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Wednesday, May 14th 2014, 7:51pm

Postkarten

Kaiserslautern - Aarau 14.12.1909

Hallo Sammlerfreunde,

die "Zitterpartie", ob es sich bei einem international gelaufenen UPU-Antwortpostkartenteil um echten Bedarf oder - mehr oder weniger eindeutig - sammlerisch beeiflusste Korrespondenz handelt ist hinlänglich bekannt. Bei Abschlägen wie den nachstehenden kann man das eigentlich fast schon vernachlässigen.

Man freut sich aber umso mehr, wenn man einen echten Bedarf erkennen kann. Vorliegend handelt es sich um die Dienstleistung eines Standesbeamten, der für den schweizer Adressat - dem Aarauer Historiker und Schriftsteller Dr. Ernst Zschokke - im kirchlichen Register und in den Standesakten nach dem Namen Schmiel oder von Schmiel nachschauen sollte.

+ Gruß

vom Pälzer
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2

Wednesday, May 14th 2014, 8:04pm

Hallo Pälzer,

fast zu schön, um wahr zu sein - hier aber unzweifelhaft "wahr" und damit ein kleines Rosinchen. :P
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

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3

Thursday, May 5th 2016, 11:47am

Liebe Freunde,

wenn man sich wie ich der Kreuzerzeit verschrieben hat, ist der Weltpostverein in den möglichen 6 Monaten schwer zu belegen, selbst simple Poststücke erwachsen zu begehrten Stücken heran, von Spezialitäten ganz zu schweigen.

Doch unsere wunderbare JHV in Landshut brachte auch da Linderung durch eine Postkarte, die nicht völlig uninteressant ist.

Ad primum: Am 11.10.1875 in Regensburg mit 3 Kr. korrekt frankiert zeigt uns das waagrechte Paar rechts, dass immer noch gerne mit der Schere gearbeitet wurde. Das ist zwar für einen Qualitätsfetichisten ein glattes Ausschlußkriterium, für mich als Postgeschichtler aber nicht uninteressant.

Ad secundum: Die an Mann & Baeschlin - https://books.google.de/books?id=AfYiAAA…a1iAsMQ6AEILjAE - versandte Karte kam dort zwar am 13.10.1875 an, wurde jedoch nach Auslieferung mit dem neuen Zielort "Schaffhausen" versehen erneut aufgegeben und, wie in der Schweiz üblich, nicht nachfrankiert bzw. nachtaxiert.

Der Verkäufer hielt die Nr. 32 nicht für ausgeschlossen, ich auch nicht.
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Liebe Grüsse vom Ralph

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4

Thursday, May 5th 2016, 11:52am

Das ist zwar für einen Qualitätsfetichisten ein glattes Ausschlußkriterium

...aber auch wirklich nur für den...denn es bleibt dennoch Hammer-Klasse Ausnahmestück... :thumbup:

Haben die Schweizer da eigentlich noch was von den 3 Kr bekommen ?

+ Gruß !

vom Pälzer

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5

Thursday, May 5th 2016, 12:09pm

Hallo Pälzer,

im UPU gab es kein Weiterfranko mehr, so dass Bayern alles behalten durfte. Dafür wäre eine Rückpostkarte natürlich schön für die Schweiz gewesen, weil sie in diesem Fall das ganze Franko behalten durften.

Deine postgeschichtliche Aussage zu dem Stück freut mich natürlich sehr! :P
Liebe Grüsse vom Ralph

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6

Friday, September 22nd 2017, 7:11pm

Liebe Freunde,

wie wir alle wissen, war die Umstellung der Währung in Bayern am 1.1.1876 von Gulden/Kreuzer auf Mark/Pfennig rigoros - nur bei der 1. Leerung am 1.1.1876 galten die verwendeten Kreuzermarken und Kuverts bzw. Postkarten noch hinsichtlich ihrer überholten Nominale, so dass die Masse der Postkunden in den letzten Dezembertagen des Jahres 1875 versucht haben dürfte, ihre Bestände zu reduzieren.

Heute zeige ich eine 1 Kreuzer Drucksachen - Postkarte (also optisch eine Postkarte, frankaturtechnisch aber eine günstigere Drucksache, siehe hinten) von Lindau im Bodensee nach Zürich an die Herren Maier Weismann & Compagnie. Leider war es bei der Aufgabe der postgekarteten Drucksache schon der 3.1.1876, weswegen der Wertstempel von 1 Kr. nicht mehr anzurechnen war. Spät, aber doch, bemerkte man dies und klebte eine ganz frische 5 Pfg. Marke auf, die den Tarif für Drucksachen in die Schweiz abdeckte.

Frau Brettl sah das auch so und hat in ihrem Attest auf den o. g. Umstand bezug genommen. Darüber hinaus finde ich die Erhaltung außerordentlich gut, vor allem der Zürcher Stempel ist perfekt abgeschlagen, so dass man die Besonderheit des Datums nicht lange erklären muss, sondern von vorne schon sieht.
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Liebe Grüsse vom Ralph

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maunzerle

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7

Friday, September 22nd 2017, 8:11pm

Lieber Ralph,

Gratulation zu dem in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Beleg und liebe Grüße von maunzerle :thumbsup:
"Ein Leben ohne Philatelie (und Katzen) ist möglich, aber sinnlos!" (frei nach Loriot, bei dem es allerdings die Möpse waren - die mit vier Beinen wohlgemerkt)

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