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141

Friday, May 19th 2017, 12:47pm

Liebe Freunde,

aus französischen Landen frisch auf den Tisch - den mir zum Kauf nahe gelegten tollen Brief (danke dafür!) mit 1 Decime gestrichener Lokaltaxe und poste restante, so wie ich es liebe.
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Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

oisch

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142

Wednesday, September 13th 2017, 11:16am

Den folgenden Brief habe ich schon einmal in der Rubrik "Hilfe bei schwerlesbarer Handschrift erbeten" gezeigt. Damals ging es um den Inhalt, der dank Filigrana auch "dechiffriert" werden konnte. Was mir jetzt noch fehlt ist der Portozeitraum und der Tarif (Gewicht / Entfernung).

Es handelt sich um einen Portobrief (offensichtlich komplett erhalten mit einem Gewicht von 4 g) von Neustadt / Haardt nach Mainz (Entfernung Luftlinie 75 km) vom 21. Pluvios 7 also den 2. Februar 1799. Da die Pfalz damals unter Französischer Besatzung stand (Departement "100" Mont Tonnerre = Donnersberg) galt ja wohl der französische Inlandstarif ???

Der Brief trägt den Einzeiler "NEUSTADT" der meines Wissens nur von 1798 - 1799 im Einsatz war und durch den Departementstempel "100 NEUSTADT" ersetzt wurde und zusätzlich den Einzeiler "P.PAYE". Auf der Rückseite steht als Gebühr "4" (Decimes).

Somit meine Frage: Welcher Entfernung und Gewichtsprogression entsprachen diese 4 Decimes und in welchem Tarifzeitraum (von - bis).

Besten Dank vorab
Oisch

PS: Der Empfäger (August) Mosdorf wurde im Dezember 1813 zum Interims Präfekt des Departements ernannt, im oblag allerdings im wesentluichen
nur noch die Übergabe an die Alliierten nach der Niederlage der Franzosen in der Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober des gleichen Jahres.
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143

Wednesday, September 13th 2017, 11:40am

Hallo Oisch,

Tarif vom 5. Nivose im Jahr V (25.12.1796):

Briefe mit weniger als 1/2 Unze Gewicht im gleichen Departement 4 Sous. Wäre es kein Faltbrief gewesen, sondern ein Kuvert, hätte man 1 Sou dazu geschlagen.

Quelle: "Département Conquis Département Nr. 100 Donnersberg / Du Mont-Tonnere (4.11.1797 bis 16.01.1814) von Detlev Albrecht (hier im Forum Mitglied) auf Seite 114 seines Buches.
Liebe Grüsse vom Ralph

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oisch

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144

Wednesday, September 13th 2017, 12:45pm

Hallo Ralph,

vielen Dank für die Express-Antwort.
Tarifende dürfte dann die Umstellung auf das metrische Sytem am 14.11.1800 gewesen sein ???

Gruß Klaus
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145

Wednesday, September 13th 2017, 1:03pm

Hallo Klaus,

ja! Der neue Tarif vom 1. Germinal im Jahr VII (22.3.1800) zum Gesetz vom 18.12.1799 änderte die Tarife gewaltig, weil das vorherige untauglich war.

Jetzt kostete ein einfacher Brief unter 7g bis 100 km 2 Dec., 101 - 200 km 3 Dec. und so weiter je 100 km.
Liebe Grüsse vom Ralph

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146

Monday, October 9th 2017, 5:54am

Paris local 1919

Hallo,

I did a small trip with my wife this weekend and couldn't resist to this one in an antique shop.

Triangle taxe handstamp + postage due tied to the card. 15 centimes should have been affixed.

What is the machine postal mark?

Best regards

Sylvain
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147

Tuesday, June 12th 2018, 4:10pm

Liebe Freunde,

Portobrief aus Nogaro nach Condom (ca. 100 km westlich von Toulouse) für 3 Decimes, poste restante verscickt und als Minibrief sehr attraktiv (8 cm x 5,3 cm).

Inhalt ist vorhanden, aber das Datum kann ich nicht bestimmen ("le 17 julliet").
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148

Wednesday, June 13th 2018, 8:10pm

Hallo Ralph,

Ich kann versuchen, den Datum zu entschlüsseln, wenn du uns der Inhalt zeigst.

Viele Grüsse.

Emmanuel.

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Thursday, June 14th 2018, 6:48am

Lieber Emmanuel,

außer dem 17. Juli habe ich kein Datum gefunden ...
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Thursday, June 21st 2018, 7:40pm

Lieber Ralph,

Leider, Ich auch.
Der Text fasst keine Anweisungen um, die uns erlauben könnte, diesen Brief zu datieren.

Viele Grüsse.

Emmanuel.

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Thursday, June 21st 2018, 8:25pm

Lieber Emmanuel,

danke für deine Rückmeldung - wenn ich ihn beschreibe, wäre um 1810 eine plausible Datierung?
Liebe Grüsse vom Ralph

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Friday, June 22nd 2018, 9:27pm

Lieber Ralph,

3 Décimes für eine Entfernung zwischen 50 ou 100 Km und ein Gewicht unterhalb 6 Gr = Tarif von 1806 (gültig in 1810).

Viele Grüsse.

Emmanuel.

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Friday, June 22nd 2018, 10:14pm

Lieber Emmanuel,

vielen Dank!
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Saturday, August 25th 2018, 12:44pm

Liebe Freunde,

wieder ein kleines Schmuckstück für meine internationale Poste - restante - Sammlung, das mir allerdings Rätsel aufgibt und wo ich mir hier Hilfe erhoffe.

Verfasst in Montigny (le Chartif) am 27.5.1843 wurde der Brief mit dem Landboten = O.R. = Origine Rural = Aus dem Landbezirk zur örtlich zuständigen Post nach Illiers (Illiers-Combray) ca. 6 km gebracht und dort als Portobrief mit 4 Decimes belastet. Empfänger war Monsieur Droutrot in Mortagne (Mortagne-au-Perche im Departement Orne), ca. 60 km westlich gelegen.

Der Brief zeigt einen 1D = 1 Decime - Stempel für Briefe des Landbereichs.

Meine Frage nun: Kam der 1D - Stempel in Illiers auf den Brief und bedeutete, dass der Portobrief 4D + 1D = 5D seinen Empfänger kostete, oder kam er wo anders auf den Brief, bzw. lautete die Rechnung anders?

Da er poste restane gestellt werden sollte, würde der Decime bei der Abgabe keinen Sinn machen.

P.S. Letzter Satz des Briefes: "Le facteur me pressant, je vour quitte". = Der Briefträger ist in Eile, ich mache jetzt Schluß". Hat man auch nicht alle Tage, dass der Briefträger vor einem steht und wartet, bis man seinen Brief zuende geschrieben hat ...
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Sunday, August 26th 2018, 10:40am

Lieber Ralph,

Es geben 2 Typen, von Land-Décime:
- Für die Landzustellung ( schwarze Tinte) nach einer Gemeinde ohne Postamt.
- Für die Landsammlung ( rote Tinte) in einer Gemeinde ohne Postamt.
Diese zusätzliche Tax ist nur ein einziges Mal gerechnet, selbst wenn der Brief zwischen 2 Gemeinden ohne Postamt zirkuliert.
Hier wurde der Brief in Montigny-le-Chartif geschrieben und wurde direkt dem Landbriefträger gegeben. Diese Gemeinde war vom Postamt Illiers postalisch versorgt. Also Sammelgebühr und I°D mit roter Tinte.
Das I°D Stempel wurde in Illiers angebracht. Der Empfänger hat 5 décimes bezahlt (4+1).

Viele Grüsse.

Emmanuel.

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Sunday, August 26th 2018, 2:07pm

Lieber Emmanuel,

vielen Dank - jetzt habe ich es verstanden. Klasse, so macht französische Postgeschichte Spaß. :P :P
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Sunday, September 16th 2018, 8:09am

Liebe Freunde,

für meine internationale poste restante - Sammlung 1806 - 1875 konnte ich einen Zukauf melden, der mit 3 Pizzen äußerst moderat war und an dem ich viel Freude habe, auch wenn ich ihn noch nicht ganz entschüsseln kann.

Aus dem (für mich) schönen Le Havre schickte man am 24.7.1865 einen Brief mit mehreren Wechseln an das bekannte Bankhaus Rothschild nach Paris. Die Pariser Post wusste, dass diese Briefe nicht auszutragen waren, sondern im Postamt liegen bleiben sollten, auch wenn die Absender nicht "poste restante" auf ihren Briefen vermerkt hatten!

So auch hier - kein Hinweis auf "poste restante", aber siegelseitig, daher habe ich auch einen gedrehten Scan angehängt, kann man sehr schön den "POSTE RESTANTE" - Stempel von Paris des Folgetages sehen.

Meine Fragen: Die frankierten 80 Centimes sind für Inlandsbriefe sehr hoch und müssten die 4. Gewichtsstufen darstellen (über 30 bis 40g) - ist das so richtig? Dann waren die Wechsel wohl etwas schwerer, denn heute wiegt der Brief nur 8g.

Was bedeutet der rote Pariser Stempel? Einen solchen konnte ich bisher noch nicht auf meinen Briefen nach Paris ausmachen.
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Sunday, September 16th 2018, 10:48pm

Lieber Ralph,

80 c = 3. Gewichtssufe. Mehr als 20 g bis zu 100 g.
Im 19. Jahrhundert ließen die große Pariser Banken oder große Versicherungsgesellschaften ihre Post im Hauptpostamt behalten, wo ein Angestellte kam, sie zu nehmen. Die Post war so postlagernd gestellt, ohne daß der Absender um das gebeten habe.
Das rote Stempel "Paris SC" bedeutet "Paris Service Central", also Hauptpostamt.

Viele Grüsse.
Emmanuel.

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Monday, September 17th 2018, 6:13am

Lieber Emmanuel,

vielen Dank - also bis 10g, bis 20g und über 20 - 100g, war so die Gewichtsverteilung?

Den roten Pariser Stempel hatte ich so auf meinen Briefen noch nicht gesehen, aber es wird wohl Massenware sein.
Liebe Grüsse vom Ralph

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Sunday, September 30th 2018, 9:08am

Liebe Freunde,

für meine kleine internationale Sammlung "Poste restante" ging einer ins Netz, den ich euch nicht vorenthalten möchte. Als Portobrief in 71 Sablé am 16.9.1829 für 6 Decimes aufgegeben, war er an Monsieur Renoufils proprietaire in Beauvais (Oise) gerichtet und mit dem obigen Vermerk "Poste Restante" versehen worden. Ausweislich der Siegelseite kam er am 19.9. dort an und wurde wohl innerhalb von 3 Monaten dort abgeholt.
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