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Monday, November 14th 2016, 8:00pm

Franco Passau

Hallo Freunde

Hat jemand Brief wo es Franco Passau vermerkt ist?

Ich habe eben diesen Brief gekauft. Lief von Verviers in Departement Conquis Nr 96 nach Bozen in Österreich in 1798.
Es war zuerst Franco Wesel geschrieben, ist aber später geändert.

Nach meine Kenntnisse habe es über den normalen Weg, Füssen-Brenner, keine Hindernisse.

Ich habe auch andere Briefe gesehen mit Franko Passau, aber ob jemand hier es in seine Sammlungen haben, dann bitte zeigen oder beschreiben :)

Viele Grüsse
Nils
Bayern-Nils has attached the following images:
  • Verviers-Bolzano 15.11.1798.jpeg
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Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

Klesammler

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2

Monday, November 14th 2016, 10:08pm

Hallo Nils,

ich kann mir nicht vorstellen, daß der Brief über Passau befördert wurde. Vielleicht bis da bezahlt, aber vermutlich über Innsbruck und den Brenner. Im Jahr 1798 wäre der Weg über Passau sicher ein Umweg von einigen Tagen gewesen.

beste Grüße

Dieter

3

Monday, November 14th 2016, 10:10pm

Hallo Nils,

habe meine Briefe durchgesehen.
Es ist kein Brief mit "Franko Passau" dabei.



Beste Grüße,

Hermann

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4

Tuesday, November 15th 2016, 6:26am

Hallo Nils,

habe auch keinen franco Passau. :(
Liebe Grüsse vom Ralph

Niemals bin ich weniger müßig, als in meinen Mußestunden. Und niemals weniger einsam, als wenn ich allein bin. Publius Cornelius Scipio "Africanus"

5

Tuesday, November 15th 2016, 4:45pm

ich hab nur einen aus dem Jahr 1808 von Cassel nach Bologna aus der bekannten Korrespondenz. Der macht mir auch schon lange Kopfzerbrechen.
Achim

6

Wednesday, November 16th 2016, 7:43pm

Hallo die Runde

Ein Beleg aus die taxische Zeit und ein aus die bayerische Zeit macht ja keinen grosse Geschichte.
Müssen wir also abwarten bis wir mehr wissen können.

Danke für die Mühe :)

@Dieter
Der Brief ist nicht bis Passau bezahlt. Es war mit 6 Stuiver Solls nicht möglich. Die österreichische Taxierung wäre so wie so 12 Kr Cm wie hier. Es war aber nicht immer Gebühre vermerkt. Und nicht alle Gebühre waren vom Empfänger oder Absender direkt geholt. So die Gebühre sind ab und zu eher mehr verwirrend als helfend. Ein Frankohinweis kann aber auch eine Leitungshinweis sein ohne dass es die Gebühre beeinflusst hat.

Eine Leitung über Passau ist möglich obwohl es länger gedauert hat, aber eben deswegen selten zu finden. Ob der Brief über Passau gelaufen war wissen wir nicht, ist aber nirgends korrigiert geworden, wie der Franco Wesel Vermerk.
Klar wird es wenn man einige Quellen finden konnte, oder auch wenn man mehr Briefe finden konnte.

Viele Grüsse
Nils
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7

Thursday, November 17th 2016, 7:35pm

Im Jahr 1798 wäre der Weg über Passau sicher ein Umweg von einigen Tagen gewesen.
Guten Abend :)

Muss nur kurz etwas zu der Dauer sagen. Bei dieser hier gezeigte Brief hat es 24 Tage gedauert vor der Brief Benz ankam. Zum Vergleich hat ein Brief von Hamburg nach Bozen nur 10 Tage benötigt. In Normalfall wäre es wohl etwas weniger von Verviers nach Bozen.
So es ist ganz klar - den Postweg hier war ein grossen Umweg.

Aber 14 Tage nur wegen einen Umweg glaube ich nicht. So woran liegt es dass es 24 Tage gelaufen war? Es lässt sich nicht einfach klären, aber es passiert ab und zu dass Briefe irgendwo liegen bleiben. Bei Absender oder auf den Weg. Vielleicht wegen das Wetter und in Füssen umspediert?
Oder war der Brief so gelaufen weil die Post etwas vor hatte, das Wort Postspionage liegt dann nahe. Es bleibt ja nur ein Hypothese bis man etwas mehr herausfinden kann.

Viele Grüsse
Nils
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8

Friday, November 18th 2016, 12:55am

Nils Erik,
ich rate nur..
Franco Passau ist nur als Franco bis Österreichische Grenze zum verstehen. Könnten die 6 - Decimes sein?
LG A
"Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
W. v Humboldt

9

Friday, November 18th 2016, 8:05pm

Guten Abend Adriana

Nein, die 6 kann nicht Decimes sein. Es war Solls (und nicht Stupfer wie ich zuerst geschrieben habe) weil Decimes in die neu erworbene Departements erst in 1800 eingeführt war.

Und es ist vom Absender nicht bis österreichische Grenze bezahlt geworden, dazu reicht die 6 Solls gar nicht, ob überhaupt möglich.
Ein Vergleich, wenn man es so nennen kann, sind die Briefe aus Hamburg nach Bozen die entweder franco Augsburg oder Nürnberg vermerkt sind. Die Briefe liefen aber bis Füssen vor neue Gebühre ankam, also dei Österreichische Gebühre.
Die Franco-Vermerke kann man also unterschiedlich verstehen.

Viele Grüsse
Nils
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10

Friday, November 18th 2016, 11:01pm

Decimes in die neu erworbene Departements erst in 1800 eingeführt war

Guten Abend Nils
Wo kann ich mehr darüber nachlesen?
Danke A.
"Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
W. v Humboldt

11

Saturday, November 19th 2016, 12:04pm

Hallo Adriana

Es war etwas ungenau von mir geschrieben. Die Angaben galten die südniederländische Departements.
Meine hier benutzte Quelle ist: Die brievenpostereij in Staats-Vlaanderen von Krees de Baar.

Viele Grüsse
Nils
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12

Monday, November 21st 2016, 1:04pm

Hallo Nils
NB: Beispiel, Ligurische Republik rechnete auch in Decimes seit J1797.
Frankreich hat Dezimalsystem 1795 eingeführt. Departement der Ourthe/Nr 96 war eine der ersten, ob es ganz auszuschließen ist das es Decimes sind?

Falls wir fr. Tarif von 1796 nähmen und bei sous bleiben:
30 lieues x 4,9 km = 147 km/6 sous – das reichte bis Grenze Linksrheinische Departements (wie Franco Wesel)

Falls die Umrechnung 1d = 2 s (? bin nicht sicher ob es hier stimmt) nähmen:
120 lieues x 4,9 km = 588 km/12 sous oder 6 d – das könnte bis Franco Passau reichen


Das hilft dir aber nicht viel weiter...ist nur reine Spekulation von mir. :)
LG A
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W. v Humboldt

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Monday, November 21st 2016, 7:35pm

Hallo Adriana

In Belgien gab es kein Decimes vor 1800, so das kann man ausschliessen.

Gewicht in Ounce, Abstand in Myriameters. Es war auch unterschiedliche Gebühre - binnen ein Departement, zwischen Departemente oder Ausland. Andere Besonderheiten gibt's auch :)
Vor ich ein Übersicht schaffen kann brauche ich aber einige Briefe. "Learning by dooing".

Viele Grüsse
Nils
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14

Monday, November 21st 2016, 9:14pm

Abend Nils Erik
Ich ergrenze kurz:
Unze war damals 28g, einfach bis ½ Unze
Die fr. Myriametres = ca 2 lieues (1 lieues = ca 4,9 heutige km)

Die 6 Solls von Vervies bis Wesel(Grenze) ist fr. Inland Porto.
Wie hat die fr. Pos mit Reichspost abgerechnet? - ist eventuell die Frage wo wir versuchen sollten zum beantworten...(?)

Such bitte weitere Briefe, ich bin neugierig.. :D
LG A
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W. v Humboldt

15

Tuesday, November 22nd 2016, 8:11pm

Wie hat die fr. Pos mit Reichspost abgerechnet? - ist eventuell die Frage wo wir versuchen sollten zum beantworten...(?)
Hallo Adriana

Leider gebe die Abrechnung keine Antwort. Friedrich Pietz schreibt in DASV Rundbrief Nr 501 2014 etwas darüber. Vertrag Frankreich - Thurn & Taxis 19.7.1722 in Kraft gesetzt berichtet: Frankreich trägt die Kosten bis Rastatt und T & T die andere Kosten im Reich. Und jeder erhält das Porto der ein- und auslaufenden Briefe .... es heisst hier Grenzfrankozwang.
Das ist die wichtige Angabe um dieser Brief zu verstehen, wenn der Brief als französisch zu sehen ist.


Es bleibt also ganz egal ob der Brief nach Füssen oder Passau gelaufen war.


Möglich ist dass es zwischen T & T und Frankreich geregelt war wie man die Briefe von okkupierten gebiete gehandhabt hatten. Kann sein hat man es nachträglich gemacht.


Es gab in Verviers vor den Krieg ein Reichspostamt so dass T & T. Aber als die Franzosen in Verviers schon in 1793 dort tätig war, zuerst Okkupanten dann in Frankreich, hat T & T sicher auch Verviers in 1797 als französisch behandelt. Die innenfranzösische Gebühre, 6 Solls, verblieb dann also auch ein innenfranzösische Frage.


Die Grosse Frage bleibt dann leider unbeantwortet: Wer hat Franco Passau geschrieben und warum war dieser Laufweg gewählt wenn der Brief so gelaufen war.


Viele grüsse
Nils
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16

Tuesday, November 22nd 2016, 10:22pm

Abend Nils,
danke für die Informationen und insgesamt für die interessante Diskussion... :)
LG A
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W. v Humboldt