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501

Friday, January 26th 2018, 1:16am

Hallo zusammen,

bei dem Absender Max bzw. Maximilian Haussmann (1812-1886) wird es sich dieser Quelle nach...

http://www.schuppener-online.de/gf_117.html#3

...um den Vater des Adressaten Eberhard Haussmann (1844-1895) gehandelt haben,

http://www.schuppener-online.de/gf_129.html#0

...welcher im September 1870 in Prag geheiratet hat.

In einer weiteren Quelle

https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/ol…zeigeKlassi=012

...findet sich für den Zeitraum 1862-1867 als Direktor der Landesfrauenklinik mit Hebammenlehranstalt / Stuttgart ein Obermedizinalrat Dr. med. Maximilian von Haussmann.

Er wird im Krieg 70/71 Angehöriger des 1863 gegründeten Württemberger Sanitätsvereins gewesen sein und war dem Karteninhalt nach bei den Spitalzügen eingesetzt. Hier ein Bild eines württembergischen Spitalzugs:
.
https://www.gettyimages.de/detail/nachri…ure-id549745405
.
In der Disserationsarbeit von Dr. med. Alexander Sudahl über das Rote Kreuz in Württemberg (Schwäbisch Hall 2001)...
.
http://www.dr-alexander-sudahl.de/das-rote-kreuz-im-k%C3%B6nigreich-w%C3%BCrttemberg/
.
...findet man auf Seite 98 eine gute Zusammenfassung über die württembergischen Lazarettzüge:
.
Führend war der württembergische Landesverein in bezug auf die von ihm ausgerüsteten Spitalzüge,
die den im amerikanischen Bürgerkrieg verwandten nachempfunden waren.
Zwischen dem 16.08.1870 und dem 11.03.1871 wurden 22 Fahrten durchgeführt
und mit 793 Pflegepersonen 4313 Patienten transportiert. Beginnend im Jahr 1868, wurden 3 Züge
fertiggestellt, sie waren durchgängig und als einzige, durch einen Küchenwagen und
die Mitnahme von Proviant, autark. Ein Zug bestand aus 15 Waggons: 8
Personenwagen für je 16 Liegendkranke, 2 Personenwagen für insgesamt 120
Sitzendkranke, je 1 Waggon für „Oberpersonal“ und „Dienstpersonal“, die schon
erwähnten Küchen- und Privatwagen sowie ein Gepäckwagen.
Durch die Installation von Öfen verminderte sich im Winter die Transportkapazität um 8 liegende Patienten.
Die Leitung über den Zug bestand aus einem Delegierten des Sanitätsvereins, dem leitenden Arzt
und dem Proviantmeister. Das Personal bestand aus Freiwilligen des
Sanitätsvereins, Diakonissen und barmherzigen Schwestern. 1-9 Ärzte
begleiteten den Zug, ebenso ein Apotheker.

Quoted

Interessant an der Karte ist der Absender, der besaß nämlich keine Portofreiheit

Hierzu liegt in dem Werk von Dr. Sudahl eine anders lautende Aussage vor:

Am 19.07.1870 erließ das Preußische Zentralkomitee,
in Vertretung des Zentralkomitees der Deutschen Vereine
(zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger - Hilfsvereine),
einen Aufruf an die Bevölkerung und die Landesvereine „zu einheitlichem
Vorgehen und zur Aufbringung von Gaben. (...) Berlin sollte der
Mittelpunkt der Sammeltätigkeit sein, das Büro des Zentralkomitees, die
Kasse und ein Depot wurde errichtet. Im Zuge des Volkskrieges
wurde den Vereinen Zoll-, und Portofreiheit zugebilligt.
Hilfssendungen und Personentransporte führten die Bahnen
kostenlos durch.

Ich jedenfalls habe auch noch keinen nachtaxierten Brief / Kartenbeleg eines Hilfsvereinsangehörigen finden / sehen können. Gleichwohl ist anzunehmen, dass es in dem einen oder anderen Fall Probleme mit der Portofreiheit gegeben hat.

Nach dem 1871 verausgabten Bericht von Dr. August Ebrard über das Wirken des Erlanger Vereins für Felddiakonie hat es anfänglich auch Probleme mit der Legitimation von Freifahrten und freier Verpflegung von Hilfsvereinsangehörigen gegeben, was sich erst im Verlauf des Kriegs gelegt hat.

http://reader.digitale-sammlungen.de/de/…4043_00018.html

http://reader.digitale-sammlungen.de/de/…4043_00035.html > vgl. Absatz 3


+ Gruß

vom Pälzer

This post has been edited 2 times, last edit by "Pälzer" (Jan 26th 2018, 1:34am)


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502

Friday, January 26th 2018, 6:33am

Morsche Pälzer,

vielen Dank - ganz, ganz großes Kino, was du da alles zu meiner Karte heraus gefunden und verlinkt hast. :) :) :)

Fände ich noch so eine, könnte ich dank der Abbildungen eine A3 - Seite gestalten.

Zu den Portofreiheiten bin ich jetzt hin- und her gerissen, aber eine taxierte Karte kenne ich auch nicht (in Kriegszeiten war der Stress aber sehr groß, da mag zu taxierendes Postmaterial auch öfters mal durchgeschlüpft sein).

Aufruf: Wer taxierte Belege kennt oder hat, die von Angehörigen dieser Hilfsvereine verschickt wurden, darf sie gerne hier zeigen.
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

1870/71

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503

Friday, January 26th 2018, 1:02pm

Lieber Ralph,

ich komme gerne deinem Wunsch nach und zeige eine frankierte norddeutsche Feldpost-
Korrespondenzkarte des Haupt-Delegierten Baron von Ompteda, aufgegeben in Metz am 2.1.1871.

Übrigens, mit Feldpost-Ordre Nr. 110 vom 31.1.1871 besaßen die Delegierten für Sendungen
in Privatangelegenheiten erstmalig im Kriege Portofreiheit.

Gruß

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504

Friday, January 26th 2018, 1:25pm

Lieber Rudolf,

ui - schönes Stück und sicher sehr selten. Was müsste man für so etwas nach Bayern anlegen? Nur Pi mal Daumen, falls mir so etwas mal über die Bahn läuft.

Vielen Dank auch für die Info. :)
Liebe Grüsse vom Ralph

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1870/71

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505

Friday, January 26th 2018, 7:14pm

Lieber Ralph,


frankierte Feldpost-Korrespondenzkarten findet man nicht so häufig.
Je nach Erhaltung wirst du wohl 500 Euro und mehr zahlen müssen.

Gruß
Rudolf

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506

Friday, January 26th 2018, 8:19pm

Lieber Rudolf,

vielen Dank - da war meine deutlich günstiger und sie gefällt mir auch sehr gut. Jetzt noch eine frankierte zum Sparpreis und die A3 - Seite ist geritzt. :)
Liebe Grüsse vom Ralph

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507

Sunday, February 4th 2018, 11:53am

Liebe Sammlerfreunde,

aus meiner Heimatsammlung folgender Brief:
Feldpostbrief von Johann Reichl, geschrieben in Klamath ? (Frankreich) vom 28. Dezember 1870,
an seinen Vater Michael Reichl in Gössenreuth bei Grafenwöhr (Post Eschenbach) Ankunftsstempel
Eschenbach 4. Januar 1871. Aufgabestempel K.BAYER.FELDPOST 28.12.


Beste Grüße von VorphilaBayern
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1870/71

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508

Sunday, February 4th 2018, 1:28pm

Lieber VorphilaBayern,

der Absender des Briefes befand sich im Belagerungsring südwestlich der Festung Paris.
Sein Standort war CLAMART, das sich nördlich Chatenay befindet.
In Chatenay befand sich auch das Feldpostamt des II. Armee-Korps.

Gruß
1870/71

509

Monday, February 5th 2018, 5:40pm

Lieber 1870/71,

herzlichen Dank für den Hinweis.

Beste Grüße von VorphilaBayern

510

Friday, February 16th 2018, 4:37pm

Hallo Sammlerfeunde,

ist jemandem bekannt, wo die im Text erwähnte Festung Mersel (so lese ich es) in Frankreich liegt?

Gruß
bayernjäger
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mikrokern

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511

Friday, February 16th 2018, 4:41pm

Hallo bayernjäger,
es dürfte sich um die Festung Marsal handeln:
https://de.wikipedia.org/wiki/Marsal_(Moselle)
Beste Grüsse vom
µkern

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512

Friday, February 16th 2018, 5:44pm

... da steht auch "Marsal" auf der Karte ...
Liebe Grüsse vom Ralph

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513

Friday, February 16th 2018, 7:56pm

Hallo Sammlerfreunde,

vielen Dank für eure Hilfe. :thumbup:

Gruß
bayernjäger