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BaD

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Thursday, September 7th 2017, 8:11pm

Hallo Ulrich,
noch billiger hätte ich sie bei den Zusatzleistungen und dem Gewicht nicht genommen, das wäre gegen meine Sammlerehre :rolleyes: .
Aber rechnen wir mal etwas anders:
Als Mischfrankatur rechnet man nach Michel Spezial. Diese sehr fragwürdige Rechnungsweise war noch vor Jahren bei Händlern und Verkäufern sehr beliebt.
Nach Katalog 2010:
95 AI auf Beleg =30 Euro plus 2 gestempelte 95 AI a 4 Euro = 8 Euro plus 1 gestempelte 94AI = 3Euro ergibt 41 Euro Gesamt-Michelwert.
Da habe ich bei 14,99 Euro über 35%Michel bezahlt. Dies erscheint mir plötzlich etwas überteuert ;( .

Die Weisen der Philatelie allgemein und die Infla-Experten und Autoren besonders sind der Meinung, eine Mischfrankatur ist das letzte was man in seine Sammlung aufnehmen sollte. Nur wenn es absolut nicht anders geht ist man denen gewogen.

Hier einige Paketkarten aus dem Olymp der Einzel-und Mehrfachfrankaturen.

Paketkarte vom 15.10.1921 Hirschhorn-Kaiserslautern bis 75 km Transportentfernung und 5 kg. portogerecht 3 Mark.
Frankiert mit 20 Stück der Mi. 101a die nur bis Anfang 1919 gedruckt wurde.

Paketkarte vom 18.12.1919 zu einem Paket 19 1/2 kg bis 75 km. portogerecht 4 Mark
Der Stempel des kleinen Ortes Baumgarten zeigt Verschleißerscheinungen.
Frankiert mit 10 Marken der Mi. 90 IIb.
Beste Grüße Bernd
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82

Sunday, September 10th 2017, 9:20am

Hallo,
anbei eine Paketkarte vom 23.11.1923 für ein Paket von 6 kg. über eine Entfernung von 76 -375 km portogerecht mit 160 Milliarden Mark frankiert.
8 Tage später kam die Rentenmark und die hohen Summen auf Marken und Geldscheinen hatten ein Ende.

Die Frankierung hat eine Besonderheit, die mich immer schon begeistert hat. Die "inneren" beiden Marken stammen aus einem Bogen der im Plattendruck hergestellt wurde und die anderen von einen Walzendruckbogen. Marken aus Walzendruckbögen sind größer, einfachst zu klären mit der Infla-Schablone.
Diese Kombination auf einen Bedarfsbeleg ist sehr selten.
Beste Grüße Bernd
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Sunday, September 17th 2017, 10:09am

Hallo,
zurück von einer Urlaubswoche im erholsamen Bad Saarow am Scharmützelsee.Eine Fahrt von 70 km in die Berliner Innenstadt musste sein, aber es wurde mal wieder ein überraschender Abschiedsbesuch bei einem Briefmarkenhändler,diesmal bei Herrn Mankiewicz in der Reinhardtstr. Mit 73 kann man aufhören,ohne Frage. Aber es fehlt ein Anlaufpunkt für mich, wie schon in den allermeisten Städten.

Anbei eine Paketkarte zu einem Paket von 10 Kg. über eine Transportentfernung von 76-375 km vom 6.11.1923.
Gebühr 12 Milliarden, hier mit 24 Marken der Michel 324 A abgegolten.
Eine Marke gekennzeichnet vom Prüfer als PE, diesen Plattenfehler am linken unteren Posthorn gibt es bei allen Plattendruckbögen der Rosettenmarken auf vier Feldern.
Also sind sie nicht selten, werden aber von Sammlern schon beachtet.
Beste Grüße Bernd
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Monday, September 18th 2017, 8:56pm

Hallo,
das Zielland Schweiz mit 80 Pf. pro Paket und eine 95 AI in Mischfrankatur sind wahrlich nichts besonderes. Die Erhaltung hat durch den abgerissenen Zollzettel auch gelitten.
Aber der herrliche Kreisobersegmentstempel macht Freude und eine Paketkarte von einer Baumschule in Baumschulenweg ist nett.
Beste grüße Bernd
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85

Wednesday, September 20th 2017, 6:50pm

Hallo,
anbei eine Paketkarte von Tilsit nach Madewald im Memelgebiet. Wozu gehörte Tilsit?, es ist ein Zollstempel darauf.
Portogerecht für ein Paket bis 75 km mit einen Gewicht bis 10 kg. mit 2,50 Mark frankiert.
Einzelfrankaturen der Michel 115 sind nicht häufig und eine 115 b eigentlich selten.
Eigentlich darum, weil die 6 Farben auf Belegen mit der 115 anscheinend niemanden mehr interessiert ( auch die oberseltene d).
Der Preisverfall ist extrem, obwohl diese Farben schon ewig bekannt sind und mit den heutigen für mich sinnlosen Farbunterschieden per UV-Licht nichts zu tun haben.
Die Farben der 115 sind mit dem Auge zu unterscheiden, also kann man sie auch jemanden ob Philatelist oder Laie zeigen und er verstehts!!
Die Marke ist geprüft Schulze, der 1958 ein Buch über die 115 speziell zu den Farben schrieb. Auf Grund einer Änderung der Farbzuordnung ist es möglich, das heute die a und e anders geprüft wird als Schulze signierte. Ob es auch auf die b zutrifft ist mir nicht bekannt.

Anhang Senf-Katalog ca. 1928 und eine Seite aus dem hervoragenden Infla-Band 51 von Günther Bechtold zur Michel 98-118 aus 2002.
Beste Grüße Bernd
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86

Wednesday, September 20th 2017, 7:37pm

Hallo Bernd,

Der Preisverfall ist extrem, obwohl diese Farben schon ewig bekannt sind und mit den heutigen für mich sinnlosen Farbunterschieden per UV-Licht nichts zu tun haben.
Die Farben der 115 sind mit dem Auge zu unterscheiden, also kann man sie auch jemanden ob Philatelist oder Laie zeigen und er verstehts!!


diesen Aussagen ist nichts, aber auch gar nichts hinzu zu fügen. Endlich mal einer, der sich wagt, den "Mainstream" zu verlassen bzw. dagegen anzudenken.

Zum Zollstempel: Ich meine mal gelesen zu haben (in einer Spezialsammlung nur über diese Marke!), dass nach dem 1. Weltkrieg der Status zollrechtlicher Natur nicht der des Dt. Reiches war. Aber das habe ich vor 15 - 20 Jahren mal gelesen und ob ich alles zutreffend erinnere, ist ungewiß.
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

87

Friday, September 22nd 2017, 6:04pm

Hallo,
anbei eine Paketkarte von Tilsit nach Madewald im Memelgebiet. Wozu gehörte Tilsit?, es ist ein Zollstempel darauf.


Hallo Bernd,

die Paketkarte lief von Tilsit nach Mädewald (Strichelchen sind in die Textzeile darüber "ausgewandert") im Memelgebiet. In 1920 gab es durch den Versailler Vertrag eine große Umstrukturierung des Memelgebietes, so daß dies ein interessantes Sammelgebiet darstellt, sofern man Material findet. Tilsit gehörte zum OPD-Bezirk Gumbinnen, also zum Deutschen Reich. Daß Tilsit eine große Zollstelle besaß, kann ich an den mir vorliegenden Paketkarten mit Tilsitstempeln und auch an den unterschiedlichen Nummern ableiten.

Gruß
Postarchiv
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Ernst Freiherr von Feuchtersleben

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88

Friday, September 22nd 2017, 8:32pm

Hallo Postarchiv,
danke, ich konnte Tilsit nicht richtig einordnen. Es wäre also ein Auslandspaket zum innerdeutschen Tarif.

Hallo Ralph,
ich habe schon oft mit Krone-Adler oder Germania-Sammlern geredet. Markenfarben nur nach dem quarzen unter UV-Licht einzuteilen bedeutet nur eines, 99% der Käufer und Besitzer sammeln Prüfzeichen.

Anbei Paketkarte zu einem Wertpaket von Magdeburg nach Memel vom 30.8.1019 mit Einzelfrankatur der 94 B II.
Somit beides noch Reichspostgebiet.
Paket bis 5 kg. über 75 km. = 75 Pf.
Versicherungsgebühr 5 Pf. pro angefangene 300 Mark =25 Pf.
Wäre die Frage, ob ab 1.1.1920 die Versicherungsgebühr für 1 Land oder 2 Länder bezahlt werden musste.
So eine brauche ich, Sifi ich komme mit 540 km Anlauf .
Beste Grüße Bernd
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89

Saturday, September 23rd 2017, 2:38am

Wäre die Frage, ob ab 1.1.1920 die Versicherungsgebühr für 1 Land oder 2 Länder bezahlt werden musste.
So eine brauche ich, Sifi ich komme mit 600 km Anlauf .
Beste Grüße Bernd



Hallo Bernd,

wie Du eingangs schon erwähnt hast, wurden für das Auslandspaket der innerdeutsche Tarif angewendet, also auch die Versicherungsgebühr. Diese Regelung bestand auch noch nach 1922. Ob im Memelgebiet nochmals eine eigene Versicherungsgebühr erhoben wurde, kann ich nicht sagen, halte es aber für ungewöhnlich.

Beste Grüße
Postarchiv
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Ernst Freiherr von Feuchtersleben

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90

Saturday, September 23rd 2017, 8:32am

Hallo,
Ordnung ist meine Schwachstelle, aber die Freude über einen Fund ist so noch größer.
Ich habe doch eine, und noch dazu eine Schöne.
Wertpaketkarte zu einem Paket von Kornwestheim nach Memel vom 20.9.1921, in Ludwigsburg zollamtlich behandelt.
Frankiert mit einer Einzelfrankatur der Mi. 157.
Alles innerdeutscher Tarif :
Paket bis 10 kg über 75 km = 8 Mark
Einschreibungsgebühr ( ab 1.10.19 bei Wertpaketen Pflicht) = 1 Mark
Versicherungsgebühr bis 500 Mark= 1 Mark
Bleibt die Frage, was passierte wenn das Paket im Memelgebiet verloren ging.
Zahlte den Ersatz dann die Reichspost?
Beste Grüße Bernd
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91

Saturday, September 23rd 2017, 12:43pm

Hallo,

mit einer so sauberen Paketkarte und einer schönen Einzelfrankatur kann ich nicht aufwarten. Da im Moment die Paketkarten nach Memel angesagt sind, möchte ich auch eine schöne beifügen. Ist zwar nicht in dem Erhaltungszustand der vorher gezeigten Karte, aber nicht minder interessant.



Wertpaketkarte 19 kg, 500 Mark, frankiert mit 26 Mark von Königsberg 9.12.21 nach Memel über Tilsit 2. Zollamtlich wurde das Paket in Tilsit. Nach Ankunft in Memel wurde das Paket beim dortigen Hauptzollamt gelagert.



Aufkleber des Hauptzollamts Memel



Rückseite mit der restlichen Frankatur von 1 Mark.


Gruß
Postarchiv
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Ernst Freiherr von Feuchtersleben

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Saturday, September 23rd 2017, 12:46pm

Bleibt die Frage, was passierte wenn das Paket im Memelgebiet verloren ging.
Zahlte den Ersatz dann die Reichspost?


Hallo Bernd,

Darauf kann ich ganz einfach antworten: Ja. Die Bestimmungen für die Haftpflicht und Ersatzleistungen galten für das Inland einschließliche Saar-, Memelgebiet und die Freie Stadt Danzig.

Gruß
Postarchiv
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Ernst Freiherr von Feuchtersleben

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93

Saturday, October 7th 2017, 8:23pm

Hallo Postarchiv,
vielen Dank für diese Antwort.

Anbei Paketkarte nach Budapest vom 8.8.1917.
Inlandstarif nach Österreich-Ungarn wie ich dachte passt nicht, selbst wenn ich die Reichsabgabe mit ansetzte.
Auslandstarif gerechnet als Gebiet Deutschland-Österreich und Ungarn würde passen, dann ohne Reichsabgabe.
Aber war Ungarn für Pakete Ausland und Österreich nicht?
Erbitte Hilfe
Bernd
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94

Wednesday, October 11th 2017, 6:40pm

Hallo Postarchiv,
vielen Dank für diese Antwort.

Anbei Paketkarte nach Budapest vom 8.8.1917.
Inlandstarif nach Österreich-Ungarn wie ich dachte passt nicht, selbst wenn ich die Reichsabgabe mit ansetzte.
Auslandstarif gerechnet als Gebiet Deutschland-Österreich und Ungarn würde passen, dann ohne Reichsabgabe.
Aber war Ungarn für Pakete Ausland und Österreich nicht?
Erbitte Hilfe
Bernd


Hallo Bernd,

für Pakete nach Österreich, Ungarn (über Österreich) und Bosnien (über Österreich und Ungarn) galten unterschiedliche Tarife:

Österreich 60 Pf.
Ungarn (über Österreich) 80 Pf.
Bosnien-Herzegowina (über Österreich und Ungarn) 1 Mk.

Gruß
Postarchiv
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Ernst Freiherr von Feuchtersleben

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Saturday, October 14th 2017, 8:07am

Hallo Postarchiv,
danke wie immer, aber ab wann gab es diese Gebühren. Vor ca 1916 wurde doch Ungarn mit Österreich( Zu dem es ja gehörte ?) gleichgesetzt, das bedeutete Inlandstarif.
Anbei eine bayrische Paketkarte von 1915, eine der Reichspost habe ich nicht. 50 Pf. = Inlandsgebühr Reichsgebiet.

Vorigen Sonntag auf einem Sammlertreffen hatte ein Profi-Händler diese Paketkarte für mich. Scan wie gekauft, ich wünsche mir mehr davon.
Nur den Perfin ALFA kann ich nicht zuordnen. Der Zahnfehler oben entstand durch die nächste Lochung, das kann nicht wertmindert sein.
Beste Grüße Bernd
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96

Saturday, October 14th 2017, 9:57am

Nur den Perfin ALFA kann ich nicht zuordnen.


Das ist die Firma ALFA LAVAL BERLIN - als auf einem Bauernhof groß geworden, mit Milchwirkschaft, kennt man diese Firma! ;-)
Grüße aus Bempflingen
Ulrich

Das Leben ist viel zu kurz um es mit billigen Weinen und den falschen Menschen zu verbringen. (Lebensweisheit, inspiriert bei Goethe) :-)

97

Thursday, November 2nd 2017, 2:48pm

Hallo Postarchiv,
vielen Dank für diese Antwort.

Anbei Paketkarte nach Budapest vom 8.8.1917.
Inlandstarif nach Österreich-Ungarn wie ich dachte passt nicht, selbst wenn ich die Reichsabgabe mit ansetzte.
Auslandstarif gerechnet als Gebiet Deutschland-Österreich und Ungarn würde passen, dann ohne Reichsabgabe.
Aber war Ungarn für Pakete Ausland und Österreich nicht?
Erbitte Hilfe
Bernd


Hallo Bernd,
nachdem ich zumindest einigermaßen wieder hergestellt bin, hier zumindest eine kurze Antwort auf Deine Frage.

Die Paketgebühren im Verkehr mit Österreich und Ungarn waren bis 1916 unverändert. Aufgrund der Umstrukturierung der internen Paketgebühren in Österreich, z.B. wegen Einführung von Einheitssätzen, passten diese nicht mehr in das bisherige Postabkommen. Eine neue Vereinbarung war die Folge. In diesen, zwischen dem Deutschen Reich (eigentlich waren es mehrere Abkommen, da z.B. für Württemberg und Bayern eigene Postverwaltungen zuständig waren) Österreich und Ungarn, sowie Bosnien-Herzegowina ausgehandelten Verträge bestand Österreich auf eine Durchgangsgebühr für Pakete nach Ungarn, bzw. Bosnien-Herzegowina. Daher ergeben sich die unterschiedlichen Gebühren für Pakete ab dem 1.10.1916 nach:

Österreich 60 Pf.
Ungarn (über Österreich) 80 Pf.
Bosnien-Herzegowina (über Österreich und Ungarn) 1 Mk.

Für Postfrachtstücke wurden die Gebühren entsprechend ebenfalls geändert.

Soviel auf die Schnelle. Solltest Du weitere postgeschichtliche Fragen oder auch speziell zu dem Paketverkehr haben, sende mir bitte eine Mail, dies ist sicherer.

Mit freundlichen Grüßen
Postarchiv
Wo nichts mehr zu enträtseln bleibt, hört unser Anteil auf.

Ernst Freiherr von Feuchtersleben

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98

Tuesday, November 14th 2017, 9:42pm

Hallo Postarchiv,
danke für deine Erläuterungen, diese Portoänderungen ab dem 1.10.1916 waren mir unbekannt.


Anbei eine Paketkarte nach Paris von 1896.
Mit dem Gewicht von 5,8 Kg. war das Paket ein Frachtstück, aber 2 Mark 95 Pf. Gebühr ist ist für mich sehr viel. Ein Paket bis 5 Kg. kostete 80 Pf.
Ich erinnere mich dunkel, das in Frankreich damals Postfracht nicht durch die französische Post transportiert wurde. Vielleicht verblieb die Paketkarte auch in Köln, den Stempel auf der Rückseite oben kann ich mir nicht erklären.
Was solls, die Paketkarte gefällt mir , der Siegelabdruck ist erstaunlich
Beste Grüße Bernd.
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99

Tuesday, November 14th 2017, 11:21pm

Hallo Bernd.

Ich habe dir den kompletten Tarif für Frankreich per Email gesendet. Hättest du aber eigentlich schon haben müssen. Hatze ich als Printversion schon vor geraumer Zeit einmal geschickt.

LG.
Germania

100

Wednesday, November 15th 2017, 2:54pm

Hallo Postarchiv,
danke für deine Erläuterungen, diese Portoänderungen ab dem 1.10.1916 waren mir unbekannt.


Anbei eine Paketkarte nach Paris von 1896.
Mit dem Gewicht von 5,8 Kg. war das Paket ein Frachtstück, aber 2 Mark 95 Pf. Gebühr ist ist für mich sehr viel. Ein Paket bis 5 Kg. kostete 80 Pf.
Ich erinnere mich dunkel, das in Frankreich damals Postfracht nicht durch die französische Post transportiert wurde. Vielleicht verblieb die Paketkarte auch in Köln, den Stempel auf der Rückseite oben kann ich mir nicht erklären.
Was solls, die Paketkarte gefällt mir , der Siegelabdruck ist erstaunlich
Beste Grüße Bernd.



Hallo Bernd,

ich hoffe, daß du in Sindelfingen erfolgreich warst.

Da offensichtlich die Portofrage geklärt ist, hier etwas zur Paketkarte:

Die Paketkarte stammt von der Treibriemenfabrik Conrad Scholz in Hamburg-Barmbeck. Es existiert von dieser Firma ein Firmenarchiv, in dem man vielleicht auch etwas über das Motiv des Siegels in Erfahrung bringen kann. Das Siegel war im übrigen nur auf Wertpaketkarten anzubringen, während die Versiegelung an allen Packstücken erforderlich war.

Das postfrachtstück wurde offensichtlich in Cöln als Auslandssendung abgefertigt und mit der Bahn weiterbefördert. In diesen Fällen wurden die Zollinhaltserklärungen abgenmmen und den auszustellenden Frachtpapieren beigefügt. Den rückwärtigen Stempel weise ich der Übergabeliste mit den jeweiligen Frachtpapieren zu. Die Paketkarte ging in diesen Fällen nicht mit.

Gruß
Postarchiv
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Ernst Freiherr von Feuchtersleben

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