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141

Saturday, March 10th 2018, 1:21pm

Lieber Hermann,

ich schrub es ja schon woanders hier: Es ist sensationell, wie viele Forwarder - Briefe es an Z. gibt. Ich denke, es müssen in toto eher Tausende, als Hunderte gewesen sein ...

Dennoch ist für mich jeder begehrenswert, zeigt er doch ein Verhalten auf, das in Postverträgen und Verordnungen so gut wie nie beschrieben wurde und dieses Kapitel kann nur der Forscher und Sammler aufs Tableau bringen, sonst keiner.
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

142

Saturday, March 10th 2018, 2:28pm

Lieber Ralph,

herzlichen Dank.
Hierzu ein weiterer Brief:
Brief aus Augsburg vom 1. Juli 1825, der zum Forwarder Gebrüder Kuner in Lindau gebracht wurde
und der in als Portobrief in Lindau aufgab (Stempel Lindau vom 4. Juli). Der Brief ging nach Malans
(Kanton Graubünden - Schweiz). Er lief über Feldkirch nach Chur und von dort mit der "Malanser-Bötin"
über Oberezollbruk nach Malans. Sie übernahm den Brief in Chur (Kanton Graubünden - Schweiz) gegen
11 Bluzger Gebühr (= 10 Bluzger Gesamtporto und 1 Bluzger Bürogebühr in Chur). Den Betrag bezahlte sie
dort. Für Ihren Botengang kassierte sie neben den 11 Bluzger, 2 Bluzger, also 13 Bluzger beim Empfänger.


Beste Grüße von VorphilaBayern
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143

Saturday, March 10th 2018, 3:15pm

Lieber Hermann,

traumhaftes Stück - von dieser Bötin hatte ich noch nie gehört. Großes Kino von dir. :P :P
Liebe Grüsse vom Ralph

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144

Saturday, March 10th 2018, 4:09pm

Lieber Ralph,

vielen Dank.
Steht alles in dem Buch "Emil Rüegg - 1727 - 1851 - Graubünden - Die Anwendung der Postverträge, Tarife und Verordnungen".

Beste Grüße,
Hermann

145

Sunday, March 11th 2018, 11:46am

Hallo VorphilaBayern,

ich würde den Brief wie folgt beschreiben:
In Art. 9 b des PV Bayern-Österreich von 1819 wurde vereinbart, dass Österreich bei Briefen aus Bayern in den Kanton Graubünden die darauf haftenden Taxen an Bayern ersetzt. Ansonsten beharrte Österreich auf den Grenzfrankozwang.
So konnte Bayern den Portobrief mit 2 Kr. bis Bregenz belasten. Dies war nur möglich, da der Brief in das Ausland lief, da das Porto im 1. Taxrayon nach dem Tarif vom 3.11.1810 3 Kr. betrug. Dieser Tarif galt jedoch nur den inneren Verkehr. Der österreichische Transit war gratis (§ 13, PV Österreich-Graubünden v. 1820).
Der Brief lief über Bregenz, Feldkirch und dem Fürstentum Liechtenstein bis zur Oberzollbrücke bei Maienfeld. Dort wurde der Brief von der Malanser Bötin übernommen.
Das Gesamtporto von 11 Bluzger setzt sich wie folgt zusammen: 2 Kr. Bayern + 4 Kr. Graubünden = 6 Kr. = 9 Bluzger + 2 Bluzger Botenlohn.

Grüße von liball

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146

Sunday, March 11th 2018, 1:05pm

Hallo Karl,

wow - das ist mal eine perfekte Aufschlüsselung eines nicht einfach zu interpretierenden Briefes. :) :) :)
Liebe Grüsse vom Ralph

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147

Sunday, March 11th 2018, 4:28pm

Hallo Karl,

herzlichen Dank für diese ausgezeichnete Beschreibung des Briefes.




Beste Grüße,
Hermann

maunzerle

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148

Tuesday, May 15th 2018, 5:58pm

Hallo ins Forum,

einen recht netten Forwarded Letter brachte mir die Post heute ins Haus. Geschrieben in Marktbreit, wurde er nach Ludwigshafen verbracht und erst dort nach Neustadt a. d. Haardt aufgegeben. Auf diese Weise sparte man 3 Kreuzer. Der Absenderstempel und der rückseitige Stempel des Forwarding Agents sind bei der gezeigten Faltung auch im Album schön darstellbar.

Was mir nach dem Öffnen der Sendung des Auktionators aber fast die Sprache verschlagen hätte, war allerdings die Auktionsrechnung. Bei einem Zuschlag von 40,-- beläuft sich diese auf € 63,07, was 57,7% entspricht. Das ist zumindest für mich ein neuer Rekord. Da heißt es wirklich, in Zukunft bei solchen Kleinlosen vorher gut zu überlegen, was an sog. Rollgeld unter Umständen noch dazukommen kann.

Das meint zumindest der maunzerle :thumbsup:
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149

Tuesday, May 15th 2018, 6:15pm

Lieber Peter,

ein wunderbarer Brief - Luxus! Jetzt hätte der Postgeschichtler nur noch gerne das Datum vom Marktbreit erfahren, damit er erkennen kann, auf welchem Wege der Brief seinen Weg in die Pfalz gefunden hat.

Friebel´s machts halt wie alle - nur wenn man viele Lose kauft, halten sich die Zuschläge einigermaßen in Grenzen, aber so viel findet man als Bayern - Spezi bei ihm halt nicht ...
Liebe Grüsse vom Ralph

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maunzerle

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150

Tuesday, May 15th 2018, 6:37pm

Lieber Ralph,

Wenn's sonst nichts ist! Geschrieben in Marktbreit am 20. Oktober 1855. War es nun Bahnpost, Schiffspost, Ballonpost, Kutschenbeförderung oder gar ein Pigeongram? :D

Liebe Grüße von maunzerle :thumbsup:
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Tuesday, May 15th 2018, 6:41pm

... edit ...
Liebe Grüsse vom Ralph

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Tuesday, May 15th 2018, 6:41pm

Lieber Peter,

2 Tage von Marktbreit bis Ludwigshafen - das lässt auf einen Zinkkugelbrief schließen (mainabwärts und ab Bingen rheinaufwärts wegen starkem, unterfränkischem Effet), die erst 1870 in einem unbedeutenden Krieg weiter für Furore sorgten! 8o

Schbaß - 2 Tage sprechen nicht für einen Reisenden in die Pfalz, sondern eher für eine Fahrpostsendung, der dieser Brief beigeschlossen worden war. Immer gut zu wissen, wie sie es machten, diese kleinen Lumpen damals. :D
Liebe Grüsse vom Ralph

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153

Wednesday, May 16th 2018, 4:53am

Hallo maunzerle,

hätte ichs gewußt, wäre es für dich eventuell billiger geworden. Ich war in Linnich und konnte ein paar interessante Preußen-Lose und Heimatbelege erwerben. Es war ein sehr angenehmer Morgen und nach der Auktion konnte ich noch ein paar Minuten mit Herrn Stegers reden, da fast alle Bieter den Raum verlassen hatten. Dabei gab er mir ein paar interessante Informationen zu unserem gemeinsamen Sammelgebiet Preußen und seiner eigenen Sammlung.

beste Grüße

Dieter

Ich habe nachgerechnet: Zuschlag + Aufgeld + Losgebühr + 19% auf die Summe = 58,07 €. Ich hätte dir den Beleg auch per Einschreiben geschickt. Also wäre das Ganze unwesentlich billiger geworden.

maunzerle

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154

Wednesday, May 16th 2018, 11:30am

Hallo Dieter,

Ich danke Dir für Dein Angebot, aber wir sollten uns beide jetzt nicht grämen, dass wir nicht vor der Auktion darauf zu sprechen kamen. Wie Du schon sagst, die Ersparnis wäre minimal und der Aufwand, den Du hättest treiben müssen, die Sache nicht wert gewesen. Es ging mir bei meinen Bemerkungen auch gar nicht um die paar Euro, die ich jetzt mehr oder weniger bezahlen musste. Ich wollte ganz einfach mal auf das prozentual horrende Aufgeld verweisen, das bei so kleinen Losen unter Umständen anfallen kann. Was ich ebenfalls nicht beabsichtigt habe, war irgendeine Kritik am Auktionshaus Friebel.

Beste Grüße von maunzerle :thumbsup:
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