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Michael

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1

Saturday, January 14th 2017, 6:35pm

Ex offo

Liebe Freunde,

hier ein Ex offo-Brief aus Bochniaek (Bochnia), ca. 5 Meilen östlich von Krakau in Galizien gelegen, ins ca. 37 Meilen entfernte Lemberg von 1830.
Ein fehlender Aufgabestempel fällt auf, die Postanstalt in Bochnia führte damals einen L1- Stempel in schwarz und rot. Rückseitig findet sich dafür neben dem großen Papiersiegel des Kais. Königl. Bochniaek Kreis Amt ein deutlicher Ankunftsstempel von Lemberg.



Irritierend bei einem portofreien Brief (wenn er es denn ist) die Rötelnotierung.



Sie ist leider so schwach, dass ich sie kaum entziffern kann. Ich meine aber, 1 / 2 / ? zu erkennen.
Für eine Taxierung der Strecke scheint mir das zu wenig zu sein ...
Hat jemand eine Idee hierzu?

Gruß
Michael
Preußen mit Transiten

2

Saturday, January 14th 2017, 6:52pm

Hallo Michael

Ich glaube dass es hier 1/2 L(oth) notiert war, was ab und zu vorkommt.

Bocaina hatte laut Müller schon 1788 einen Stempel zu verfügung. Dann ein neuer 1823, 1832, und 1840. Zwischen 1826 und 1840 meist mit Rot gestempelt.
Warum es ein Stempel hier fehlt weiss ich nicht, aber so lange es hier einen Ortsangabe war, war alles in Ordnung.

Viele Grüsse
Nils
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

3

Monday, January 16th 2017, 10:20pm

Guten Abend,
eine Zeitung Quittung aus Prag ausgestellt an Karl Giehlein aus Scheßlitz.
Artikel aus Bayerischen Zeitung verrät das er kein Kontakt zur Heimat hielte..
https://books.google.de/books?id=teREAAA…dYvBDsQ6AEIHzAB
LG A
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"Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
W. v Humboldt

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4

Monday, January 16th 2017, 10:33pm

Liebe Adriana,

sehr schöner Schein - mit mehreren Stempeln, wie hier, gibt es das von Bayern leider nicht, aber bayer. Bezug hat er ja mit Scheßlitz. Immer wieder interessant, was du alles lesen kannst und damit heraus findest. Chapeau! :P
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

Michael

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5

Tuesday, January 17th 2017, 7:46am

Hallo Nils,

Quoted

Ich glaube dass es hier 1/2 L(oth) notiert war, was ab und zu vorkommt.


Das könnte passen. Aber warum sollte man einen portobefreiten Brief wiegen?


Hallo Adriana,

sehr interessant. Was sind das für Stempel?


Viele Grüße
Michael
Preußen mit Transiten

6

Tuesday, January 17th 2017, 2:33pm

Hallo Michael

Es war ja so dass die Österreichische Post die Dienstbriefe etwas behandelt hatten als man in Altdeutschland gewöhnt war. Die unterschiedlichen Dienststellen müssten oft (öfters) ihre Gebühranteile bezahlen. Deswegen war es relewant wie schwer einen Brief war.

Es ziemlich unübersichtlich, aber deswegen ist die österreichischen Dienstbriefe ein interessanter Sammelgebiet. Ab und zu sieht man die Gebühre auf Brief geschrieben. Ab und zu mit Gewichtsangabe, ab und zu ......... wie gesagt nicht so übersichtlich. Und sicher schwer Heute zu untersuchen ob die Briefe richtig behandelt wearen oder nicht. Meine dass es einige Hauptrichtlinien gibt aber ich habe diese nicht im Kopf.

Viele Grüsse, Nils
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Michael

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7

Tuesday, January 17th 2017, 9:50pm

Hallo Nils,

von Österreich kennt man ja Ex-offo-Briefe mit Portonotierung, da der Empfänger nicht portobefreit war.
Wenn dies bei meinem Brief der Fall gewesen wäre, müsste man aber noch einen Portoanteil sehen. Nur eine Gewichtsnotierung wäre schon eigenartig.
Allerdings kenne ich mich bei österreichischen Dienstbriefen nicht so gut aus, daher mag es so sein, wie Du schreibst.

Gruß
Michael
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8

Wednesday, January 18th 2017, 6:20am

Liebe Freunde,

ohne es hier konkret zu wissen: Es gab auch Portofreiheiten nur für einfache Briefe, so dass bei schweren Briefen ein Porto anzusetzen war. Vlt. war der hier gerade noch so mit 1/2 Loth im 1. Gewicht und daher portofrei zu belassen, was man verdeutlichen wollte.

Wie es auch Portofreiheiten bei Drucksachen, nicht aber bei Briefen gab, bzw. Portofreiheiten bei der Brief-, nicht aber der Fahrpost.
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

9

Wednesday, January 18th 2017, 6:23pm

Hallo Michael

Jetzt bin ich etwas kluger geworden, durch Jungwirth: "wenn Empfänger und Absender von der Gebühr befreit waren, war auf den Brief das Gewicht anzugeben und sie waren für die Pauschale Abrechnung mit dem zuständigen Ministerium zu registrieren"

Viele Grüsse
Nils
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Michael

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10

Wednesday, January 18th 2017, 8:26pm

Hallo Nils,

sehr schön, habe die Stelle nun auch gefunden. :thumbup:
Da die 2.Gewichtsstufe mit >1/2 Loth anfing und gemäß der Angabe von Jungwirth "Briefe über der 1. Gewichtsstufe mit einer Gewichtsangabe zu versehen" waren, wurde anscheinend (wie bei den Franzosen) der untere Grenzwert einer Gewichtsstufe notiert.
Wenn ich es richtig verstehe, wurden die Auf- und Abgabejournale von den Ämtern und Behörden geführt?
Auch erstaunlich, dass diese Praxis noch beibehalten wurde, obwohl ab 1810 diese Post pauschal abgegolten wurde (Jungwirth S.49).

Danke für deine Mühe.
Gruß
Michael
Preußen mit Transiten

11

Thursday, January 19th 2017, 7:58pm

Hallo Michael

Wir besitzen offenbar nicht gleiches Literatur, weil bei mir ist es keine Seite 49. Ich habe nur ein älteren Heft bei mir.

Es ist ein möglicher Paradox hier, aber es gab unterschiedlichen Reglungen unter die verschiedenen Behörden. Genannt in meinem Heft ist die pauschale Ausgleich zwischen Justizbehörden. Dein Brief gehört wohl nicht dazu, so das die pauschale Gebührenbestimmungen nicht zutreffen soll.
Ob was ich hier nenne zu dein Literatur passt?

Wenn es um Journale geht glaube ich dass es so ist wie du nennst. Ohne wäre es auch schwierig eine Übersicht zu halten.

Viele Grüsse
Nils
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12

Saturday, October 21st 2017, 5:22pm

Portofreie Post - Dienstbrief/Innsbruck 1.1.

Hallo

K. k. Ober – Post – Verwaltung Innsbruck/28.11.1838 von Tirol und Vorarlberg
an
den k. k. Ober Postamts Akzessisten Ignaz Scheurpfeil hier

Aus Inhalt: ...müssen für diesseitigen Postbezirk Verzeichnisse nach die anliegenden Formularien A. u B. abgefasst, und mit neuglichster Beschleunigung jehne Orts eingesandet werden. ..

LG Adriana
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13

Saturday, October 21st 2017, 5:55pm

Liebe Stara,

Ignaz Scheurpfeil hieß der gute Mann - die alte, österreichische Kanzleischrift ist nicht immer einfach zu lesen, aber da hast du ein feines Stück ausgegraben. Der Doppelabschlag in Luxus gefällt mir auch sehr gut. Ich mag diese Post - Dienstbriefe sehr, weil man aus dem Inhalt manchmal sehr viel lernen kann. :)
Liebe Grüsse vom Ralph

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14

Saturday, October 21st 2017, 6:29pm

:D dann korrigiere ich sein Name, sonnst wird der mir noch böse
Danke A.
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W. v Humboldt

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15

Saturday, October 21st 2017, 6:53pm

... ja, mach das, der hat sich letztes Jahr nach Tirol zurück gezogen und dort auch schon einen Internet - Anschluss geben lassen. Wir wollen mit dem alten Mann doch keinen Ärger haben ... :D :D
Liebe Grüsse vom Ralph

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