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Michael

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41

Friday, May 19th 2017, 7:28pm

Liebe Freunde,

hier eine Fehlleitung, die diesmal durch rückseitige Kursstempel belegt ist.



Eine 2 Sgr.-Ganzsache (U2 von 1851) von Oppeln adressiert an
Fräulein Agnes Goellner
Wohlgeboren
in Bad Landeck
Im alten Badehaus(?)


Auf der folgenden Karte sind Aufgabe- und Zielort markiert. Oppeln lag an der wichtigen Bahnstrecke Myslowitz-Breslau (bekannt von der in Preußen eingehenden Post aus Polen und Südrussland). Theoretisch wäre eine Leitung ohne Bahn über die Schnellpostkurs Neisse-Glatz denkbar, aber wahrscheinlich war auch hier schon der Geschwindigkeitsvorteil der Eisenbahn gegeben. Jedenfalls landete der Brief am Aufgabetag im 2.Zug des Tages von Myslowitz Richtung Breslau. Die geplante Leitung ist mir leider nicht bekannt, aber gut vorstellbar ist ein Bahntransport bis Brieg, dort Umspedierung auf die Bahnlinie nach Neisse. Jedenfalls lief der Brief zu weit und wurde am Folgetag mit dem 1.Zug in Gegenrichtung wieder zurückgeschickt, vermutlich bis Brieg. Die Zustellung an das Fräulein geschah dann noch am selben Tag mit dem 2. Bestellgang.

Gruß
Michael
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  • Oppeln Landeck Karte.jpg
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42

Friday, May 19th 2017, 7:42pm

Lieber Michael,

vorzügliches Schaustück für Probleme im inneren Postleitungsbereich. Toll!

Die Adresse lese ich genau so - vlt. war die Empfängerin ein eher altes Mädchen? :D
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

Michael

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43

Friday, May 19th 2017, 8:21pm

Lieber Ralph,

ja, Fräuleins waren nicht automatisch um die zwanzig ... ^^

Bei diesem Brief finde ich die Geschwindigkeit (Zustellung am Folgetag) trotz der Fehlleitung beachtlich. Dies ist sicherlich zum einen dem relativ dichten Bahnverkehr auf dieser Strecke geschuldet - der 1. Zug von Breslau Richtung Myslowitz ging laut Fahrplan um 6 Uhr morgens ab. Der Rest der Strecke muss aber auch sehr effektiv per Kutsche oder Postreiter bedient worden sein.

Gruß
Michael
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44

Friday, May 19th 2017, 8:57pm

Lieber Michael,

bei der preussischen Bahnpost verwundert mich die rasende Zustellung nicht - sogar die bayerische galt als denkbar schnell und es ist heute immer wieder erstaunlich, in welch kurzer Zeit die Post zustellen konnte. Freuen wir uns, genau das mit solchen Belegen zeigen zu können. :)
Liebe Grüsse vom Ralph

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Michael

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45

Sunday, July 16th 2017, 3:04pm

Liebe Freunde,

bei Aufgabe eines Briefes waren die Marken mit einem Aufgabestempel so zu entwerten, dass eine erneute Verwendung nicht in Frage kam. Zudem sollten Aufgabeort und -datum gut zu lesen sein.
Bei dem folgenden Brief kümmerte sich der Breslauer Postbeamte nicht darum. Bei Zustellung in Naumburg a.Q. wurde daher der Ausgabestempel nicht nur (wie vorgeschrieben) auf der Rückseite abgeschlagen, sondern zusätzlich noch einmal auf den Marken.



Gruß
Michael
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46

Sunday, July 16th 2017, 3:09pm

Lieber Michael,

eine feines Stück für deine Contra - Slg.!

Gab es denn eine Vorschrift, die das Nachstempeln vorgab?

Bei Bayern gibt es sicherlich 100 Briefe aus der Kreuzerzeit (keine Ortsbriefe wohlgemerkt), bei denen die Marke(n) unentwertet blieb(en) und sich die Transit- und Abgabeposten allenfalls hinten verewigten. Preußen könnte das besser gelöst haben ...
Liebe Grüsse vom Ralph

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Michael

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47

Sunday, July 16th 2017, 3:21pm

Lieber Ralph,

zu den Aufgaben des decartierenden Beamten gehörte u.a.
...
Bei Revision der beigelegten Briefe ist zu prüfen:
...
4) ob auf den durch Marken oder Couverts frankirten Briefen, die bei Preußischen Post-Anstalten aufgegeben sind, die Entwerthung vorschriftsmäßig bewirkt ist
...

In einem der Folgeparagraphen steht dann:
Ist auf Briefen, die durch Marken oder Couverts frankirt ... die Entwerthung ungenügend oder gar nicht geschehen, so hat der decartierende Beamte die Entwerthung zu vervollständigen oder nachzuholen und für eine Rückmeldung nach dem Aufgabeorte des Briefes Sorge zu tragen.

Gruß
Michael
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48

Sunday, July 16th 2017, 3:42pm

Lieber Michael,

wenn es dann gänzlich unentwertete Marken und Wertstempel gäbe, wäre das eine mehrfache Contravention.

Ein solches Exemplar einer Rückmeldung wäre interessant zu sehen. Ob diese die turnusmäßigen Vernichtungen, wohl alle 3 oder alle 5 Jahre, überlebt haben?
Liebe Grüsse vom Ralph

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Michael

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49

Sunday, July 16th 2017, 3:54pm

Lieber Ralph,

wenn es dann gänzlich unentwertete Marken und Wertstempel gäbe, wäre das eine mehrfache Contravention.

nicht entwertete Marken für ein vorausbezahltes Bestellgeld, die anfangs noch rückseitig zu verkleben waren, gibt es.
Daher wurde diese Vorschrift ja auch bald geändert.

Ein solches Exemplar einer Rückmeldung wäre interessant zu sehen. Ob diese die turnusmäßigen Vernichtungen, wohl alle 3 oder alle 5 Jahre, überlebt haben?


Selten, aber gibt es, siehe hier.

Gruß
Michael
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50

Sunday, July 16th 2017, 4:11pm

Lieber Michael,

ich meinte im 1. Teil eher a) Aufgabepost vergaß die Stempelung, b) Transitpost vergaß die Stempelung und c) Abgabepost vergaß die Stempelung (z. B. bei einem Brief Köln via Düsseldorf nach Duisburg).

Zum 2. Teil: Danke - hatte ich schon fast vergessen, dass du solch eine Rosine schnappen konntest - über 2 Jahre her, ich muss mein Langzeitgedächtnis auf Vordermann bringen! ;)
Liebe Grüsse vom Ralph

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51

Sunday, July 16th 2017, 5:44pm

Lieber Ralph,

ja, schon verstanden. ;)
Wie gesagt, wird dies am ehesten noch bei rückseitig verklebten Marken für das Bestellgeld passiert sein.
Ein solcher Beleg mit vorderseitig nicht entwerteten Marken ist mir noch nicht untergekommen.
Irgendwo :S habe ich noch einen Ganzsachenumschlag ohne Entwertung, aber mit rs. Ausgabestempel. Wo der herstammt, ist natürlich nicht mehr festzustellen.

Gruß
Michael
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52

Sunday, July 16th 2017, 6:10pm

Lieber Michael,

ich wette, dass du auch einen solchen mit vorderseitig unentwerteter Marke finden wirst. ;)
Liebe Grüsse vom Ralph

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53

Saturday, March 31st 2018, 6:42pm

Ein sich selbst erklärender Stempelfehler ... ;)



Gruß
Michael
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54

Saturday, March 31st 2018, 6:45pm

Lieber Michael,

der immerhin belegt, dass in Koblenz noch zu dieser Zeit der Herkunftsstempel für Post aus oder über Bayern vorrätig war!

Hervorragendes Stück - ist es aus 1851?
Liebe Grüsse vom Ralph

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55

Saturday, March 31st 2018, 6:57pm

Lieber Michael,
sehr interessant dieser Stempelfehler. Nachfolgender Stempelfehler würde hier wohl auch passen.
beste Grüße
Erwin W.
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  • Bf-Für-Bestellung-Nichts-Essen-Bordeaux-14-3-1847-Besonderheit!.jpeg
viele Grüße
Erwin W.
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56

Saturday, March 31st 2018, 7:06pm

Lieber Erwin,

das ist kein Stempelfehler - der clevere Beamte in Essen wusste, dass es in Frankreich bei einer Stadtzustellung kein Bestellgeld gab ... :D

Schbaß - auch ein toller Brief, klasse!
Liebe Grüsse vom Ralph

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57

Monday, April 2nd 2018, 11:14am

Lieber Ralph,

die Briefhülle ist leider nicht genau datierbar, es wird aber sicherlich ein fühes Jahr gewesen sein.

Lieber Erwin,

ein sehr interessantes Stück! Und offensichtlich hat ein solcher Stempel nichts auf diesem Brief verloren.

Gruß
Michael
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58

Tuesday, May 15th 2018, 8:12pm

Liebe Freunde,

Die Briefe und Begleitbriefe sind unter Aufsicht des expedirenden Beamten mit dem Aufgabestempel des Ortes und Datums der Einlieferung (resp. Stunde der Einlieferung) unverzögert nach erfolgter Annahme zu bedrucken ...

Diese Bestimmung der Expeditionsvorschriften mögen dem Beamten in Alsfeld durch den Kopf gegangen sein, als er sah, was passiert war.
Draußen schien die Mittagssonne und in seinem Stempel war noch die Nachtzeit "1-7" eingestellt!
Um sein Missgeschick nachzubessern, überstempelte er sowohl den Aufgabestempel rechts oben wie auch den Abschlag zur Markenentwertung mehrfach mit dem nunmehr korrekt eingestellten Stempel "11-12"(Uhr) und setzte dann noch einmal einen ordentlichen Abschlag separat darunter.



1864, Alsfeld-Magdeburg, Entfernung <10 Meilen , Per expressen Boten zu bestellen sofort
1 Sgr. Briefporto + 2 1/2 Sgr. Express-Bestellgeld ....
Da fehlt 1/2 Sgr. ...
Der Brief wurde noch am gleichen Tag zugestellt (wenn ich den Stempel richtig entziffere mit dem 7. Bestellgang!?)

Gruß
Michael
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59

Tuesday, May 15th 2018, 8:55pm

Lieber Michael,

6 Stempel auf 3 Preussenmarken habe ich noch nie gesehen - wohl dahingehend ein Unikat. An dem Tag scheint ja einiges schief gelaufen zu sein.

Ich hoffe, der lieber Magdeburger wird nicht neidisch auf deinen Vortragsbrief!
Liebe Grüsse vom Ralph

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60

Wednesday, May 16th 2018, 1:14pm

Lieber Michael,
Herzlichen Glückwunsch zu dem schönen Stück. Jetzt weiß ich auch wer mehr als ich geboten hat
Viele Grüße ;)
Erwin W.
viele Grüße
Erwin W.
preussen_fan