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541

Wednesday, June 6th 2018, 7:56am

Hallo bk,
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anbei noch eine weitere Quelle zum Hauptmann Macher, siehe Seite ganz unten, welche seinen Verlust zu der Phase "der kleineren Ausfälle von Paris" an der dort vom 2. Bayerischen Armeekorps mit leichter und schwerer Artillerie gebildeten "Bayernschanze" zählt:


http://reader.digitale-sammlungen.de/de/…0339_00152.html
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Demnach war er dem 3. Bataillon des Königlich Bayerischen 9. Infanterie Regiments "Werde" angehörig und der letzte gefallene Offizier des gesamten 2. Bayerischen Armeekorps, welches letztendlich am 2. Juni 1871 den Rückmarsch in die Stammgarnison Würzburg antrat.
.
+ Gruß!
vom Pälzer

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542

Wednesday, June 6th 2018, 10:49am

Hallo Pälzer,

vielen Dank - je, der letzte seines Standes dort - auch ein Schicksal, das man nicht gerne teilen möchte ...
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

543

Thursday, June 7th 2018, 12:02pm

Lieber bayern klassisch,
leider komme ich erst heute hier zum Lesen und konnte folgendes finden:
Hauptmann Georg Macher, geboren zu Nürnberg am 13. Februar 1830, besuchte daselbst die Schule bis zum Jahre 1844 und wurde dann auf der Magistrats-Kanzlei zu Nürnberg beschäftigt, bis er im Jahre 1847 freiwillig in das 2. bayerische Artillerie-Regiment eintrat und als Feuerwerker im Jahre 1854 zum Unterlieutenant im 9. Jnfanterie-Regiment ernannt wurde. 1863 zum Oberlieutenant befördert, machte er 1866 als Ordonnanz-Ofsizier Sr. Excellenz des Generallieutenants von Hartmann den Feldzug mit, am 2. August 1866 avancirte er zum Hauptmann. Im 1870 nahm er an den Schlachten bei Weissenburg und Wörth, an den Gefechten vor Paris Antheil. Für sein braves Verhalten er mit dem Ritterkreuz II. Classe des Militair-Verdienst-Ordens Während eines Vorpostengefechts bei Bourg la reine erhielt Hauptmann Macher eine leichte Verwundung am Schenkel. Nach 10tägigem Aufenthalt im Spital zu Massy sollte Macher in Heimath transportirt werden. Das Schicksal hatte es anders gefügt, geliebte Gattin und seine zwei unmündigen Kinder sollte der nicht mehr sehen. Als er am 4. Dezember zu Lagny den besteigen wollte, da trat eine Lungenlähmung ein, die Leben dieses tüchtigen Ofsiziers plötzlich ein Ziel setzte. Als wurde Hauptmann Macher nach Würzburg übergeführt und dort zur Erde bestattet. (aus Biografien der im Kriege gegen Frankreich gefallenen Offiziere der Bayerischen Armee *).

Das ist eine typische Karriere und leider war er nicht der einzige, der den 1866er-Krieg überlebte und dann im Kriege 70/71 doch noch für "Gott, König und Vaterland" sein Leben "opferte". Aber vermutlich wird man das Grab im Hauptfriedhof Würzburg nicht mehr finden, falls es nicht bis heute Nachkommen gegeben hat. Ich habe nach einem General "geforscht" und dem sein Grab gab es nicht mehr.

Freundliche Grüße von Luitpold*
https://books.google.de/books?printsec=f…epage&q&f=falseHier finden sich weitere Schicksale von Offizieren, die wie gesagt, 1866 mitmachten und dann 1870/71 gefallen sind.
"Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde." (Karl Jaspers. dt. Philosoph).

544

Thursday, June 7th 2018, 12:03pm

...sensationelle Recherche ! :thumbup:

+ Gruß !

vom Pälzer

545

Thursday, June 7th 2018, 12:32pm

Hallo Pälzer,

sehr interessant - ich dachte auch, dass dies eine sehr späte Verletzung gewesen sein musste, da der Krieg ja praktisch schon entschieden war.

Vielen Dank für deine Ausarbeitung - jetzt kann das Stück ins Album und wird zu gegebener Zeit Teil meiner Bayern - Frankreich - Sammlung werden. :)
...sensationelle Recherche ! :thumbup:

+ Gruß !

vom Pälzer

Das macht doch Freude, wenn es solche Funde gibt. Und vielleicht zeigt auch diese Anzeige, was eigentlich nicht nötig ist, welch Schicksal der Wittwe und den "unmündigen Kindern" bevorstand.
Viele Grüße von Luitpold
Luitpold has attached the following images:
  • Würzburger_Abendblatt_15.12.1870.jpg
  • Würzburger Abendblatt - 13.12.1870-Todesanzeige.jpg
"Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde." (Karl Jaspers. dt. Philosoph).

This post has been edited 1 times, last edit by "Luitpold" (Jun 7th 2018, 1:53pm)


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546

Thursday, June 7th 2018, 12:40pm

Lieber Luitpold,

ganz herzlichen Dank für deine super Recherche - jetzt wissen wir sehr viel mehr über unseren wackeren Franken; das war halt Pech, kann man sagen, dass er so kurz vor knapp gestorben ist. Das Leben von Witwen und Kindern ist heute und war damals sicher kein Zuckerschlecken; als Hauptmannswittwe dürfte sie aber das Nötigste bekommen haben. Wie das bei den unteren Chargen aussah, möchte ich lieber nicht wissen ...
Liebe Grüsse vom Ralph

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547

Thursday, June 7th 2018, 2:03pm

als Hauptmannswittwe dürfte sie aber das Nötigste bekommen haben. Wie das bei den unteren Chargen aussah, möchte ich lieber nicht wissen ...

Nun, dazu gibt es auch Quellen. Die Pensionen wurden aus dem Militär-Witwen- und Waisen-Fond und Staatsmitteln bezahlt. In den Militärfond zahlten alle Militärs von ihrem Gehalt einen bestimmten Prozentsatz ein (sowas, wie unsere gesetzliche Rentenkasse).
Ganz allgemein ohne mich festlegen zu können: ein Hauptmann 1./2. Klasse hatte so 2.100/1260 fl. im Jahr. Die Wittwe erhielt 1/3 Pension + jährlich noch ca. 350 fl. Auch die Kinder erhielten rund 100 fl jährlich.
Bei den Soldaten: da las ich "Die hinterbliebene Witte eines gefallenen Soldaten erhält eine monatliche Pension von 8 fl 45 kr. für jedes Kund weitere 6 fl 4 1/2 kr.
Leider fehlt mir jetzt die Zeit hier tiefer zu recherieren, aber interessant ist das Thema auf jeden Fall.

Viele Grüße von Luitpold
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548

Thursday, June 7th 2018, 2:30pm

Lieber Luitpold,

das ist doch schon gut zu wissen - bei den unteren Chargen, ich hatte es schon befürchtet, zuviel zum Sterben, zuwenig zum Leben, sehr bitter.

Bei dem Offizier ganz ordentlich (waren ja auch viele adelig) und damit konnte man gut über die Runden kommen.

Danke für diese Infos. :)
Liebe Grüsse vom Ralph

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