You are not logged in.

Dear visitor, welcome to Forum für Postgeschichte und Markenfreu(n)de. If this is your first visit here, please read the Help. It explains in detail how this page works. To use all features of this page, you should consider registering. Please use the registration form, to register here or read more information about the registration process. If you are already registered, please login here.

The forums are currently offline for the following reason(s):

Aktualisierung der Foren-Software wird durchgeführt.

nordlicht

Experte

  • "nordlicht" started this thread

Posts: 680

Location: Holstein

  • Send private message

1

Saturday, November 26th 2011, 12:36pm

Fahrpost Hamburg - Lauenburg

Moin,

anbei möchte ich eine "Caffeeprobe ohne Wert" aus dem Jahre 1865 zeigen - mit einem Paketnummernzettel der Fahrpost und dem aptierten dänischen Fahrpoststempel "HAMBURG", der vom Stadtpostamt weiterbenutzt wurde.

Anscheinend handelt es sich hier um einen Begleitbrief für ein Paket, das nur 8 Loth (Blaustiftvermerk) wog.
Das Porto betrug nur "2" (Schilling) und erscheint mir ziemlich wenig.

Mich würde interessieren. ob die Kaffeeprobe nicht auch mit der Briefpost verschickt werden konnte bzw. unter welchen Bedingungen die Fahrpost benutzt werden musste. Wie berechnete sich dann das Porto?

Viele Grüße
nordlicht
nordlicht has attached the following image:
  • Brief_Hamburg_Mölln_1865.jpg

Posts: 2,234

Location: Sachsen-Anhalt

  • Send private message

2

Saturday, November 26th 2011, 7:48pm

Hallo Nordlicht

leider stehe ich mit Lauenburg ein wenig auf "Kriegsfuß". Soweit ich jetzt nachgelesen habe, ist es eine selbständige Postverwaltung zu dieser Zeit.

Allgemein noch soviel:
Begünstigt wurden anhängende Muster jedoch nicht einliegende. Selbst bei nur 8 Loth sollte eine Paketversendung deutlich kostengünstiger sein als ein entsprechend schwerer Brief.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf

3

Sunday, November 27th 2011, 7:42pm

Hallo zusammen,

hier die Päckereitaxen des Stadtpostamtes ins Lauenburgische (aus Harald Hacker: Die Entwicklung der Paketpost-Beförderung in Hamburg 1849 bis 1874)

Leider etwas schief geworden :(

Gruss

senziger
senziger has attached the following images:
  • 8 Lauenburg.jpg
  • 8 Lauenburg_1.jpg
CONCORDIA DOMI, FORIS PAX

Posts: 2,234

Location: Sachsen-Anhalt

  • Send private message

4

Sunday, November 27th 2011, 8:15pm

Hallo senziger

recht herzlichen Dank für die Zusammenstellung.

Hamburg - Mölln sind ca 47 km also ca 6,5 Meilen.
Nach der Tarifzusammenstellung wäre also 2 Schilling LM Grundtaxe + 1 Schilling LM Gewichtstaxe zu erheben. Die Summe von 3 Schilling LM entsprechen jedoch nicht 2 HSch.

Wenn die Gewichtstaxe jedoch bei der Eisenbahnnutzung halbiert wird, haben wir nur 2 1/2 Schilling LM, tja und etwas abgerundet sind es 2 HSch.

Allerdings glaube ich nicht, dass es so war.

Der Mindestfahrposttarif im DÖPV wäre 2 Sgr bei dieser Entfernung und Gewicht - nur ob er zu Anwendung kam oder gar fälschlich notiert wurde...

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf

5

Sunday, November 27th 2011, 9:41pm

Hallo Ulf,

ich bin auf die Schnelle auch zu keinem sinnvollen Ergebnis gekommen. Nach der Tabelle soll Mölln in der 3. Progression liegen ?( , oder habe ich etwas falsch verstanden?

Außerdem habe ich im Posthandbuch für Hamburg, 1865 (aus H.Hacker) noch folgendes gefunden:

"§ 2
Die Postsendungen zerfallen in Brief- und Fahrpost Gegenstände.

§ 3
Briefpostgegenstände sind
a. Briefe ohne angegebenen Werth bis 4 Loth excl.
b. Briefe mit Waarenproben oder Mustern bis 15 Loth; nach und durch den Zollverein nur bis 8 Loth excl.

.... " bei den "8" Loth ist die Zahl schlecht zu lesen, es könnte auch eine 3 sein.

Das Buch von H. Hacker ist sehr empfehlenswert für jeden der sich für Fahrpost aus dieser Zeit interessiert, es enthält jede Menge Informationen, Verträge, Reductionstabellen usw.

Gruss

senziger
CONCORDIA DOMI, FORIS PAX

This post has been edited 2 times, last edit by "senziger" (Nov 27th 2011, 10:07pm)


Posts: 2,234

Location: Sachsen-Anhalt

  • Send private message

6

Sunday, November 27th 2011, 10:11pm

Hallo senziger

durch den Paketzettel ist schon sicher gestellt, dass es ein Fahrpostgegenstand ist.
Bei Deinem Scan der Gebühren kann ich nicht eindeutig lesen, was je Pfund je Progressionsstufe steht - bei 1/2 Shilling je Pfund ergeben sich mehr als 1 Schilling - lese jedoch 1/4 und dann sind es 3/4 Shilling - mindestens jedoch 1 Schilling.
Dann jedoch steht bei Eisenbahnnutzung wird es halbiert... auch der Mindestsatz von 1 Schilling...

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf

7

Sunday, November 27th 2011, 10:33pm

Hallo Ulf,
durch den Paketzettel ist schon sicher gestellt, dass es ein Fahrpostgegenstand ist.

Die Erläuterung bezog sich auf die Fragen von @nordlicht in Beitrag 1.

Gruss

senziger
CONCORDIA DOMI, FORIS PAX

nordlicht

Experte

  • "nordlicht" started this thread

Posts: 680

Location: Holstein

  • Send private message

8

Saturday, December 3rd 2011, 9:59am

Moin,

vielen Dank an senziger und Magdeburger für die hilfreichen Informationen und Hinweise.

Da das "Rätsel" der Taxe "2" (Schilling) noch nicht ganz gelöst ist, habe ich versucht, in dänischen Unterlagen fündig zu werden. In der Annahme, dass diese Bestimmungen von Schleswig-Holstein ab 1864 übernommen wurden, könnte dieser Passus weiterhelfen:

"Kleine Packete von 8 Loth Gewicht ohne Werth ... bezahlen wie ein doppelter Brief", d.h. 4 Schilling.
(Und das exakte Gewicht von 8 Loth wäre dann bei dem Brief oben vermutlich auch kein Zufall.)

Wenn die Halbierung der Gebühr bei Eisenbahnbenutzung hier auch greift, dann wären wir bei 2 Schilling.
Allerdings habe ich darüber bislang nichts in Primärquellen finden können und diese Regelung bei senziger's Päckereitaxen zum ersten mal gesehen (dort scheint es sich aber nur auf die Gewichtstaxe zu beziehen).

Viele Grüße
nordlicht