um eine Mustersendung mit dem Gewicht von 3 Loth. Dies würde der 1. Gewichtsstufe + 50% der zweiten Gewichtsstufe entsprechen. ...

Gemäß österreichischen Instruktionen für den Postverkehr mit Modena im ÖIPV (ab 1.1.1852) war bei Mustersendungen je 2 Loth die einfache Brieftaxe anzusetzen. Wenn die 14 Kr. die komplette Frankatur bildeten, müsste der Brief also von 1850/51 sein.

Gruß
Michael
Preußen mit Transiten

11

Sunday, October 7th 2018, 10:09pm

Hallo Michael,
ich sehe auf der Rückseite einen blauen Rundstempel mit 11.FEBR.1858 als Datum.
+ Gruß !
vom Pälzer

Michael

Administrator

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12

Sunday, October 7th 2018, 10:12pm

Hallo Pälzer,

ja, klar zu erkennen (wenn man hinschaut ;) )
Dann also ÖIPV-Tarif und die 14 Kr. sind etwas rätselhaft ...

Gruß
Michael
Preußen mit Transiten

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13

Monday, October 8th 2018, 1:53pm

Lieber Michael,

sorry für Modena - Kirchenstaat, hatte Bologna im Kopf als Grenzpostamt mit vlt. eigenen Tarifen ...
Liebe Grüsse vom Ralph

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14

Tuesday, October 9th 2018, 8:55pm

Im Ferchenbauer Spezialkatalog wird dazu folgende Tariftabelle angeführt.
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15

Friday, November 2nd 2018, 5:39am

Hier ein neuer Zugang in meiner Sammlung den ich euch zeigen möchte.

Ein Brief der 3. Entfernungszone, 3. Gewichtsstufe mit dem Vermerk "Anhang Probe ohne Wert" in drei voll- bis breitrandigen Exemplaren der 9 Kreuzer Ty IIIb mit einer weiteren 6 Kreuzer (Rekogebühr) des Typ III, Platte B rückseitig (mit starkem Bug) samt besseren Stempel N:B:H:WIEN nach Brünn mit dem Vermerk "Poste restante". Alle in 2fach Gravur und auf Maschinenpapier.

Bei der 5 M Ty IIIb bin ich mir nicht ganz sicher ob es die Platte B ist. Eine eindeutige Platte A 2 hab ich noch nicht gesehen und eine Platte E (große Rhomben) kann ich ausschließen.

Zu den Stempeln:

Abstempelung: N:B:H:WIEN (RS-f, 5 Punkte)
Referenz: Müller 3227a

Abstempelung: RECOM: (RL, 72 Punkte)
Referenz: Müller 3711a

Abstempelung: BRÜNN (RfB-fe, 170 Punkte)
Referenz: Müller 336d


Bei meinem befindet sich kein Muster mehr einliegend und es ist auch kein Schreiben vorhanden. Es ist lediglich ein Blatt Papier zu einem Brief zusammengefaltet.

Dazu habe ich zwei Fragen:

Handelt es sich hierbei um eine Briefhülle oder um einen Brief?
Ist mein Muster ohne Wert eine seltene Verwendung mit all diesen Vermerken (Postlagernd, recommandiert)?

Würde dazu gern eure Meinung einholen.

Lg Bernhard




16

Friday, November 2nd 2018, 8:45am

Hallo,
.
Faltbriefhülle ohne Inhalt würde ich sagen und Reco, Poste restante und MoW vereint auf einem Beleg dürfte ohne übertreiben zu wollen eine universelle Rarität auf Weltrangebene sein. Wer sich da noch an dem Bug hinten aufhängen wollte, der soll das gerne tun, in meinen Augen wäre der angesichts dieser 3er-Kombi praktisch bedeutungslos. Auch optisch ein Kracher der sich gewaschen hat. .

Gratulation + Gruß!.

vom Pälzer

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17

Friday, November 2nd 2018, 10:18am

Hallo Bernhard,

wenn es heute noch eine Handvoll vergleichbarer Belege gibt, würde ich das als nicht übertrieben ansehen.

Über 4 - 6 Loth war nicht jeder Brief schwer, MoW anhängend ist immer schön, recommandirte MoW - Briefe sind selten, sogar in Österreich und poste restante ist auch nicht gerade häufig.

Dazu hat er m. E. ein sehr gefälliges Aussehen, oder, wie wir Postgeschichtler gerne sagen, "er hat ein Gesicht".

Fehlte noch eine Retour - Recepisse bzw. eine Unterfrankatur, dann hätten wir praktisch alles durch ... :D
Liebe Grüsse vom Ralph

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This post has been edited 1 times, last edit by "bayern klassisch" (Nov 2nd 2018, 10:39am)


19

Friday, November 2nd 2018, 12:59pm

Ein Gesicht zum Verlieben :love:

Danke für eure Beiträge. Hab ihn bei der 23. Schlegel Auktion (Berlin) ersteigert im niedrigen 3-stelligen Bereich.

Wisst ihr eventuell die Frist (3 Monate ?) beim Vermerk "poste restante" im damaligen Kaisertum Österreich zu diese Zeit?

Lg Bernhard :D

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20

Friday, November 2nd 2018, 1:54pm

Hallo Bernhard,

ich glaube 3 Monate - in Bayern wurde die Zeit bei Reco auf 6 Monate verlängert; ob das hier auch der Fall war, kann ich leider nicht sagen ...
Liebe Grüsse vom Ralph

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