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Michael

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1

Thursday, July 7th 2011, 6:02pm

Fremdentwertungen

Liebe Freunde,

Entwertungen preussischer Freimarken durch fremde Postverwaltungen sind sehr reizvoll.
Leider findet sich nicht immer ein kompletter Beleg:



Entwertung mit dem sächsischen Bahnpoststempel Dresden-Görlitz

Viele Grüße
Michael
Preußen mit Transiten

2

Thursday, July 7th 2011, 7:39pm

Hallo Michael,

ein paar kann ich zeigen.

Beste Grüße

Altsax
Altsax has attached the following images:
  • PÜ Görlitz - Kleinwelka.jpg
  • PÜ Görlitz - Weigsdorf.jpg
  • Dresden - Guben.jpg

Michael

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3

Thursday, July 7th 2011, 11:01pm

Hallo Altsax,

schöne Stücke. :)

Wie ist das bei dem Beleg Dresden-Guben: Ist die Marke sächsischerseits entwertet worden? Ich kann es nicht genau entziffern, darunter steht mit Rötel ... ungültig, nicht?
Also hatte die Preußenmarke für die Taxierung vermutlich keine Relevanz. 2 Gr. war die Frankotaxe für die Strecke bis Guben, 2x 1/2 NGr. wurden anerkannt, Restporto + Portozuschlag = 2 Sgr. für den preußischen Empfänger.
Oder übersehe ich etwas?

Viele Grüße
Michael
Preußen mit Transiten

4

Thursday, July 7th 2011, 11:11pm

Hallo Michael,

die preußische Marke ist zwar mit dem sächsischen Nummernstempel entwertet, aber nicht als Frankaturbestandteil anerkannt worden, daher der Vermerk "ungültig". Alst teilfrankiert wurde der Brief entsprechend mit Portozuschlag belastet.

Beste Grüße

Altsax

Michael

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5

Friday, December 1st 2017, 6:33pm

Liebe Freunde,

hier ein mit 3 Sgr. frankierter Brief von Arnstadt nach Charlottenburg.
So weit alles gut, das Problem war nur, dass die preußischen Wertzeichen im taxisschen Arnstadt nicht gültig waren...
Wie in den Verträgen festgelegt, wurden die Marken nicht anerkannt, ungültig notiert und 4 Sgr. Portobelastung (3 Sgr. + 1 Sgr. Portozuschlag) notiert.
Die preußische Post vergütete gegenüber dem Absender die verklebten 3 Sgr., strich die 4 und notierte 1 als einzuziehende Restforderung.
Was mich nun verwirrt, ist der blaue Strich durch diese "1". Hat jemand dafür eine Erklärung?



Gruß
Michael
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6

Friday, December 1st 2017, 7:29pm

Lieber Michael,

Glückwunsch zu diesem Schmankerl - herrliches Vortragsstück und für deine Contra - Sammlung sicherlich ein Highlight. :P :P

Ich denke folgendes: Weil das Kuvert vom Empfänger an die Post zur Erstattung der Frankatur zurück gegeben werden konnte und hier wurde, galt es den Betrag zu notieren, den man einzuziehen hatte - hier 1 Sgr..

Nach Zahlung des Groschens durch den Kunden wurde der Groschen "quittiert", also abgestrichen als kassiert, wie bei Barfrankobriefen Preussens auch und ging über die Registratur ins Archiv.
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

Michael

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7

Saturday, December 2nd 2017, 12:51pm

Lieber Ralph,

vielen Dank für diese sehr plausible Erklärung. :)
Mir ist aber der konkrete Ablauf noch nicht klar: Die von der Taxis-Post notierten 4 Sgr. Porto wurden von der preußischen Post annulliert und nur der Zuschlag von 1 Sgr. als Portoforderung angeschrieben. Dies erfolgte vor Zustellung des Briefes an den Empfänger. Der entsprechende Eintrag in die Briefkarte wurde also vor Zustellung vorgenommen. War dann eine spätere Aushändigung des Umschlags vom Empfänger an die Post noch nötig?
Man konnte ja auch nicht in allen Fällen davon ausgehen, dass der Empfänger diesen aushändigt. Hier war es möglich, da es ein richtiger Briefumschlag war. Es gab aber doch weiterhin noch die gefalteten Briefe ohne separaten Umschlag, auf die ein Empfänger nicht verzichten konnte.

Gruß
Michael
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8

Saturday, December 2nd 2017, 2:37pm

Lieber Michael,

aus meiner Literatur (keine preussische) geht der modus operandi wie folgt hervor:

Post kassiert das von der Aufgabepost notierte Nachporto von 4 Sgr. bei der Abgabe des Briefes vom Empfänger. Niemals war das Markenfranko vorher zu verrechnen, denn der Empfänger hätte ja den Empfang ablehnen können.

Dann kam er später mit seinem Kuvert zur Abgabepost und gab es gegen Kostenersatz des Frankos zurück. Der Beleg (Kuvert) diente jetzt als innerpostalischer Abrechnungsbeleg, daher war auch jetzt von 4 auf 1 Sgr. zu reduzieren, denn diesen Betrag hatte die preussische Post ja zuvor, wo auch immer, für die 3 Silbergroschenmarken bekommen.

Nach Quittierung und Auszahlung von 3 Sgr. an den Empfänger ging er in die Akten, wobei die Forderung von Taxis an Preussen in der Briefkarte von 4 Sgr. auf einen Sgr. ebenfalls zu korrigieren war - aber nur in der eigenen Gefällsrechnung der eigenen Postexpedition, nicht in der sog. Attestkarte, die wieder rückläufig an Taxis ging!
Liebe Grüsse vom Ralph

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Michael

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9

Monday, December 11th 2017, 2:53pm

Lieber Ralph,

gerade erst bemerkt, dass ich hierauf noch nicht geantwortet habe.
Danke für die Beschreibung dieses so plausiblen Ablaufs. Muss doch noch mal die preußischen Expeditionsvorschriften durchsuchen, ein derartiger Ablauf müsste dort eigentlich beschrieben sein.

Gruß
Michael
Preußen mit Transiten